Welterbesteig Mühldorf Spitz: Unsere 5. Etappe

Der Welterbesteig von Mühldorf nach Spitz war für uns die fünfte Etappe unserer Wanderung durch die Wachau. Vor uns lagen 14,8 Kilometer, rund 680 Höhenmeter und etwa 7,5 Stunden Wanderzeit. Damit war diese Strecke wieder deutlich länger als die Etappe vom Vortag – und auch die Höhenmeter hatten es in sich.
Unser Ziel war Spitz, wo wir bereits zwei Nächte zuvor im Weingut und Weinhotel Lagler übernachtet hatten. Doch bevor wir dort wieder ankamen, wartete mit dem Trenning zunächst ein steiler Anstieg auf uns. Anschließend führte uns die Strecke durch die Waldlandschaft rund um den Jauerling, bevor wir über die Jauerlingrunde wieder in Richtung Donau und Spitz liefen.
Nach der anstrengenden, aber deutlich kürzeren Etappe am Vortag waren wir gespannt, was dieser Wandertag für uns bereithalten würde. Eines wussten wir zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht: Auch diese Etappe sollte uns an einigen Stellen ordentlich fordern.
Frühstück im Weißes Rössl und zurück auf den Weg

Bevor wir unsere Wanderschuhe schnürten, gönnten wir uns natürlich erst einmal ein ausgiebiges Frühstück. Auch dieses war wieder richtig schön und bot eine große Auswahl an frischen und selbst zubereiteten Sachen. Nach den vergangenen Tagen waren wir inzwischen schon einiges gewohnt, aber auch hier gab es wieder viele Dinge, die über ein gewöhnliches Hotelfrühstück hinausgingen.
Gut gestärkt checkten wir anschließend aus und stellten unsere Koffer wieder an der Rezeption ab. Das war für uns inzwischen schon fast zur Routine geworden. Wir mussten uns keine Gedanken um unser großes Gepäck machen und konnten wieder mit unseren kleinen Tagesrucksäcken losziehen.
Außerdem wussten wir dieses Mal bereits, dass unsere Koffer wieder im Weingut und Weinhotel Lagler auf uns warten würden. Dort hatten wir schließlich schon zwei Nächte zuvor geschlafen und würden am Abend wieder zurück sein.
So konnten wir ganz entspannt starten.
Von Mühldorf hinauf zum Trenning
Von unserer Unterkunft aus ging es zunächst durch Mühldorf. Der Weg führte zwischen zwei Häusern hindurch und anschließend über den Spitzer Bach. Und direkt danach begann der Anstieg. Der erste Abschnitt des Weltersteigs von Mühldorf nach Spitz hatte es dabei direkt in sich.
Schon auf den ersten Metern wurde klar, dass wir heute wieder ordentlich Höhenmeter sammeln würden. In steilen Serpentinen ging es durch den Wald immer weiter nach oben in Richtung Trenning.
Dabei war die Wegbeschaffenheit an diesem Morgen nicht ganz einfach. Das warme und trockene Wetter der vergangenen Zeit hatte bereits dafür gesorgt, dass viel Laub von den Bäumen gefallen war. Gleichzeitig hatte es in den letzten Nächten immer wieder geregnet – auch in unserer letzten Nacht in Mühldorf.

Das Laub lag deshalb teilweise noch feucht auf dem Boden und machte es uns an einigen Stellen schwer, den eigentlichen Weg zu erkennen. Manchmal mussten wir wirklich genauer hinschauen, wo die nächste Markierung beziehungsweise der Wegverlauf weiterging.
Je höher wir kamen, desto steiler wurde es. Die Serpentinen zogen sich weiter nach oben und wir arbeiteten uns Schritt für Schritt durch den Wald.
Nach etwa 1,4 Kilometern hatten wir bereits rund 240 Höhenmeter geschafft.
Dann wurde es etwas felsiger und wir standen schließlich oben auf dem Trenning.

Ein erster Blick zurück nach Mühldorf
Der anstrengende Aufstieg hatte sich gelohnt. Vom Trenning aus bot sich uns ein schöner Rundumblick über die Landschaft. Tief unter uns lag Mühldorf und wir konnten gleichzeitig schon einen Teil der Strecke sehen, die noch vor uns lag.

