Cottbuser Ostsee Tagesausflug & Rundweg
Vom Tagebau zum Naturparadies
Der Cottbuser Ostsee Tagesausflug war für uns der erste Besuch an diesem besonderen Ort in Brandenburg. Wir hatten nach einem Ziel gesucht, das nicht zu weit von Berlin entfernt ist und trotzdem eine völlig neue Landschaft bietet.

Der Cottbuser Ostsee ist eines dieser Ziele, die auf den ersten Blick gar nicht so weit weg wirken – und trotzdem fühlt es sich an, als würde man in eine völlig andere Landschaft eintauchen. Für uns war es der erste Besuch dort und gleichzeitig ein spontaner Tagesausflug, weil wir etwas gesucht haben, das nicht zu weit von Berlin entfernt liegt.
Mit dem Auto fährt man etwa 1 1/2 Stunden bis in die Region Cottbus. Das ist für einen Tagestrip absolut machbar und genau richtig, wenn man einfach mal raus möchte. Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Cottbuser Ostsee grundsätzlich erreichbar, allerdings ist die Anreise etwas umständlicher, da viele Bereiche außerhalb von Cottbus liegen und man noch ein Stück weiterfahren oder laufen muss.
Cottbuser Ostsee Tagesausflug: Aussichtsturm Merzdorf & erster Eindruck

Unser Startpunkt war der Aussichtsturm in Merzdorf. Dort haben wir auch geparkt und sind zuerst direkt hinaufgestiegen. Schon in dem Moment wurde uns klar, wie besonders dieser Ort ist.
Von oben hat man einen beeindruckenden Blick über den Cottbuser Ostsee – oder besser gesagt: über das, was einmal ein gigantischer Tagebau war und heute langsam zu einem der größten künstlichen Seen Deutschlands wird.
Diese Dimensionen sind kaum greifbar. Man sieht sehr deutlich, wie groß der ehemalige Tagebau gewesen sein muss und gleichzeitig, wie sich die Landschaft Stück für Stück verändert. Der See ist noch im Entstehen, viele Uferbereiche wirken noch roh und offen, während andere schon beginnen, sich zu begrünen.
Genau dieser Übergang macht den Ort so spannend: Es ist kein fertiges Naturparadies, sondern ein Landschaftsprojekt mitten in der Entwicklung.
Cottbuser Ostsee Tagesausflug: Vom Tagebau zum entstehenden See
Der Cottbuser Ostsee entsteht durch die Flutung eines ehemaligen Braunkohletagebaus, der bis etwa 2015 noch aktiv war. Danach begann ein langfristiger Prozess der Renaturierung und Flutung.
Dabei stellt sich vielen – uns eingeschlossen – die Frage: Wie kommt eigentlich Leben in so einen neuen See?
Der neue Cottbuser Ostsee wird über mehrere Zuläufe gespeist. Über diese Wasserverbindungen gelangen nicht nur Wasser, sondern auch natürliche Organismen wie Fische in das entstehende Gewässer. Zusätzlich entwickeln sich Ökosysteme mit der Zeit ganz von selbst, sobald sich stabile Wasser- und Uferzonen bilden.
Auch wir haben uns genau diese Frage gestellt, als wir unterwegs waren, weil man an manchen Stellen bereits kleine Fischbestände und sehr viel Bewegung im Wasser sehen kann.



Naturerlebnis beim Cottbuser Ostsee Tagesausflug: Ringelnatter am Wasser
Einer der intensivsten Momente unseres Ausflugs war ein kleines Naturhighlight, das wir so noch nie erlebt haben.
An einem der Zuläufe haben wir eine Ringelnatter gesehen, die gerade einen Fisch gefressen hat – direkt vor unseren Augen.
Dieser Moment war gleichzeitig faszinierend und überraschend. Man steht dort, schaut eigentlich nur auf das Wasser, und plötzlich spielt sich ein vollständiger Naturvorgang ab, den man sonst höchstens aus Dokumentationen kennt.

