Kreuzfahrt Erfahrungen: Warum wir uns für einen Roadtrip entschieden haben

Unsere geplante Traumkreuzfahrt: Von Hamburg über Spitzbergen bis Island
Die Idee zu einer Kreuzfahrt begleitete uns schon lange. Doch wie das oft so ist: Die Welt ist groß, und nicht jedes Reiseziel begeistert alle Familienmitglieder gleichermaßen. Lange wussten wir einfach nicht, wohin die Reise gehen sollte.
Bis ich eines Tages eine Reportage über Spitzbergen und die kleine Stadt Longyearbyen sah. Ab diesem Moment war klar: Dort wollen wir hin! Doch schnell wurde uns bewusst, dass Spitzbergen kein klassisches Reiseziel ist, das man mal eben so erreicht. Die Lösung schien perfekt – eine Kreuzfahrt, die genau diese Route abdeckt.
Also buchten wir unsere Traumreise:
Von Hamburg über Norwegen, Spitzbergen, Island bis nach Schottland.
Wenn Pläne sich ändern: Zweimal storniert
Doch dann kam alles anders.
Die Welt stand plötzlich still, Reisen waren nicht mehr möglich, und unsere Kreuzfahrt wurde abgesagt. Die Enttäuschung war groß – aber wir wollten diesen Traum nicht aufgeben. Also buchten wir die Reise einfach für das nächste Jahr um.
Die Hoffnung war groß, dass diesmal alles klappt. Doch nur wenige Tage vor Abreise kam erneut die Nachricht: Stornierung.
Wieder standen wir vor der Frage: Noch einmal verschieben?
Doch diesmal war es komplizierter. Die verfügbaren Termine passten nicht zu den Schulferien unseres Kindes. Und bei einer Reisedauer von über 20 Tagen war klar: Ein früherer Ferienstart kam für uns nicht infrage.

Plan B: Unsere Kreuzfahrt nach Schottland und Island
Also suchten wir nach Alternativen und entschieden uns für eine Route:
Schottland – Island – Schottland.
Die Vorfreude war groß. Der dritte Versuch sollte endlich klappen.
Und dann war es soweit: Wir reisten nach Bremerhaven, hatten einen frühen Check-in gebucht und konnten das Schiff in aller Ruhe erkunden.
Doch schon beim ersten Eindruck wurde klar:
Ein so großes Schiff kann überwältigend sein – und fühlte sich ganz anders an, als wir es uns vorgestellt hatten.
Leben an Bord: Zwischen Freiheit und festen Abläufen
Unser Kind fand schnell Anschluss im Teensclub und war oft mit neuen Freunden unterwegs. Teilweise sahen wir ihn erst spät abends oder sogar erst am nächsten Morgen wieder.
Die gemeinsame Zeit verlagerte sich vor allem auf die Landgänge – und genau darauf freuten wir uns am meisten.
Unser erster Stopp: Kirkwall und die Orkney-Inseln

Nach zwei Tagen auf See erreichten wir Kirkwall. Wir gingen eigenständig von Bord und erkundeten die Stadt zu Fuß – ein gelungener Start.
Am Nachmittag stand ein Ausflug zu den Yesnaby-Klippen auf dem Programm, den wir über das Schiff gebucht hatten. Alles war gut organisiert, aber ein Punkt störte uns sofort:
👉 Die Zeit an den einzelnen Orten war extrem begrenzt.
Gerade an den Yesnaby-Klippen hätten wir gerne viel länger verweilt. Dieser Moment blieb uns besonders im Kopf – und sollte später noch einmal wichtig werden.



Island: Naturgewalten und Planänderungen
Unser nächstes Ziel war Seyðisfjörður in Island. Wir hatten uns bereits eine individuelle Route mit See und Wasserfall zusammengestellt.
Doch es kam anders:
Früh am Morgen fuhr das Schiff in den Fjord ein – und drehte plötzlich wieder um.
Der Grund:
Die Wetterbedingungen machten das Tendern zu gefährlich.