Nach dem steilen Anstieg nutzten wir die Gelegenheit natürlich erst einmal, um durchzuatmen und die Aussicht zu genießen. Solche Momente gehören für uns einfach zu einer Wanderung dazu. Nicht nur möglichst schnell von A nach B zu kommen, sondern zwischendurch stehen zu bleiben, sich umzuschauen und wahrzunehmen, wo man gerade unterwegs ist.
Lange konnten wir allerdings nicht bleiben, denn vor uns lag noch eine ganze Menge Strecke.
Und auch der Abstieg vom Trenning sollte noch einmal zeigen, dass diese Etappe durchaus anspruchsvoll werden würde.
Der Abstieg vom Trenning und weiter Richtung Jauerling

Nach unserer Pause auf dem Trenning ging es nun auf der anderen Seite wieder bergab. Und auch wenn man nach einem solchen Aufstieg erst einmal denkt, dass der schwierigste Teil geschafft sein müsste, hatte es der Abstieg durchaus in sich.
Der Trenning war an vielen Stellen sehr bewachsen und der Weg teilweise schmal und steil. Dazu kam das feuchte Laub, unter dem sich der Untergrund nicht immer gut erkennen ließ. Wir mussten deshalb weiterhin konzentriert laufen und bei jedem Schritt ein bisschen darauf achten, wo wir auftraten.
Es wirkte auf uns tatsächlich so, als würden hier nicht besonders viele Wanderer unterwegs sein. Der Weg war stellenweise ziemlich zugewachsen und nicht so offensichtlich, wie wir es von stärker frequentierten Wanderwegen gewohnt waren.
Schließlich erreichten wir Thun, einen kleinen und ziemlich verschlafenen Ort. Viel Zeit verbrachten wir dort allerdings nicht. Nach dem kurzen Abschnitt durch die Häuser ging es schon wieder weiter und wir tauchten erneut in den Wald ein.
Jetzt wartete der Jauerling auf uns

Mit dem Trenning hatten wir zwar bereits einen ordentlichen Anstieg hinter uns, aber unsere Wanderung war damit noch lange nicht vorbei. Nun ging es weiter auf unserer Etappe des Welterbesteig von Mühldorf nach Spitz in Richtung Jauerling.
Der Weg führte uns wieder durch den Wald und immer weiter bergauf. Der Anstieg war jetzt zwar nicht mehr ganz so steil wie zuvor auf den Trenning, trotzdem kamen immer wieder Höhenmeter dazu. Nach und nach arbeiteten wir uns weiter nach oben und merkten, dass die Landschaft sich zunehmend veränderte.
Zwischendurch wurde es etwas flacher und wir konnten wieder ein bisschen entspannter laufen. Dann tauchten irgendwann die ersten Häuser vor uns auf und wir wussten: Ganz so weit kann es bis zum nächsten Ziel nicht mehr sein.
Kurz darauf erreichten wir das Naturparkhaus Jauerling.
Und dort wartete eine richtig schöne Überraschung auf uns, diese Aussicht.

Eine Pause mit Aussicht am Jauerling
Das Naturparkhaus liegt wunderschön und bietet mit seiner Aussicht einen tollen Blick über die Landschaft. Hier kann man einkehren, etwas essen oder trinken und einfach eine Weile sitzen und die Aussicht genießen.
Für uns war es zu diesem Zeitpunkt vor allem schön, wieder einen festen Platz für eine Pause zu haben. Hinter uns lagen bereits der steile Aufstieg auf den Trenning, der anspruchsvolle Abstieg und weitere Höhenmeter durch den Wald. Wir waren inzwischen schon einige Stunden unterwegs und merkten, dass eine längere Pause jetzt genau das Richtige wäre.

