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Weitwandern in der Sächsischen Schweiz – Wie aus einer Schnapsidee eine Leidenschaft wurde

Vor einiger Zeit saßen wir mit Freunden zusammen und sie fragten uns: „Habt ihr schon mal über Weitwandern nachgedacht? Könntet ihr euch vorstellen, mit uns eine Alpenüberquerung zu machen?“ Die Frage klang wie ein Abenteuer, das wir nie vergessen würden. Gleichzeitig überkam uns ein bisschen Angst – eine Alpenüberquerung schien für erfahrene Wanderer gemacht, nicht für uns. Wir lachten und sagten vorsichtig: „Vielleicht erstmal etwas Kleineres, eine Mehrtagestour in der Nähe.“

Nach einigem Hin und Her entschieden wir uns schließlich für die Sächsische Schweiz. Unser Plan: sechs Etappen von Rathen nach Oybin, jeweils ungefähr 20 Kilometer. Schnell merkten wir: Für zukünftige Touren sollte es etwas weniger pro Tag sein – die ersten Schritte auf dem Rucksackweg zeigten uns, wie anspruchsvoll Weitwandern in der Sächsischen Schweiz wirklich sein kann.

Die Suche nach Unterkünften stellte sich als echte Herausforderung heraus. Viele Hotels und Pensionen vermieten nicht für nur eine Nacht, und zu viert wird es noch komplizierter. Aber mit einem halben Jahr Vorlauf hatten wir unsere Route, alle Unterkünfte und sogar die Verpflegung organisiert.

Leser-Tipp: Frühzeitig Unterkünfte buchen – besonders bei beliebten Wanderregionen wie der Sächsischen Schweiz. Viele Gasthäuser haben nur begrenzte Kapazitäten, vor allem für Mehrtagestouren.


Die richtige Ausrüstung für Mehrtagestouren

Wir besaßen bereits Wanderrucksäcke für Tagesausflüge, doch für eine Woche Wandern reichten diese bei Weitem nicht aus. Also gingen wir in einen Outdoor-Shop, um größere Modelle zu testen. Wir probierten verschiedene Marken, testeten das Gewicht und das Packvolumen. Schließlich wählten wir Rucksäcke, in denen unser Gepäck für sieben Tage problemlos Platz fand.

Doch das war noch nicht alles: Kleine Taschen für Wäsche, Barfußschuhe, um unsere Füße zu entlasten, und Regenausrüstung kamen hinzu. Jede Anschaffung fühlte sich wie ein Schritt Richtung Abenteuer an.

Leser-Tipp: Teste den Rucksack mit Gewicht vor der Tour. So merkst du sofort, ob Schulter- und Hüftgurte richtig sitzen, und vermeidest Blasen oder Rückenschmerzen.


Start unserer Tour – Etappe 1: Rathen zur Bastei

Wir reisten bereits einen Tag vorher an und übernachteten in Krippen. Am Morgen ging es mit dem Zug nach Rathen, dem Startpunkt unserer Mehrtagestour Sächsische Schweiz. Der erste Aufstieg führte uns zur Bastei. Normalerweise steigen wir über die Schwedenlöcher auf, doch diesmal wählten wir den umgekehrten Weg. Oben angekommen genossen wir die Aussicht und eine kleine Pause, bevor es weiter zum Amselsee und nach Hohenstein ging.

Der Regen überraschte uns an den Honigsteinen, doch zum Glück bot der Wald Schutz. Nach einer Weile ließ der Regen nach, und die Sonne zeigte sich wieder, als wir den Hockstein und die Hocksteinhöhle erreichten. Von hier hatten wir einen atemberaubenden Blick ins Polenztal. Die größte Herausforderung: die steile Eisentreppe am Hockstein hinunter mit unseren großen Rucksäcken. Aber wir meisterten sie alle – erschöpft, aber stolz – und kehrten in die Polenzschänke ein.

Leser-Tipp: Plane genügend Pausen ein. Kurze Unterbrechungen helfen nicht nur gegen Müdigkeit, sondern bieten auch Gelegenheit für Fotos und Naturbeobachtungen.


Eindrücke, die bleiben

Die zweite Etappe begann mit einem kleinen Missgeschick: Wir verpassten einen Abzweig und legten einen Umweg ein. Doch die Natur entschädigte uns. Das Polenztal war ruhig, grün und voller Leben. Fischotter schwammen im Wasser, Reiher standen geduldig am Ufer. Nach 21,2 km und sieben Stunden erreichten wir unsere Unterkunft in Berthelsdorf. Am Abend fuhren wir nach Neustadt und genossen ein leckeres italienisches Abendessen.

Die dritte Etappe führte über Felder, durch Wälder und zur tschechischen Grenze. Unser Ziel: Sohland an der Spree. Die Strecke war anspruchsvoll, 21 km und fast fünf Stunden unterwegs, aber die Aussicht auf den Grenzweg und die wechselnden Landschaften machte jeden Schritt lohnenswert.