Die Ringelnatter ist übrigens eine ungiftige Wasserschlange, die in Deutschland recht häufig vorkommt, aber selten so gut zu beobachten ist. Sie lebt bevorzugt in Gewässernähe und ernährt sich hauptsächlich von Amphibien und kleinen Fischen.
Für uns war das ein echtes einmaliges Naturschauspiel, das den gesamten Ausflug besonders gemacht hat.
Strecke & Route – viel größer als gedacht
Unsere Tour startete am Aussichtsturm Merzdorf und führte uns zunächst zum Einlaufbauwerk des Cottbuser Ostsee. Von dort ging es weiter Richtung Maustmühle.
Schon auf diesem Abschnitt wurde uns klar, dass die Wege deutlich größer sind, als sie auf der Karte wirken. Alles ist sehr weitläufig und die Distanzen sollte man wirklich nicht unterschätzen.
An der Maustmühle haben wir eine Pause eingelegt, im Garten etwas gegessen und getrunken und kurz durchgeatmet.

Wir hatten dann überlegt ob wir umdrehen sollten oder doch weiterlaufen. Unsere Entscheidung war dann doch weiterlaufen und so ging es weiter über den Aussichtspunkt am Neuendorfer Teich in Richtung Peitz.
Von Peitz Ost sind wir schließlich mit dem Zug zurück nach Cottbus-Merzdorf gefahren und von dort wieder durch Merzdorf zurück zum Auto gelaufen.
Am Ende waren wir etwa 5 Stunden unterwegs.
Sonne, Hitze & fehlender Schatten

Was wir beim nächsten Mal definitiv anders machen würden: diese Strecke nicht mehr komplett zu Fuß laufen.
Der Weg ist zwar hervorragend ausgebaut – asphaltiert, gut beschildert und ideal für Radfahrer –, aber er hat einen entscheidenden Nachteil: kaum Schatten.
Viele Abschnitte verlaufen komplett in der Sonne, und da die Bäume entlang der Strecke noch sehr jung sind, gibt es bisher nur wenig natürliche Abkühlung. Gerade an warmen Tagen kann das sehr anstrengend werden.
Hier würden wir beim nächsten Besuch definitiv Fahrräder mitnehmen. Der gesamte Rundweg eignet sich perfekt zum Radfahren und man kann die Strecke viel entspannter genießen.
Tiefenfrage: Wie tief ist der Cottbuser Ostsee eigentlich?
Eine der Fragen, die uns unterwegs immer wieder beschäftigt hat: Wie tief ist dieser See eigentlich?
Der Cottbuser Ostsee wird im Endzustand eine maximale Tiefe von etwa 50–60 Metern erreichen. Das ist enorm, wenn man bedenkt, dass es sich um einen künstlich gefluteten Tagebau handelt.
Gerade dieser Gedanke verändert den Blick auf die Landschaft noch einmal. Was heute wie eine offene Wasserfläche wirkt, ist in Wahrheit ein sehr komplexes geotechnisches Projekt mit enormer Tiefe und Geschichte.
Fazit: Zwischen Industriegeschichte und neuer Natur

Für uns war der Cottbuser Ostsee ein sehr besonderer erster Besuch. Es ist ein Ort, an dem man die Vergangenheit noch deutlich spürt und gleichzeitig die Zukunft schon sehen kann.
Die Mischung aus industrieller Geschichte, neuer Naturentwicklung und weiten offenen Landschaften macht diesen Ort einzigartig.
Auch wenn die Strecke zu Fuß für uns am Ende etwas zu lang und zu sonnig war, würden wir den Ausflug trotzdem jederzeit wieder machen – dann allerdings mit dem Fahrrad und etwas mehr Zeit für einzelne Abschnitte.
Unser persönliches Fazit
- perfekte Tagesdistanz von Berlin
- beeindruckende Entwicklung vom Tagebau zum See
- sehr weite, offene Landschaften
- aktuell noch wenig Schatten → eher für Fahrrad als zu Fuß geeignet
- echtes Naturhighlight mit Ringelnatter
- ideal für alle, die Natur im Wandel erleben wollen
Der Cottbuser Ostsee ist kein klassisches Ausflugsziel – er ist ein Ort im Übergang. Und genau das macht ihn so spannend.
Wart ihr schon einmal dort oder steht der Cottbuser Ostsee noch auf eurer Liste?
Noch mehr Infos zur Cottbuser Ostsee bekommst du hier
Noch mehr Ausflüge in und rund um Berlin
Wenn dir solche kleinen Auszeiten in der Natur gefallen, findest du auf meinem Blog noch weitere Ideen für Tagesausflüge, Spaziergänge und besondere Orte rund um Berlin und Brandenburg.
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