Wir wollten unsere Jause und den mitgenommenen Wein allerdings nicht direkt im Naturparkhaus genießen. Stattdessen suchten wir uns ein kleines Stück abseits einen ruhigen Platz, an dem wir ganz für uns waren. Dort packten wir unsere Jause aus, holten die Flasche Wein aus dem Rucksack und machten es uns gemütlich.
Nun lag schon einige Strecke auf dem Welterbesteig von Mühldorf nach Spitz hinter uns und der Anstieg war geschafft.
Nach den vielen Höhenmetern war das für uns genau einer dieser Momente, die eine Wanderung ausmachen. Wir hatten keinen Zeitdruck, konnten einfach sitzen bleiben, etwas essen und trinken und dabei die Landschaft genießen. Gerade auf einer längeren Etappe finden wir solche Pausen unglaublich wichtig. Es geht für uns schließlich nicht darum, möglichst schnell am Ziel anzukommen, sondern auch unterwegs die Umgebung wahrzunehmen und die kleinen Momente zu genießen.
Wir ließen uns deshalb auch etwas Zeit, bevor wir wieder unsere Rucksäcke schulterten. Der Wein schmeckte nach den ersten anstrengenden Kilometern natürlich besonders gut und die Pause gab uns wieder etwas Energie für den weiteren Weg.
Wir waren allerdings nicht auf dem Gipfel des Jauerlings selbst. Unsere Route führte lediglich am Jauerling vorbei beziehungsweise über die Jauerlingrunde weiter in Richtung Spitz.
Trotzdem fühlte sich dieser Abschnitt für uns wie ein wichtiger Punkt der Etappe des Welterbesteig von Mühldorf nach Spitz an. Wir hatten einen großen Teil des Anstiegs geschafft und konnten nun langsam daran denken, dass es im weiteren Verlauf wieder Richtung Donau gehen würde.
Nach unserer Pause ging es für uns deshalb wieder weiter. Wir hatten inzwischen einen großen Teil der Höhenmeter hinter uns und vor uns lag nun der Weg zurück in Richtung Donau.
Dabei verließen wir den eigentlichen Verlauf des Welterbesteigs von Mühldorf und folgten nun der Jauerlingrunde in Richtung Spitz. Unser Ziel war also nicht Willendorf, sondern wieder das Weingut Lagler in Spitz.
Was jetzt vor uns lag, war allerdings ganz anders als der bisherige Teil der Wanderung. Statt steiler Anstiege und kleiner Orte erwarteten uns lange Waldabschnitte, einsame Wege und eine Landschaft, die mit jedem Kilometer ursprünglicher wirkte.
Und genau dieser Abschnitt sollte uns noch einmal überraschen.
Durch den Wald zurück Richtung Donau
Auf der Jauerlingrunde ging es für uns nun wieder weiter in Richtung Spitz. Nachdem wir zuvor so viele Höhenmeter gesammelt hatten, war es angenehm, dass die Strecke jetzt zunehmend flacher wurde. Trotzdem blieb der Wald unser ständiger Begleiter.
Wir liefen lange Zeit durch eine ruhige und sehr natürliche Landschaft. Besonders schön fanden wir, dass uns auch auf diesem Abschnitt kaum andere Wanderer begegneten. Eigentlich hatten wir erwartet, auf einer Wanderung rund um den Jauerling irgendwann deutlich mehr Menschen zu treffen. Doch wie schon bei einigen anderen Abschnitten unserer Reise waren wir auch hier fast für uns allein unterwegs.
Zwischen Wald und Christbaumplantagen
Weiter ging es durch den Wald und schließlich an mehreren Weihnachtsbaumplantagen vorbei. Nach den Weinbergen der vergangenen Tage war das wieder ein völlig anderes Landschaftsbild.
Kurz darauf erreichten wir Benking. Auch dieser Ort war sehr klein und wirkte ausgesprochen ruhig und verschlafen. Viel Zeit verbrachten wir dort allerdings nicht, denn unser Weg führte schon bald wieder aus dem Ort hinaus und zurück in den Wald.
Je weiter wir in Richtung Spitz kamen, desto ursprünglicher wirkte die Landschaft. Wir liefen vorbei am Hirschen-, Elfer- und Zwölferkogel und immer wieder durch dicht bewachsene Waldabschnitte.
Durch den Regen der vergangenen Tage war der Untergrund inzwischen teilweise deutlich aufgeweicht. Dazu kam das viele Laub, das den Weg stellenweise bedeckte. Wir mussten deshalb weiterhin aufmerksam laufen und immer wieder schauen, wo genau der Weg verlief.
Gleichzeitig hatte dieser Abschnitt etwas ganz Besonderes. Es wurde immer ruhiger um uns herum und wir hatten zunehmend das Gefühl, wirklich mitten durch eine kaum berührte Landschaft zu laufen.
Und dann veränderte sich der Wald noch einmal deutlich.
Immer weiter oberhalb der Donau Richtung Spitz
Je weiter wir durch den Wald liefen, desto stärker veränderte sich die Landschaft. Der Weg wurde stellenweise immer naturbelassener und durch den feuchten Untergrund auch etwas anspruchsvoller. Gleichzeitig gefiel uns gerade dieser Abschnitt besonders gut, weil wir weiterhin fast niemandem begegneten.
An einigen sonnigen Stellen entdeckten wir immer wieder kleine Eidechsen, die es sich auf dem warmen Sandboden gemütlich gemacht hatten. Offenbar waren wir nicht die Einzigen, die an diesem Tag die Sonne genießen wollten. Immer wieder huschte eine vor uns über den Weg oder verschwand blitzschnell zwischen Laub und Steinen, sobald wir näher kamen.


