Pilatus Wanderung

Unser Abstieg vom Pilatus nach Alpnach mit 1.560 Höhenmetern
Die Pilatus Wanderung gehört für viele zu den schönsten Bergtouren rund um Luzern. Während die meisten Besucher mit der Zahnradbahn auf den Gipfel fahren und anschließend wieder ins Tal zurückkehren, haben wir uns bewusst für den langen Abstieg nach Alpnach entschieden.
Wichtiger Hinweis vorab – alpines Gelände am Pilatus
Sobald man die Bergstation bzw. das Plateau des Pilatus verlässt, befindet man sich im alpinen Gelände. Der Abstieg ist kein Spaziergang, sondern eine anspruchsvolle Bergwanderung über steile, teils schmale und serpentinenreiche Wege.
👉 Diese Tour ist nur für trittsichere Wanderer mit geeigneter Ausrüstung, festem Schuhwerk und Erfahrung im alpinen Gelände zu empfehlen.
Parken am Pilatus – praktisch direkt am Bahnhof
Direkt am Bahnhof stehen Parkplätze zur Verfügung, die etwa 5 Franken pro Tag kosten. Besonders praktisch fanden wir, dass man hier auch bequem per App parken kann und die Parkdauer flexibel anpassen kann.
Genau diese Flexibilität haben wir in der Schweiz sehr geschätzt, da wir oft nicht genau wussten, wie lange unsere Wanderungen oder Ausflüge tatsächlich dauern würden.
So konnten wir den Tag entspannt starten, ohne uns Gedanken über eine feste Parkzeit machen zu müssen.
Pilatus Wanderung – Mit der Zahnradbahn auf den Gipfel

Bereits die Fahrt mit der Bahn auf den Pilatus war für uns ein besonderes Erlebnis und der perfekte Start in den Tag. Die Strecke führt in steilen Abschnitten meist eingleisig durch zahlreiche Tunnel und schlängelt sich dabei immer weiter hinauf in die Bergwelt.
Immer wieder öffnen sich zwischendurch beeindruckende Ausblicke auf die umliegende Landschaft, bevor die Bahn wieder im nächsten Tunnel verschwindet. Gerade dieser ständige Wechsel zwischen Dunkelheit und Panorama macht die Fahrt so einzigartig.
Die modernen Zahnradbahnen wirken dabei sehr komfortabel und sicher, sodass man die Fahrt entspannt genießen kann.

Wichtig ist jedoch: Es lohnt sich, die Tickets im Voraus online zu buchen oder sehr früh vor Ort zu sein. Gerade in der Hauptsaison kann es sonst zu längeren Wartezeiten kommen, da die Bahn stark nachgefragt ist.
Ankunft auf dem Pilatus – kurzer Blick und bewusste Entscheidung
Für viele ist der Ausblick von der Bergstation das eigentliche Highlight. Für uns war es dagegen der Start unseres eigentlichen Erlebnisses: der Abstieg.
Wir haben uns bewusst entschieden, nur kurz auf der Plattform zu bleiben, die Aussicht zu genießen und anschließend direkt loszugehen. Uns war klar, dass uns ein langer und anstrengender Abstieg bevorsteht – über 1.560 Höhenmeter und rund 11,6 Kilometer Strecke. Also begannen wir unsere Pilatus Wanderung recht zügig.
Alphorn am Morgen – bevor der Abstieg beginnt

Während wir gerade den Blick von der Bergstation aus über die umliegende Bergwelt, die Seilbahn und den Vierwaldstättersee genossen, hörten wir plötzlich ein Alphorn.
Neugierig suchten wir sofort nach der Quelle des Klangs und entdeckten einen älteren Herrn, der auf der Terrasse der Bergstation stand und dort sein Alphorn spielte. Der Klang breitete sich über das gesamte Plateau aus und zog viele Besucher in seinen Bann.
Für einen kurzen Moment blieben wir stehen, hörten zu und ließen diese besondere Stimmung auf uns wirken, bevor wir uns schließlich auf den Weg in den Abstieg machten.
Der erste Abschnitt des Abstiegs – steil ins Geröll
Der Einstieg in den Abstieg beginnt direkt sehr steil. Über schmale, teils geröllige Wege führt der Pfad vom Gipfelplateau hinunter in Richtung Tal.
Schon hier merkt man deutlich, dass man sich in alpinem Gelände bewegt – der Untergrund ist anspruchsvoll und erfordert volle Konzentration bei jedem Schritt.
Nach und nach wird die Landschaft jedoch grüner, und wir erreichten eine erste Senke, in der sich die Wege etwas öffneten und die Umgebung ruhiger wirkte.
Besonders beeindruckend war, dass wir in den schattigen Bereichen noch Schneefelder entdecken konnten, die sich teilweise bis in diese Höhenlage gehalten hatten – ein spannender Kontrast zur bereits sommerlichen Stimmung oben auf dem Plateau.

