Foroglio Wasserfall im Tessin

Unser magischer Morgen im Bavonatal
Manchmal sind es die frühen Morgenstunden, die einen Ort ganz besonders machen. Unser Besuch am Foroglio Wasserfall im Tessin begann bereits gegen 7 Uhr morgens. Zu dieser frühen Stunde war im kleinen Dorf noch kaum jemand unterwegs. Die meisten Menschen schliefen vermutlich noch und genau das machte diesen Morgen für uns so besonders. Wir konnten ganz in Ruhe durch das Dorf laufen und die besondere Atmosphäre genießen, bevor der eigentliche Besucherstrom einsetzte.
Unser Ziel war der berühmte Foroglio Wasserfall im Bavonatal. Doch wie so oft auf unserer Schweiz-Rundreise wurde aus einem einzelnen Ausflugsziel schnell ein ganzer Tag voller besonderer Eindrücke. Wir hatten nicht erwartet, dass uns dieser frühe Besuch so lange beschäftigen würde – und schon gar nicht, dass eine Schaukel dabei eine so große Rolle spielen würde.
Früh am Morgen im Dorf Foroglio
Als wir am frühen Morgen in Foroglio ankamen, war es noch ganz ruhig. Das kleine Dorf schlief praktisch noch und wir konnten uns völlig ungestört umsehen. Auch Foroglio ist autofrei. Wir stellten unser Auto außerhalb des eigentlichen Dorfes ab und liefen zu Fuß hinein.

Die traditionellen Steinhäuser und die kleinen Gassen machten sofort einen besonderen Eindruck auf uns. Gleichzeitig möchten wir auch hier darauf hinweisen, dass Foroglio kein Museumsdorf ist. Hier leben Menschen und die Häuser sind keine bloße Kulisse für Besucher. Bitte verhaltet euch entsprechend rücksichtsvoll und respektiert die Privatsphäre der Bewohner.

Zu dieser frühen Stunde war davon allerdings kaum etwas zu spüren. Wir waren fast alleine unterwegs und konnten ganz in Ruhe durch das Dorf laufen. Nach und nach entdeckten wir den beeindruckenden Wasserfall, der schon von weitem die Blicke auf sich zieht.
Natürlich wollten wir ihn unbedingt aus der Nähe sehen.
Auf dem Weg zum Foroglio Wasserfall
Direkt am Fluss führte ein kleiner Weg aus dem Dorf hinaus in Richtung Wasserfall. Wir liefen am Wasser entlang und entdeckten dabei etwas, womit wir überhaupt nicht gerechnet hatten: Mitten im Flussbett stand eine große Schaukel.

Auf dem Weg dorthin konnten wir außerdem wieder einige kleine Eidechsen entdecken. Sie saßen in der warmen Morgensonne auf den Steinen und genossen die ersten Sonnenstrahlen des Tages. Wir hatten ja bereits in Sonogno überall Eidechsen auf den warmen Steinen und an den Hauswänden gesehen und irgendwie gehörten auch diese kleinen Begegnungen für uns zu den besonderen Details unserer Tage im Tessin.
Und wer schaukelt nicht gerne?
Vor allem, wenn eine solche Schaukel mitten in dieser Umgebung steht und man dabei einen Blick auf den Wasserfall hat.
Um die Schaukel zu erreichen, mussten wir allerdings zunächst durch das Wasser. Also hieß es: Schuhe aus und los. Das Wasser war wirklich kalt und der Weg durch das Flussbett ziemlich steinig. Wir mussten langsam und vorsichtig von Stein zu Stein laufen.
Der Wasserfall stürzt dabei nicht direkt neben der Schaukel in die Tiefe. Er fällt etwas weiter entfernt in einen natürlichen tiefen Wasserbereich und fließt von dort aus durch das Flussbett weiter bis zu der Schaukel. Das Wasser, durch das wir schließlich liefen, kam also direkt aus Richtung des Wasserfalls.
Der Weg durch das kalte Wasser war dadurch zwar etwas abenteuerlich, aber genau das machte das Erlebnis für uns noch besonderer. Als wir schließlich bei der großen Schaukel ankamen, setzten wir uns einfach darauf und schaukelten los.