Also ging es direkt weiter nach Akureyri – inklusive eines ungeplanten zusätzlichen Seetages.
Natürlich waren wir enttäuscht, aber gleichzeitig hatten wir volles Verständnis. Sicherheit geht immer vor.
Akureyri und der Goðafoss – ein Highlight der Reise
Am nächsten Morgen erreichten wir Akureyri. Noch vor unserem gebuchten Ausflug erkundeten wir die Stadt zu Fuß – ruhig, verschlafen und wunderschön.
Dann begann unsere Tagestour:
- Fahrt durch die beeindruckende isländische Landschaft
- Besuch des Goðafoss Wasserfalls – ein absolut atemberaubender Anblick
- Wanderung am Myvatn-See
- Erkundung des Lavafelds Dimmuborgir
- Stopp in einem Schwefelgebiet mit blubbernden Quellen
Island zeigte sich von seiner spektakulärsten Seite – ein echtes Highlight unserer Reise.






Reykjavik: Zwischen Enttäuschung und Entdeckung
In Reykjavik hatten wir eine Waltour gebucht, die jedoch kurzfristig abgesagt wurde. Eine Alternative fanden wir leider nicht.
Also machten wir das Beste daraus:
- Spaziergang durch die Stadt
- Fahrt mit dem Hop-on-Hop-off-Bus
- Besuch des Walmuseums mit lebensgroßen Modellen
- Besichtigung der berühmten Kirche
- Kleine Shoppingtour
Trotz der Planänderung wurde Reykjavik zu einem tollen Erlebnis.






Schottland: Inverness und Loch Ness
Unser letzter Stopp war Invergordon. Eine kleine, ruhige Hafenstadt, die sich perfekt als Ausgangspunkt für Ausflüge eignet.
Wir entschieden uns für:
- Einen Besuch in Inverness
- Einen Abstecher zum Loch Ness
- Eine Bootstour auf dem berühmten See
Ein schöner Abschluss – aber auch hier merkten wir:
Das war nur ein kurzer Einblick, kein echtes Eintauchen in das Land.




Unser Fazit: Kreuzfahrt ja – aber nicht für uns
Zurück auf dem Schiff ließen wir die Reise Revue passieren.
Ja, eine Kreuzfahrt ist eine tolle Möglichkeit, viele Orte kennenzulernen.
Ja, sie ist bequem und gut organisiert.
Aber für uns fehlte etwas Entscheidendes:
👉 Freiheit.
Wir reisen gerne individuell, möchten:
- länger an Orten bleiben, die uns begeistern
- spontan entscheiden, was wir als Nächstes tun
- Land, Leute und Kultur intensiv erleben
Und genau das ist auf einer Kreuzfahrt nur eingeschränkt möglich.
Der Wendepunkt: Vom Kreuzfahrtschiff zum Roadtrip
Die Erfahrung mit den Yesnaby-Klippen ließ uns nicht los. Ein Ort, an dem wir gerne Stunden verbracht hätten – aber weiter mussten.
Also stellten wir uns eine einfache Frage:
Wie können wir so reisen, wie es wirklich zu uns passt?
Die Antwort war klar:
👉 Ein Roadtrip.
Unsere erste Route führte uns durch England und Schottland – drei Wochen voller Abenteuer, Freiheit und echter Erlebnisse.
Natürlich lief nicht alles perfekt (mehr dazu in einem kommenden Beitrag 😉), aber eines war sicher:
Diese Art zu reisen fühlt sich für uns richtig an.
Warum wir Roadtrips lieben
Seitdem haben wir unsere Art zu reisen verändert.
Ein Roadtrip bedeutet für uns:
- maximale Flexibilität
- echte Begegnungen
- intensives Erleben statt schnellem Abhaken
Auch wenn es manchmal anstrengender ist – wir würden es jederzeit wieder so machen.
Ausblick: Weitere Tipps und Erfahrungen
Wenn du selbst darüber nachdenkst, von einer Kreuzfahrt auf individuelles Reisen umzusteigen oder einfach einen Roadtrip planst, dann bleib dran.
👉 In meinen nächsten Beiträgen erfährst du:
- worauf du bei der Planung achten solltest
- welche Fehler wir gemacht haben
- und wie du deinen perfekten Roadtrip gestaltest
Also sei gespannt – es lohnt sich!