Pilatus Wanderung – Frühstück zwischen den Felsen
Nach dem ersten anspruchsvollen Abschnitt unserer Pilatus Wanderung und der erste Abstieg erreichten wir eine kleine Senke, in der sich mehrere Wanderwege kreuzten. Da es an diesem Tag recht windig war, suchten wir uns einen möglichst geschützten Platz und fanden ihn im Schatten einiger Felsen.
Genau dort legten wir unsere erste längere Pause ein und frühstückten – ehrlich gesagt einer der schönsten Frühstücksplätze unserer gesamten Schweiz-Rundreise.

Bereits am Morgen hatten wir uns im Coop in der Nähe unseres Hotels mit allem eingedeckt, was wir für ein einfaches Wanderfrühstück brauchten: frische Brötchen, Käse, Marmelade, Hummus und ein paar Tomaten. Mehr braucht es manchmal gar nicht, wenn man mitten in einer so beeindruckenden Berglandschaft sitzt.
Wir haben bei solchen Touren grundsätzlich immer eigenes Besteck dabei und achten selbstverständlich auch darauf, unseren gesamten Müll wieder mit ins Tal zu nehmen. Gerade in einer so sensiblen Umgebung ist es uns wichtig, die Natur so zu hinterlassen, wie wir sie vorgefunden haben.
Während wir frühstückten, konnten wir zurück bis zum Gipfel des Pilatus blicken und gleichzeitig beobachten, wie sich die Zahnradbahn langsam den Berg hinaufschlängelte. Immer wieder kamen neue Besucher oben an, während wir bereits mitten auf unserem Abstieg waren.

Alphornklänge und neugierige Dolen
Kurz darauf hörten wir in der Ferne erneut die Klänge eines Alphorns. Der Klang hallte durch die Berge und sorgte für eine ganz besondere Atmosphäre. Es war einer dieser Momente, in denen man einfach innehält und den Augenblick genießt.
Auch auf dem Wanderweg gab es einiges zu beobachten. Immer wieder begegneten uns Wanderer, die den Pilatus hinaufstiegen. Besonders überrascht waren wir allerdings, als plötzlich ein Mountainbiker genau den schmalen, steilen Weg hinunterfuhr, den wir wenige Minuten zuvor noch vorsichtig zu Fuß bewältigt hatten. Mit dem Fahrrad erschien uns diese Strecke noch einmal um einiges anspruchsvoller.
Ganz ungestört blieb unser Frühstück allerdings nicht. Schnell bemerkten die neugierigen Dolen, dass es bei uns etwas zu holen geben könnte. Immer wieder kamen sie erstaunlich nah heran und beobachteten jede unserer Bewegungen. Zum Glück blieben sie höflich und beschränkten sich aufs Zuschauen – trotzdem sorgten sie für den einen oder anderen schmunzelnden Moment während unserer Pause.
Rückblickend war genau diese erste Rast einer der Momente, die uns von der gesamten Wanderung besonders in Erinnerung geblieben sind. Nicht wegen eines spektakulären Aussichtspunktes oder einer Sehenswürdigkeit, sondern weil hier einfach alles zusammenpasste: die Ruhe, die Bergkulisse, das Alphorn in der Ferne und das Gefühl, den Tag genau richtig begonnen zu haben.
Weiterer Abstieg – von alpinem Gelände in eine neue Landschaft
Gut gestärkt und mit einem letzten Blick zurück zum Gipfelplateau setzten wir unsere Wanderung fort. Noch einmal hielten wir kurz inne, um zu schauen, welchen Weg wir nehmen würden.