Schaukeln mit Blick auf den Wasserfall
Es war einfach ein unglaubliches Erlebnis.
Wir saßen am frühen Morgen ganz allein an diesem besonderen Ort und konnten dabei dem Wasser lauschen, das durch das Flussbett an uns vorbeifloss. Der eigentliche Wasserfall lag etwas entfernt und stürzte weiter oben in einen natürlichen Wasserbereich, bevor das Wasser seinen Weg durch das steinige Flussbett bis zu unserer Schaukel nahm.
Die Sonne war im Juni bereits gegen 5 Uhr aufgegangen und inzwischen lag der Morgen schon hell über dem Tal. Oben am Wasserfall konnten wir sogar einen wunderschönen Regenbogen entdecken. Durch das Wasser und das Licht entstand dort ein ganz besonderer Moment.
Und dann saßen wir einfach auf dieser Schaukel und schaukelten.


Wir mussten nicht anstehen. Niemand wartete hinter uns. Niemand drängelte oder wollte ebenfalls auf die Schaukel. Weit und breit war einfach niemand zu sehen.
Wir hatten eigentlich gedacht, dass wir nur kurz auf die Schaukel gehen würden. Aber die Zeit verging so schnell, dass wir völlig überrascht waren, als wir irgendwann feststellten, dass wir bereits fast zwei Stunden dort verbracht hatten.
Zwei Stunden. – An einer Schaukel.
Und trotzdem fühlte es sich überhaupt nicht so an.
Es war einfach diese besondere Kombination aus der frühen Morgenstunde, dem Wasser, den Bergen, dem Regenbogen und diesem ungewöhnlichen Ort. Wir konnten einfach sitzen, schaukeln und den Moment genießen.
Frühstück am Wasserfall

Wir hatten uns für den Morgen auch etwas zum Frühstücken mitgenommen. Nachdem wir ausgiebig geschaukelt und den Ort genossen hatten, suchten wir uns direkt am Fluss unterhalb des Wasserfalls einen schönen Platz.
Dort frühstückten wir mit dem Rauschen des Wassers im Hintergrund. Viel besser kann ein Morgen unterwegs eigentlich kaum beginnen.
Während wir dort saßen, entdeckte ich außerdem noch einen wunderschönen Stein in Herzform. Für mich war das natürlich ein ganz besonderer kleiner Fund und irgendwie passte er perfekt zu diesem außergewöhnlichen Morgen.
Manchmal sind es genau diese kleinen Dinge, die einen Ort noch lange in Erinnerung bleiben lassen.
Weiter durch das Bavonatal
Nachdem wir fast zwei Stunden am Wasserfall und an der Schaukel verbracht hatten, gingen wir zurück zum Auto und fuhren weiter in das Tal hinein.
Und auch die Fahrt durch das Bavonatal selbst lohnt sich. Immer wieder kamen wir an traditionellen Steinhäusern und kleinen Siedlungen vorbei. Die Landschaft ist geprägt von hohen Bergen, Felsen und den typischen Häusern aus Stein. Überall zweigen Wanderwege ab und man merkt schnell, dass das Tal gerade für Wanderer einiges zu bieten hat.