Die vierte Etappe begann entlang der Spree, einem kleinen, ruhigen Fluss. Wir wanderten bergauf, entdeckten ein kleines Bergtheater und genossen die Aussicht, bevor wir Oppach, Neusalza-Spremberg und schließlich Haine erreichten. Der Regen überraschte uns erneut, diesmal so stark, dass wir bis auf die Haut durchnässt waren.


Etappe 5 – Quelle der Spree und besondere Momente

Die fünfte Etappe führte uns von Haine nach Neugersdorf, weiter nach Seifhennersdorf und über die Grenze nach Tschechien nach Varnsdorf. Bereits in Neugersdorf entdeckten wir etwas Besonderes: eine kleine Quelle, aus der die Spree entspringt. Für uns war das ein magischer Moment – hier begann einer der bekanntesten Flüsse Deutschlands. Es war ein stiller Moment, der uns die Bedeutung unserer Wanderung noch einmal bewusst machte.

Nach diesem Highlight setzten wir unsere Wanderung fort, genossen das Mittagessen in Varnsdorf und kehrten dann zurück nach Großschönau zu unserer Unterkunft.

Leser-Tipp:

Achte bei deinen Wanderungen auf besondere Orte wie Quellen, Denkmäler oder Aussichtspunkte – sie machen die Wanderung einzigartig.


Letzte Etappe – Oybin und Zittau

Die finale Etappe brachte uns ins Zittauer Gebirge und nach Oybin. Nach sieben Tagen voller Abenteuer erreichten wir unser Ziel – nach 20 km und 7,5 Stunden. Dort wartete ein besonderes Highlight: die Fahrt mit der historischen Dampflock nach Zittau.

Dort ließen wir die Reise Revue passieren. Die Anstrengung, die Vorbereitung, die Tage in der Natur – alles hatte sich gelohnt. Wir hatten eine völlig neue Art zu reisen entdeckt: entschleunigt, intensiv, eindrucksvoll.

Leser-Tipp: Nimm dir Zeit, jede Etappe nachzubereiten. Fotos, Notizen oder kleine Reflexionen steigern das Erlebnis und helfen bei der Planung zukünftiger Touren.


Deine Mini-Checkliste: Essentials für eine Mehrtagestour

1. Rucksack & Ausrüstung

  • Rucksack 50–70 L für 5–7 Tage
  • Regenhülle für den Rucksack
  • Tagesrucksack für kurze Ausflüge (optional)
  • Wanderschuhe (wasserdicht & eingelaufen)
  • Barfuß- oder leichte Schuhe für Abwechslung
  • Wanderstöcke (optional)

2. Kleidung

  • Funktionsshirts & Wanderhosen
  • Fleece oder leichte Jacke
  • Regenjacke und -hose
  • Socken (mehrere Paare, atmungsaktiv)
  • Wechselkleidung für Abende in der Unterkunft

3. Hygiene & Pflege

  • Kleine Packtaschen für Wäsche
  • Handtuch & Waschsachen
  • Blasenpflaster, Pflaster, Erste-Hilfe-Set

4. Navigation & Planung

  • Wanderkarte oder GPS-App – wir nutzen hier Komot
  • Unterkunfts-Details & Reservierungsbestätigungen
  • Notfallkontakte
  • Ladekabel, Powerbank

5. Verpflegung & Energie

  • Wasserflasche oder Trinksystem
  • Snacks für unterwegs (Nüsse, Müsliriegel, Trockenobst)
  • Lunchpakete oder Einkehrmöglichkeiten

6. Extras für besondere Erlebnisse

  • Kamera oder Smartphone für Fotos
  • Notizbuch oder kleines Tagebuch
  • Sonnenschutz (Hut, Sonnencreme, Sonnenbrille)

💡 Tipp: Plane immer einen Puffer für Wetterumschwünge und mögliche Umwege ein – besonders in Gebieten wie Polenztal oder Zittauer Gebirge.


Mein Fazit

Weitwandern in der Sächsischen Schweiz hat uns gezeigt, dass Abenteuer oft näher sind, als man denkt. Für uns war dies nicht die letzte Mehrtagestour – wir sind jetzt süchtig nach dem Gefühl, Tag für Tag die Landschaft zu erleben, uns den Herausforderungen zu stellen und abends in einer Unterkunft neue Kraft zu tanken.

Call-to-Action: Hast du auch schon Mehrtagestouren in Deutschland gemacht? Teile deine Erfahrungen in den Kommentaren oder schreib uns, welche Regionen wir als nächstes erkunden sollten!


Du hast Fragen, dann schreib mir gerne eine Mail an Nadin@nadinswelt.de oder

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