Zur Auswahl standen zwei Varianten: ein Weg über die Mittelstation hinunter ins Tal oder die etwas längere Route über den hinteren Abstieg. Wir entschieden uns bewusst für die zweite Variante, da wir den Weg in Ruhe erleben und möglichst viel von der Landschaft mitnehmen wollten.
Wandel der Landschaft – von Felsen zu blühenden Wiesen
Mit jedem Höhenmeter, den wir verloren, veränderte sich auch die Umgebung spürbar. Der Weg wurde breiter, weniger steil und deutlich angenehmer zu gehen.
Die Vegetation wechselte nahezu sichtbar. Plötzlich standen wir zwischen blühenden Azaleen und vielen Pflanzen, die wir zuvor noch nie bewusst wahrgenommen hatten. Auch Enzian, Thymian und zahlreiche weitere alpine Blumen säumten den Weg.

Es wirkte fast so, als würden wir durch verschiedene Jahreszeiten wandern – oben noch raues, alpines Gelände und weiter unten bereits eine fast frühlingshafte Landschaft. Während im Tal längst Sommer herrschte, zeigte sich hier oben eine ganz eigene Naturstimmung.
Erste Almen, Kühe und das Leben im Berg
Schon bald wurde in der Ferne eine kleine bewohnte Alp sichtbar, die mit jedem Schritt näher rückte. Zum ersten Mal an diesem Tag hörten wir auch Kühe – ein deutliches Zeichen dafür, dass wir uns wieder in bewohnteren Regionen bewegten.
Der Weg führte uns vorbei an der Alp und weiter über eine Forststraße, die sich gemächlich durch die Landschaft zog. Die Atmosphäre wurde ruhiger, weniger felsig und deutlich „sanfter“.
Unerwarteter Halt an der Alp – Brunnen mit Selbstbedienung

Kurz darauf erreichten wir eine weitere kleine Alp. Direkt vor der Tür stand ein Brunnen mit Getränken zur Selbstbedienung – eine schöne und sehr einladende Idee für Wanderer.
Leider hatten wir zu diesem Zeitpunkt kein Schweizer Franken Bargeld dabei, sodass wir die Getränke nicht nutzen konnten. Trotzdem war es ein sympathischer Moment, der zeigt, wie gastfreundlich viele dieser Orte gestaltet sind.
Grillplatz mitten in der Natur – perfekte Pause unterwegs
Nur wenig später stießen wir auf einen öffentlichen Grillplatz mitten in der Natur. Verschiedene Grillstellen, Sitzgelegenheiten und sogar Holz waren vorhanden. In unmittelbarer Nähe plätscherte ein kleiner Bach, was den Ort noch idyllischer machte.

Auch ein einfaches Plumsklo war vorhanden, was für diese abgelegene Lage absolut praktisch war.
Hier legten wir schließlich eine weitere kurze Pause ein, bevor wir den Abstieg weiter Richtung Tal fortsetzten.
Pilatus Wanderung – Schmetterlinge, Blumen und ein blinder Passagier
Nach unserer kleinen Pause machten wir uns wieder auf den Weg. Der nächste Abschnitt führte zunächst über eine Wiese, die voller Leben war. Überall flatterten Schmetterlinge zwischen den Blumen umher – viele Arten hatten wir zuvor noch nie gesehen.