Wir hätten hier sicherlich noch viel mehr Zeit verbringen können. Für diesen Tag hatten wir uns allerdings bewusst vorgenommen, es etwas ruhiger angehen zu lassen. Nach den vielen Erlebnissen der vergangenen Tage wollten wir nicht wieder einen kompletten Tag mit einer langen Wanderung verbringen. Außerdem wollten wir später noch weiter nach Ascona.
Deshalb fuhren wir noch ein Stück weiter durch das Tal, bevor wir uns schließlich wieder auf den Rückweg machten.
Gegen 10 Uhr waren wir wieder auf dem Weg aus dem Tal heraus. Auf der Hinfahrt war uns bereits aufgefallen, wie ruhig die Straße gewesen war. Auf dem Rückweg kamen uns dann gleich zwei Postbusse entgegen – und beide waren voll besetzt.
Da wurde uns noch einmal bewusst, wie sehr sich unser früher Start gelohnt hatte. Während wir am frühen Morgen noch völlig ungestört durch das Dorf laufen und fast zwei Stunden alleine an der Schaukel verbringen konnten, war nun deutlich mehr los.
Wenn ihr den Foroglio Wasserfall möglichst ruhig erleben möchtet, würde ich euch deshalb empfehlen, so früh wie möglich zu kommen. Gerade bei beliebten Ausflugszielen in der Schweiz kann es einen großen Unterschied machen, ob man früh am Morgen oder erst im Laufe des Tages ankommt.
Ein unerwarteter Stopp in Fontana
Auf dem Rückweg kamen wir noch einmal an einem Abschnitt vorbei, der uns bereits auf der Hinfahrt aufgefallen war. Dort lagen überall große Felsbrocken und Geröll. Die Landschaft wirkte völlig verändert und wir hatten sofort das Gefühl, dass hier etwas Größeres passiert sein musste.
Deshalb beschlossen wir, noch einmal anzuhalten und uns die Stelle genauer anzusehen.
Wir kamen durch Fontana, einen kleinen Ort im Bavonatal. Schon beim ersten Blick war die Zerstörung deutlich zu erkennen. Zwischen den großen Felsbrocken und Geröllmassen sah man, dass die Natur hier mit unglaublicher Kraft gewütet hatte.

Erst später recherchierten wir, was hier tatsächlich passiert war.
In der Nacht vom 29. auf den 30. Juni 2024 wurde das Gebiet von extremen Unwettern getroffen. Ein gewaltiger Murgang beziehungsweise eine riesige Rutschung brachte etwa 300.000 Kubikmeter Geröll, Erde und Fels aus dem Bereich des Riale Larecchia ins Tal. Die Geröllmassen zerstörten Teile von Fontana, mehrere Gebäude, die Straße und zahlreiche Elemente der historischen Kulturlandschaft. Auch die Ponte del Chiall wurde zerstört beziehungsweise schwer beschädigt.
Die Spuren der Naturgewalt
Als wir Fontana besuchten, waren die Spuren dieser Katastrophe noch deutlich sichtbar.
Überall lagen große Felsbrocken und Geröll. Im Ort selbst war eine große Schneise der Zerstörung zu erkennen. Man sah, dass versucht wurde, die Schäden zu beseitigen und den Ort wieder aufzubauen. Einige Häuser waren nur provisorisch mit Planen abgedeckt.
Auch die kleine Brücke über den Fluss war zwischen den gewaltigen Steinmassen kaum noch zu erkennen.


Wir fanden es sehr beeindruckend, diese Spuren mit eigenen Augen zu sehen. Natürlich kann man Bilder und Berichte über eine Naturkatastrophe anschauen. Aber wenn man selbst an einem Ort steht und sieht, welche Mengen an Geröll und Fels sich durch ein Dorf bewegt haben müssen, bekommt die Geschichte eine ganz andere Dimension.
Für uns war dieser Anblick besonders eindrücklich, weil wir bereits einmal in Österreich eine Naturkatastrophe miterlebt hatten. Die Situation in Fontana war jedoch noch einmal von einer ganz anderen Größenordnung.
Der Kontrast zu unserem Morgen hätte kaum größer sein können. Wenige Stunden zuvor hatten wir noch ganz entspannt am Wasserfall geschaukelt und direkt am Fluss gefrühstückt. Nun standen wir an einem Ort, an dem die gewaltige Kraft der Natur noch immer deutlich sichtbar war.
Unser Fazit zum Foroglio Wasserfall und dem Bavonatal
Unser Besuch im Bavonatal war für uns ein ganz besonderer Tag.
Der frühe Start hat sich absolut gelohnt. Wir konnten das kleine Dorf Foroglio noch ganz ruhig erleben, durch die autofreien Gassen laufen und den Foroglio Wasserfall fast ganz für uns alleine genießen.
Das absolute Highlight war für uns aber die Schaukel mitten im Flussbett. Dafür durch das kalte und steinige Wasser zu laufen, hat sich definitiv gelohnt. Auf der Schaukel zu sitzen und am frühen Morgen direkt in dieser besonderen Umgebung loszuschaukeln, war ein Erlebnis, das wir so schnell nicht vergessen werden.
Auch der Regenbogen über dem Wasserfall, das Frühstück direkt am Wasser und mein kleiner Herzstein-Fund gehören für mich zu den besonderen Erinnerungen dieses Morgens.