Eine kleine Eidechse war allerdings etwas geduldiger. Sie lag mitten auf dem warmen Boden, sonnte sich und beobachtete uns ganz genau. Während die anderen schon längst das Weite gesucht hatten, blieb sie einfach liegen und schien überhaupt keine Eile zu haben. Wir blieben deshalb ebenfalls kurz stehen und beobachteten sie eine Weile. Solche kleinen Begegnungen machen eine Wanderung für uns immer wieder besonders. Man muss nicht immer ein großes Highlight vor sich haben – manchmal reicht auch einfach ein kleiner Moment am Wegesrand.
Wir liefen nun oberhalb der Donau weiter in Richtung Spitz. Immer wieder konnten wir zwischen den Bäumen hindurch einen Blick auf das Tal erhaschen und wussten dadurch, dass wir unserem Ziel langsam näher kamen.

Die Strecke zog sich trotzdem noch ein gutes Stück. Nach den vielen Höhenmetern vom Beginn der Etappe waren wir inzwischen schon einige Stunden unterwegs und freuten uns darauf, irgendwann wieder aus dem Wald herauszukommen. Gleichzeitig genossen wir die Ruhe dieses Abschnitts, denn außer dem Rascheln des Laubs und unseren eigenen Schritten war kaum etwas zu hören.
Dann veränderte sich die Landschaft plötzlich. Zwischen den Bäumen wurde der Blick weiter und vor uns zeichnete sich immer deutlicher die Burgruine Hinterhaus ab. Nach den langen Waldpassagen war das ein schöner Moment – und gleichzeitig wussten wir jetzt endgültig: Spitz konnte nicht mehr weit entfernt sein.
Die Burgruine Hinterhaus blieb diesmal links liegen
Oberhalb von Spitz kamen wir schließlich bei der Burgruine Hinterhaus aus dem Wald. Von hier hatten wir wieder einen schönen Blick über Spitz und die Donau und gleichzeitig das Gefühl: Jetzt ist es wirklich nicht mehr weit.
Die Ruine selbst wollten wir uns an diesem Tag allerdings nicht mehr anschauen. Wir hatten Spitz bereits von unserem ersten Aufenthalt gut in Erinnerung und wollten nach den 14,8 Kilometern und den vielen Höhenmetern lieber langsam Richtung Ort weiterlaufen.
Also ging es für uns weiter bergab.
Nach den vielen Waldwegen war es schön, wieder Richtung Donau zu kommen. Wir liefen hinunter nach Spitz und damit unserem eigentlichen Ziel dieser Etappe entgegen.
Erst einmal zur Donau
Als wir schließlich unten in Spitz ankamen, hatten wir noch etwas Wichtiges zu erledigen. Wir liefen direkt zur Anlegestelle der DDSG Blue Danube Schifffahrt.
Denn für den nächsten Tag hatten wir noch unseren Gutschein für die Schifffahrt von Spitz beziehungsweise der Wachau zurück nach Krems einzulösen. Unsere Reise sollte am folgenden Tag mit der Fahrt auf der Donau enden und wir wollten deshalb sicherstellen, dass mit unseren Tickets alles passte.
Zu unserer Erleichterung hatten wir außerdem bereits die Nachricht bekommen, dass die Schifffahrt wie geplant stattfinden würde. Das war für uns besonders schön, denn so konnten wir uns schon darauf freuen, die Wachau am nächsten Tag noch einmal vom Wasser aus zu erleben.

Nach dieser kleinen Erledigung gingen wir noch in den örtlichen Supermarkt und besorgten uns etwas zu essen und zu trinken. Nach so vielen Stunden auf den Beinen war das genau das Richtige.
Anschließend schlenderten wir noch ein wenig durch Spitz, bevor wir uns wieder auf den Weg zum Weingut Lagler machten.