Einer von ihnen sorgte für einen ganz besonderen Moment: Er landete plötzlich auf meiner Schulter und ließ sich ein Stück des Weges von mir tragen. Ein kleiner blinder Passagier, der unsere Pilatus Wanderung für einen Moment begleitete und uns ein Lächeln ins Gesicht zauberte.
Gerade solche unerwarteten Begegnungen sind es, die eine Wanderung für uns unvergesslich machen.
Über den Bach und weiter Richtung Tal
Kurz hinter der Wiese wurde der Weg noch einmal deutlich steiler. In vielen Serpentinen führte er hinunter zu einem kleinen Gebirgsbach, den wir überqueren mussten.
Danach wechselte die Landschaft erneut. Der Weg wurde wieder breiter und verlief zunächst über eine Forststraße vorbei an einer weiteren Alp. Alles schien zunächst eindeutig – bis wir plötzlich nicht mehr wussten, wie es weitergeht.
Kurz orientierungslos – welcher Weg ist der richtige?
Die Wegweiser waren an dieser Stelle nicht ganz eindeutig, und auch unsere Wander-App half uns nur bedingt weiter.
Folgten wir der Forststraße, entfernten wir uns immer weiter von unserem eigentlichen Ziel. Der alternative Wanderweg führte dagegen quer über eine Kuhweide. Allerdings war der Pfad durch die vielen Kühe so stark zertrampelt, dass er kaum noch zu erkennen war.
Wir hielten deshalb erst einmal an und schauten uns in Ruhe um. Lieber ein paar Minuten länger überlegen als auf einer Bergwanderung einen falschen Weg einschlagen.
Nach einigem Hin und Her entdeckten wir schließlich doch den schmalen Pfad, der weiterführte. Er verschwand langsam im Wald – und dort wartete eines der schönsten Erlebnisse des ganzen Tages auf uns.
Eine Begegnung, die wir nie vergessen werden
Mein Mann lief einige Meter hinter mir, deshalb blieb ich kurz stehen und wartete auf ihn.
Als ich mich umdrehte, erschrak ich zunächst. Direkt neben dem Wanderweg saß auf einem umgestürzten Baumstamm tatsächlich eine kleine Eule – mitten am helllichten Tag.
Für einen Moment konnten wir unser Glück kaum fassen.



Natürlich hielten wir sofort Abstand und beobachteten sie nur aus der Entfernung. Mit dem Zoom unserer Kamera konnten wir einige Fotos und Videos aufnehmen, ohne das Tier zu stören. Weder versuchten wir näher heranzugehen noch die Eule anzufassen.
Währenddessen hörten wir in der Ferne immer wieder Rufe, die vermutlich von einem Elterntier stammten. Wir hatten das Gefühl, beobachtet zu werden und merkten schnell, dass unsere Anwesenheit nicht ganz willkommen war.
Deshalb genossen wir diesen besonderen Moment nur für kurze Zeit, machten einige Erinnerungsfotos und setzten unsere Wanderung anschließend sofort fort, damit die Tiere wieder ihre Ruhe hatten.
Rückblickend war genau diese Begegnung für uns eines der größten Highlights der gesamten Pilatus-Wanderung. Solche Momente kann man nicht planen – sie passieren einfach. Und vielleicht sind genau sie es, die einem noch Jahre später als Erstes wieder einfallen.
Pilatus Wanderung – Durch den Wald Richtung Tal
Nach der besonderen Begegnung mit der kleinen Eule setzten wir unsere Wanderung fort. Noch eine ganze Weile beschäftigte uns dieses Erlebnis. Immer wieder sprachen wir darüber und konnten kaum glauben, was wir gerade erlebt hatten.

Genau deshalb lieben wir das Wandern so sehr. Wir schauen nicht nur auf den Weg vor uns oder darauf, möglichst schnell am Ziel anzukommen. Stattdessen halten wir immer wieder an, schauen nach rechts und links und nehmen uns bewusst Zeit, unsere Umgebung wahrzunehmen. Oft sind es genau diese kleinen Momente, die eine Wanderung unvergesslich machen.
Der schmale Waldweg führte uns weiter bergab, bis wir schließlich wieder auf eine Forststraße trafen. Dort waren jedoch regelmäßig Holztransporter unterwegs. Da uns die Straße an einigen Stellen zu schmal erschien, querten wir sie und folgten lieber dem parallel verlaufenden Wanderweg durch den Wald.
Erst als die Forststraße später deutlich breiter wurde und ausreichend Platz bot, wechselten wir wieder auf sie und setzten unseren Weg gemütlich Richtung Tal fort.
Pilatus Wanderung – Die letzten Kilometer bis Alpnach
Je weiter wir abstiegen, desto mehr veränderte sich die Landschaft. Vorbei an einem wunderschönen Wasserfall öffnete sich schließlich das Tal vor uns.
Zum ersten Mal konnten wir unser Ziel bereits erkennen. Dieses Gefühl gab noch einmal neue Motivation für die letzten Kilometer.