Wenn ihr im Bavonatal unterwegs seid, solltet ihr aber nicht nur zum Foroglio Wasserfall fahren und direkt wieder umkehren. Die Fahrt durch das Tal lohnt sich und überall gibt es Wanderwege und weitere schöne Orte zu entdecken.
Wir selbst haben an diesem Tag bewusst auf eine Wanderung verzichtet, da wir die Reise etwas ruhiger angehen lassen wollten. Außerdem wollten wir später noch Ascona besuchen.
Unser nächstes Ziel auf dieser Reise war also eine ganz andere Art von Erlebnis.
Häufige Fragen zum Foroglio Wasserfall
Wo liegt der Foroglio Wasserfall?
Der Foroglio Wasserfall liegt im Bavonatal im Schweizer Kanton Tessin. Der Wasserfall befindet sich direkt beim kleinen Dorf Foroglio.
Ist Foroglio autofrei?
Das Dorf Foroglio ist autofrei. Das Auto muss außerhalb des eigentlichen Dorfes abgestellt werden. Von dort aus kann man zu Fuß weitergehen.
Wann ist die beste Zeit für einen Besuch am Foroglio Wasserfall?
Wir waren bereits gegen 7 Uhr morgens vor Ort und konnten den Wasserfall und das Dorf ganz in Ruhe erleben. Gegen 10 Uhr waren auf der Rückfahrt bereits deutlich mehr Menschen unterwegs. Ein früher Besuch lohnt sich daher besonders, wenn ihr den Ort möglichst ruhig erleben möchtet.
Wie viel Zeit sollte man für den Foroglio Wasserfall einplanen?
Für den Wasserfall und das Dorf solltet ihr mindestens ein bis zwei Stunden einplanen. Wer die Umgebung erkunden oder wandern möchte, kann problemlos deutlich länger im Bavonatal bleiben.
Kann man am Foroglio Wasserfall wandern?
Ja. Im Bavonatal gibt es verschiedene Wanderwege und zahlreiche Möglichkeiten, die Umgebung zu Fuß zu erkunden.
Gibt es am Foroglio Wasserfall eine Schaukel?
In der Nähe des Wasserfalls befindet sich eine große Schaukel im Bereich des Flussbetts. Um sie zu erreichen, muss man durch das kalte und steinige Wasser laufen. Je nach Wasserstand und Bedingungen sollte man dabei besonders vorsichtig sein.
Lohnt sich die Fahrt weiter ins Bavonatal?
Ja. Das Bavonatal ist landschaftlich sehr beeindruckend. Neben dem Foroglio Wasserfall gibt es traditionelle Steinhäuser, weitere kleine Orte und zahlreiche Wanderwege zu entdecken.
Weiter geht unsere Schweiz-Rundreise
Nach unserem besonderen Morgen am Foroglio Wasserfall und den Eindrücken aus dem Bavonatal ging es für uns weiter nach Ascona.
Nach so viel Natur, Bergen und Wasserfall wollten wir nun eine ganz andere Seite des Tessins kennenlernen.
Im nächsten Beitrag unserer Schweiz-Rundreise nehmen wir dich mit nach Ascona und zeigen dir, warum sich der Ort für uns wie ein kleiner Ausflug ans Mittelmeer angefühlt hat.
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