Dort wartete nicht nur unser Zimmer auf uns – sondern auch unsere Koffer und ein letzter gemütlicher Abend in der Wachau.
Wieder zurück im Weinhotel Lagler
Als wir am Weingut und Weinhotel Lagler ankamen, wurden wir bereits erwartet. Auch unsere Koffer waren schon wieder da und standen für uns bereit. Nach dem langen Wandertag auf unserer Etappe Welterbesteig von Mühldorf nach Spitz war das natürlich perfekt, denn so konnten wir direkt auf unser Zimmer gehen und mussten uns um nichts mehr kümmern.
Wir machten uns erst einmal frisch und legten eine kleine Pause ein. Immerhin lagen inzwischen 14,8 Kilometer und rund 680 Höhenmeter hinter uns. Gerade der Aufstieg über den Trenning hatte ordentlich Kraft gekostet und auch der weitere Weg durch die Wälder war durch das feuchte Laub und die teilweise anspruchsvollen Wege nicht immer ganz einfach gewesen.
Während wir uns etwas erholten, veränderte sich draußen plötzlich das Wetter. Eben war es noch warm gewesen, doch dann zog über Spitz ein richtig kräftiges Gewitter auf. Der Himmel wurde immer dunkler und kurz darauf begann es plötzlich heftig zu regnen. Wir konnten beobachten, wie der Regen über die Weinberge zog und das Gewitter immer näher kam. Nach so vielen Stunden Wanderung waren wir ehrlich gesagt ziemlich froh, gerade im Trockenen zu sein.
Das Gewitter zog schließlich über Spitz hinweg und genauso schnell, wie es gekommen war, begann sich der Himmel danach wieder etwas aufzuhellen. Und dann zeigte sich sogar noch ein wunderschöner Regenbogen über der Wachau.