Anstatt den langen Schleifen der Forststraße zu folgen, nutzten wir den ausgeschilderten Wanderweg über die Wiesen. Gerade bei den mittlerweile sommerlichen Temperaturen waren wir froh über jede Abkürzung, die uns einige Höhenmeter und Zeit ersparte.
Langsam wurde aus der Berglandschaft wieder ein kleiner Ort. Die Wanderung näherte sich ihrem Ende.
Die letzten Naturbeobachtungen vor dem Ziel
Doch selbst auf den letzten Metern hielt die Natur noch einige Überraschungen für uns bereit.
Eine kleine Eidechse sonnte sich am Wegesrand und verschwand blitzschnell zwischen den Steinen, als wir näher kamen. Wenig später entdeckten wir hoch oben auf einem Strommast einen Greifvogel, den wir als Steinadler erkannten.


Auch diese beiden Begegnungen zeigten uns noch einmal, wie vielfältig die Tierwelt rund um den Pilatus ist.
Pilatus Wanderung – Die letzten Meter zur Talstation
So langsam merkten wir die Anstrengung der vergangenen Stunden deutlich. Unsere Beine wurden schwer und auch unser Wasservorrat neigte sich langsam dem Ende zu.
Mit etwas mehr als 11 Kilometern wirkt die Strecke auf den ersten Blick gar nicht besonders lang. Doch die rund 1.560 Höhenmeter bergab, die vielen steilen Abschnitte und die warmen Temperaturen machten diese Wanderung deutlich anspruchsvoller, als es die reine Kilometerzahl vermuten lässt.
Als wir schließlich die Talstation erreichten, waren wir ehrlich gesagt froh, einfach nur noch die letzten Meter bis zu unserem Auto laufen zu müssen.
Die Wanderung hatte uns körperlich einiges abverlangt – gleichzeitig war sie aber auch eine der schönsten Touren unserer gesamten Schweiz-Rundreise.
Fazit zur Pilatus Wanderung
Wenn mich heute jemand fragt, was mir von unserer Wanderung am Pilatus am meisten in Erinnerung geblieben ist, dann denke ich nicht zuerst an den Gipfel oder die beeindruckende Aussicht über den Vierwaldstättersee.
Ich denke an das Alphorn, das am frühen Morgen über die Berglandschaft klang. An unser Frühstück zwischen den Felsen mit Blick auf die Zahnradbahn. An den Schmetterling, der sich für ein Stück des Weges auf meiner Schulter niederließ. Die blühenden Bergwiesen, die kleinen Alpen und den Wasserfall. Und vor allem denke ich an die kleine Eule, die völlig unerwartet am helllichten Tag direkt neben dem Wanderweg auf einem Baumstamm saß.
Genau solche Momente kann man nicht planen. Sie passieren einfach, wenn man sich Zeit nimmt und mit offenen Augen unterwegs ist.
Warum uns die Pilatus Wanderung so begeistert hat
Vielleicht liegt genau darin für uns der Zauber des Wanderns. Wir laufen nicht einfach nur einen Berg hinauf oder hinunter, um möglichst schnell am Ziel anzukommen oder möglichst viele Kilometer zu sammeln. Wir bleiben immer wieder stehen, schauen nach rechts und links, beobachten Tiere, genießen die Landschaft und lassen die Natur auf uns wirken.
Gerade weil wir aus der Berliner Großstadt kommen, bedeuten uns solche Tage unglaublich viel. Im Alltag sind wir von Verkehr, Menschen und Terminen umgeben. Umso mehr genießen wir die Ruhe in den Bergen. Das Rauschen eines Baches, Kuhglocken in der Ferne, das Zwitschern der Vögel oder einfach einen Moment ganz ohne Handyempfang – genau das ist für uns echter Luxus und der perfekte Ausgleich zum Alltag.
Ist die Pilatus Wanderung für Anfänger geeignet?
Gleichzeitig möchten wir aber auch ehrlich sagen: Diese Tour ist keine Wanderung für Anfänger.
Der Abstieg vom Pilatus verlangt dem Körper einiges ab. Mit rund 1.560 Höhenmetern bergab, etwa 11,6 Kilometern Strecke und einer Gehzeit von knapp sechs Stunden werden Knie, Muskeln und Konzentration dauerhaft gefordert. Besonders die ersten Abschnitte führen über steile, schmale und teilweise geröllige Wege im alpinen Gelände. Hier sind Trittsicherheit, eine gute Grundkondition und festes Schuhwerk unbedingt erforderlich.