Nach diesem langen Wandertag war das irgendwie ein ganz besonderer Abschluss. Erst hatten wir uns stundenlang durch Wald und Weinberge gearbeitet, waren völlig erschöpft in Spitz angekommen und dann konnten wir dieses Naturschauspiel ganz entspannt von unserer Unterkunft aus beobachten.
Und genau deshalb freuten wir uns jetzt umso mehr auf den Abend.
Denn wir wussten bereits, was uns erwartete: ein gemütlicher Abend im Weingarten des Weinguts Lagler. Nach diesem Wandertag konnte es eigentlich keinen schöneren Ort geben, um den Tag bei einem guten Glas Wachauer Wein ausklingen zu lassen.
Ein Abend zwischen den Weinreben
Nachdem wir uns etwas erholt hatten, gingen wir wieder nach draußen in den Weingarten. Und genau hier merkt man wahrscheinlich am besten, warum wir diese Unterkunft so gerne mochten.
Wir saßen zwischen den Weinreben, hatten ein Glas Wein vor uns und konnten einfach den Abend genießen. Kein Rucksack musste mehr getragen werden, keine Höhenmeter warteten auf uns und wir mussten auch nicht überlegen, wo wir als Nächstes hinmussten.
Nach den vergangenen Wandertagen fühlte sich das fast ein bisschen luxuriös an.
Wir probierten wieder verschiedene Weine und ließen uns dabei einfach Zeit. Zwischendurch unterhielten wir uns über die Etappen der letzten Tage, über die vielen schönen Stellen, die wir unterwegs entdeckt hatten, aber natürlich auch über die anstrengenden Abschnitte.
Gerade der Trenning vom Morgen war noch ziemlich präsent. Der steile Aufstieg, das nasse Laub, die teilweise kaum erkennbaren Wege und anschließend der nicht gerade einfache Abstieg – all das fühlte sich schon wieder ein bisschen weiter weg an, während wir nun gemütlich im Weingarten saßen.
Und genau das ist für mich einer der schönsten Aspekte solcher Mehrtagestouren: Man erlebt tagsüber unglaublich viel und ist irgendwann völlig platt. Aber sobald man abends irgendwo sitzt, etwas Gutes trinkt und die Beine ausstreckt, fühlt sich die Anstrengung plötzlich gar nicht mehr so schlimm an.
Wir saßen dort, probierten unsere Weine und ließen den Abend einfach laufen. Es musste nichts mehr passieren.
Ein bisschen Abschiedsstimmung
Trotzdem lag an diesem Abend schon eine kleine Abschiedsstimmung in der Luft. Das Weinhotel Lagler war schließlich nicht nur unsere Unterkunft für eine Nacht gewesen. Wir waren zwischendurch schon einmal hier gewesen und nun kamen wir am Ende unserer Wanderung wieder zurück.
In den vergangenen Tagen waren wir jeden Morgen mit unseren kleinen Tagesrucksäcken losgelaufen und hatten uns Kilometer für Kilometer durch die Wachau bewegt. Jetzt waren wir wieder dort angekommen, wo wir einige Tage zuvor gestartet waren.
Nur unsere Reise war noch nicht ganz zu Ende.
Am nächsten Morgen würden wir Spitz nicht zu Fuß verlassen. Stattdessen wartete noch ein ganz anderer Teil unseres Arrangements auf uns: die Fahrt mit dem Schiff auf der Donau zurück nach Krems.
Für diesen Abend hieß es aber erst einmal einfach genießen. Wir blieben noch eine Weile im Weingarten sitzen, tranken unseren Wein und ließen unsere letzte Nacht in Spitz ganz gemütlich ausklingen.
Und ehrlich gesagt hätten wir es dort noch ziemlich lange ausgehalten können.
FAQ zum Welterbesteig Mühldorf Spitz
Wie lang ist die Etappe des Welterbesteig von Mühldorf nach Spitz?
Wir sind auf unserer Variante 14,8 Kilometer gelaufen und haben dafür etwa 7,5 Stunden benötigt. Dabei kamen rund 680 Höhenmeter im Aufstieg zusammen. Je nach gewählter Route und Abstechern können die Angaben natürlich etwas abweichen.
Wie anspruchsvoll ist der Welterbesteig von Mühldorf nach Spitz?
Wir würden diese Etappe als durchaus anspruchsvoll einschätzen. Vor allem der Aufstieg von Mühldorf auf den Trenning ist steil und auch der anschließende Abstieg erfordert durch schmale, teilweise zugewachsene Wege und feuchtes Laub etwas Trittsicherheit. Danach geht es weiter durch die Waldlandschaft in Richtung Jauerling.
Muss man den Jauerling auf dieser Etappe besteigen?
Nein. Wir selbst sind nicht auf den Gipfel des Jauerlings gestiegen. Unsere Route führte am Jauerling vorbei und anschließend über die Jauerlingrunde weiter in Richtung Spitz.
Wie viele Höhenmeter hat die Etappe des Welterbesteig Mühldorf – Spitz?
Wir haben auf unserer Wanderung rund 680 Höhenmeter im Aufstieg gesammelt. Die genaue Höhenmeterzahl kann je nach Routenverlauf etwas variieren.
Wie ist der Weg auf den Trenning?
Der Aufstieg beginnt direkt nach dem Spitzer Bach und führt in steilen Serpentinen durch den Wald nach oben. Durch das feuchte Laub war der Weg bei unserer Wanderung teilweise schwer zu erkennen. Wir mussten deshalb an einigen Stellen genauer schauen, wo es weiterging.