Wer bisher nur einfache Wanderungen kennt oder noch keine Erfahrung im Gebirge gesammelt hat, sollte diese Tour nicht unterschätzen. Auch das Wetter spielt am Pilatus eine wichtige Rolle. Sonnenschein im Tal bedeutet nicht automatisch angenehme Bedingungen am Berg. Ausreichend Wasser, Sonnenschutz und passende Kleidung gehören deshalb ebenso zur Ausrüstung wie ein sicherer Tritt.
Wer diese Voraussetzungen mitbringt und sich genügend Zeit nimmt, wird jedoch mit einer außergewöhnlich abwechslungsreichen Wanderung belohnt. Kaum eine Tour, die wir bisher gemacht haben, hat auf so kurzer Strecke so viele unterschiedliche Landschaften geboten – vom felsigen Gipfelplateau über blühende Bergwiesen und idyllische Alpen bis hin zu schattigen Waldwegen und dem Tal.
Für uns gehört der Abstieg vom Pilatus deshalb zu den schönsten Wanderungen unserer gesamten Schweiz-Rundreise. Nicht, weil sie die schwierigste oder spektakulärste Tour war, sondern weil sie uns wieder einmal gezeigt hat, warum wir das Wandern so lieben.
Manchmal sind es nicht die großen Sehenswürdigkeiten, die eine Reise unvergesslich machen – sondern der Schmetterling auf der Schulter, das Alphorn in der Ferne oder eine kleine Eule am Wegesrand.
Häufige Fragen zur Pilatus Wanderung nach Alpnach
Wie lange dauert die Pilatus Wanderung nach Alpnach?
Die reine Gehzeit hängt stark vom Tempo und den Pausen ab. Für unsere Wanderung vom Pilatus nach Alpnach haben wir mit Pausen fast sechs Stunden benötigt.
Die Strecke ist mit rund 11,6 Kilometern nicht extrem lang, aber die etwa 1.560 Höhenmeter bergab machen die Tour körperlich anspruchsvoll.
Ist die Pilatus Wanderung für Anfänger geeignet?
Aus unserer Sicht eher nicht.
Der Abstieg führt teilweise durch alpines Gelände mit steilen, schmalen und gerölligen Abschnitten. Trittsicherheit, festes Schuhwerk und eine gute Grundkondition sind unbedingt notwendig.
Wer bisher nur leichte Wanderungen gemacht hat, sollte lieber mit einer einfacheren Tour am Pilatus starten.
Was sollte man für die Pilatus Wanderung mitnehmen?
Wichtig sind vor allem feste Wanderschuhe, ausreichend Wasser, Sonnenschutz und wetterangepasste Kleidung.
Gerade beim Abstieg sollte man nicht unterschätzen, wie sehr Knie und Muskulatur durch viele Höhenmeter bergab beansprucht werden.
Lohnt sich der Abstieg vom Pilatus nach Alpnach?
Ja, wenn man gerne wandert und die passende Erfahrung mitbringt.
Die Tour bietet unglaublich abwechslungsreiche Landschaften – von felsigem Berggelände über blühende Wiesen und Alpen bis hin zu Waldwegen. Für uns gehörte sie zu den schönsten Wanderungen unserer Schweiz Rundreise.
Kann man den Pilatus auch ohne Wanderung besuchen?
Ja, der Pilatus lässt sich auch bequem mit den Bergbahnen besuchen.
Viele Besucher fahren mit der Zahnradbahn oder Seilbahn hinauf, genießen die Aussicht und fahren anschließend wieder ins Tal. Die Wanderung nach Alpnach ist nur eine Möglichkeit für alle, die den Berg intensiver erleben möchten.
Nächster Stopp unserer Schweiz-Rundreise
Nach einer weiteren Nacht im FERUS Hotel verabschiedeten wir uns von Luzern und machten uns auf den Weg Richtung Interlaken. Statt die Autobahn zu nehmen, fuhren wir bewusst über die Landstraße und entdeckten unterwegs den traumhaften Lungernsee mit seinem türkisblauen Wasser.
👉 Warum sich ein Zwischenstopp am Lungernsee unbedingt lohnt, erfahrt ihr hier im nächsten Beitrag.
Mehr Eindrücke auf Instagram & TikTok
Auf Instagram und TikTok unter @Na.dins_welt nehme ich euch mit auf unsere Reisen und zeige euch viele weitere Eindrücke, Reels, Tipps und Behind-the-Scenes aus der Schweiz.
Dort erwarten euch nicht nur beeindruckende Landschaften, sondern auch Wanderungen, besondere Unterkünfte, Ausflugstipps und viele Momente, die es nicht in den Blog geschafft haben.
Wenn ihr nichts verpassen möchtet, folgt mir dort gerne und begleitet mich auf meinen nächsten Abenteuern.
Fragen zu meiner Schweiz Rundreise?
Habt ihr Fragen zu diesem Beitrag oder plant selbst eine Reise in die Schweiz?
Dann schreibt mir gerne eine E-Mail an Nadine@nadinswelt.de, nutzt das Kontaktformular auf Nadinswelt.de oder schreibt mir einfach direkt über Instagram oder TikTok. Ich freue mich immer über eure Nachrichten und helfe euch gerne mit meinen persönlichen Erfahrungen weiter.
Weitere Reiseberichte unserer 14-tägigen Schweiz Rundreise
Dieser Beitrag ist Teil meiner 14-tägigen Schweiz Rundreise. Nach und nach entstehen hier ausführliche Reiseberichte mit vielen Tipps, Wanderungen, Sehenswürdigkeiten und persönlichen Erfahrungen.
Schaut auch in diese Beiträge hinein:
- Unsere Schweiz Rundreise in 14 Tagen – Route, Highlights & Tipps (Übersichtsbeitrag)
- Rheinfall Schweiz – Lohnt sich ein Besuch wirklich?
- Zürichsee – unser Zwischenstopp auf dem Weg nach Luzern
- Ferus Hotel und Restaurant- Mehr als nur eine Unterkunft
- Luzern – Sehenswürdigkeiten & Tipps
- Pilatus Wanderung – Unser Abstieg vom Pilatus nach Alpnach mit 1.560 Höhenmetern
- Lungernsee – einer der schönsten Seen der Schweiz
- Giessbachfall Schweiz – Tipps & Grandhotel
- Brienz Schweiz – Unser entspannter Spaziergang am Brienzersee
- Iseltwald Schweiz – Lohnt sich der berühmte Netflix-Steg am Brienzersee?
- Unterkunft bei Interlaken mit Jungfrau-Blick
- Lauterbrunnen an einem Tag: Tipps & Sehenswürdigkeiten
- Trümmelbachfälle: Tipps & unser Erlebnis im Lauterbrunnental
- Mürren Wanderung – Wasserfall Sprutz & Berner Oberland
- Gelmerbahn in der Schweiz
- Vom Grimselpass zur Rhonegletscher Eishöhle
- Ferienwohnung Tessin
- BoBosco Trail im Verzascatal: Wandern mit der Holzkugel
- Ponte dei Salti: Instagram-Hotspot mit kristallklarem Wasser
- Sonogno im Verzascatal: Unser Besuch im hintersten Dorf des Tals
- Foroglio Wasserfall im Tessin
- Ascona Tessin: Mediterranes Flair am Lago Maggiore
- San Bernardino Pass: Alpenstraße durch die Schweiz
- Viamala-Schlucht: Unser spontaner Besuch in Graubünden
- Rheinschlucht mit dem Auto: Unser spontaner Ausflug
- Urlaub auf dem Bauernhof in Graubünden
- Wasserfall-Arena Batöni Wanderung
- Heididorf Maienfeld in der Schweiz: Lohnt es sich?
- Taminaschlucht Bad Ragaz: Altes Bad Pfäfers entdecken
- Vaduz Liechtenstein – Lohnt sich ein spontaner Besuch?
- Appenzeller Ferienkarte
- Ebenalp-Äscher-Seealpsee: Unsere Wanderung im Alpstein
- Bollenwees – Übernachten auf einer Alp
- Bollenwees Widderalp Meglisalp Wasserauen
- Tipps für eure Schweiz Rundreise – Kosten, Vignette & Spartipps
Jeder Beitrag baut auf dem vorherigen auf und nimmt euch Schritt für Schritt mit auf unsere Reise durch die Schweiz. Schaut also gerne vorbei.