Braucht man für die Strecke feste Wanderschuhe?
Wir würden auf jeden Fall feste Wanderschuhe empfehlen. Gerade der Aufstieg und Abstieg am Trenning sowie die teilweise schmalen und feuchten Wege sind mit gutem Schuhwerk deutlich angenehmer und sicherer. Hier hätten wir durchaus auch Wanderstöcke gebrauchen können.
Gibt es auf der Strecke eine Möglichkeit zur Einkehr?
Am Naturparkhaus Jauerling kann man einkehren und bei schöner Aussicht etwas essen oder trinken. Wir haben dort eine Pause eingelegt, bevor es für uns auf der Jauerlingrunde weiter Richtung Spitz ging.
Kann man unterwegs eine Jause machen?
Ja. Wir haben unterwegs einen schönen Picknickplatz entdeckt und dort unsere mitgenommene Jause gegessen und etwas Wein getrunken. Gerade bei einer längeren Etappe mit vielen Höhenmetern lohnt es sich, ausreichend Proviant dabeizuhaben.
Ist die Strecke von Mühldorf nach Spitz gut ausgeschildert?
Wir konnten uns grundsätzlich gut orientieren. Durch das viele Laub und die teilweise stark bewachsenen Wege war der Verlauf allerdings nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen. Gerade auf solchen Abschnitten finden wir eine Offline-Karte auf dem Smartphone sehr hilfreich.
Lohnt sich die Etappe von Mühldorf nach Spitz?
Für uns auf jeden Fall. Die Strecke ist abwechslungsreich und führt von Mühldorf über den Trenning durch Waldlandschaften rund um den Jauerling und schließlich wieder hinunter nach Spitz. Besonders schön fanden wir die Ruhe unterwegs und die vielen unterschiedlichen Landschaftseindrücke.
Kann man die Etappe bei Bedarf abkürzen oder anpassen?
Wir finden: unbedingt. Gerade bei einer Mehrtagestour sollte man nicht das Gefühl haben, eine vorgegebene Route um jeden Preis schaffen zu müssen. Wetter, Wegbedingungen und die eigene Tagesform können immer eine Rolle spielen. Für uns gehört es deshalb genauso zum Wandern dazu, die Route an die aktuellen Bedingungen anzupassen und auf den eigenen Körper zu hören.
Unser Fazit zur fünften Etappe des Welterbesteig von Mühldorf nach Spitz
Die fünfte Etappe des Welterbesteig von Mühldorf nach Spitz war für uns noch einmal eine richtig abwechslungsreiche Wanderung. Mit 14,8 Kilometern, rund 680 Höhenmetern und etwa 7,5 Stunden waren wir lange unterwegs und haben dabei ordentlich Höhenmeter gesammelt.
Besonders der Beginn hatte es in sich. Der Aufstieg auf den Trenning war steil und durch das feuchte Laub teilweise anspruchsvoll. Auch der Abstieg war nicht unbedingt einfacher, denn die schmalen und teilweise zugewachsenen Wege verlangten einiges an Konzentration.
Danach ging es weiter durch die Wälder in Richtung Jauerling. Auch wenn wir den Jauerling selbst nicht bestiegen haben, war dieser Abschnitt für uns ein schöner Teil der Etappe. Das Naturparkhaus mit seiner Aussicht war ein toller Zwischenpunkt und die anschließende Jauerlingrunde führte uns durch eine sehr ruhige und teilweise fast unberührte Landschaft zurück Richtung Spitz.
Besonders schön fanden wir, dass wir auch auf diesem Abschnitt wieder fast allein unterwegs waren. Wir konnten in aller Ruhe wandern, zwischendurch an einem schönen Platz unsere Jause und einen Schluck Wein genießen und einfach die Landschaft auf uns wirken lassen.
Mit dem Erreichen von Spitz war dann auch unsere eigentliche Wanderung beendet. Ein bisschen wehmütig waren wir schon, denn die vergangenen Tage waren unglaublich abwechslungsreich gewesen und wir hatten uns inzwischen an unseren Rhythmus aus Wandern, Pausen, Wein und dem nächsten Etappenziel gewöhnt.
Gleichzeitig war es schön, wieder im Weinhotel Lagler anzukommen und dort unseren letzten Abend in der Wachau zu verbringen.
Aber ganz vorbei war unsere Reise noch nicht.
Am nächsten Morgen wartete noch ein besonderer Abschluss auf uns: Wir würden die Wachau nicht mehr zu Fuß erleben, sondern vom Wasser aus. Mit dem Schiff sollte es auf der Donau zurück nach Krems gehen.
Und genau diesen letzten Tag möchte ich euch in einem eigenen Beitrag zeigen – denn auch eine Schifffahrt kann ein richtig schöner Abschluss einer Wanderreise sein.
Hier gibt’s unsere Eindrücke zu den weiteren Etappen:
- Krems Welterbesteig Wachau
- Welterbesteig Krems Dürnstein: Unsere 1. Etappe
- Welterbesteig Dürnstein Weißenkirchen: Unsere 2. Etappe
- Welterbesteig Weißenkirchen Spitz: Unsere 3. Etappe
- Welterbesteig Spitz Mühldorf: Unsere 4. Etappe
- Welterbesteig Mühldorf Spitz: Unsere 5. Etappe
- Schifffahrt Spitz Krems: Mit dem Schiff durch die Wachau
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Wenn ihr nichts verpassen möchtet, folgt mir dort gerne und begleitet mich auf meinen nächsten Abenteuern.