Welterbesteig Dürnstein Weißenkirchen
| | | |

Welterbesteig Dürnstein Weißenkirchen: Unsere 2. Etappe

Welterbesteig Dürnstein Weißenkirchen

16,2 Kilometer, 480 Höhenmeter und knapp 6,5 Stunden Wanderzeit lagen an diesem Morgen vor uns. Unsere zweite Etappe auf dem Welterbesteig Wachau sollte uns von Dürnstein nach Weißenkirchen führen und gleichzeitig die längste Strecke unserer gesamten Wanderung werden.

Nach dem entspannten ersten Wandertag wussten wir also schon beim Aufstehen: Heute würde es deutlich anspruchsvoller werden. Vor allem der Anstieg direkt zu Beginn, lange Waldpassagen und fast doppelt so viele Höhenmeter wie am Vortag warteten auf uns.

Trotzdem begann unser Morgen erst einmal ganz entspannt.


Frühstück und unsere Jause für unterwegs

Bevor wir unsere Wanderschuhe anzogen, ging es für uns erst einmal zum Frühstück in unserer Unterkunft. Wie schon am Tag zuvor war das Frühstück reichhaltig und wir konnten uns anschließend auch wieder etwas für unsere Wanderung einpacken.

Unsere Jause wurde dieses Mal sogar frisch für uns vorbereitet. Für jeden gab es zwei Brötchen. Meines war mit Käse belegt, während mein Mann seine Brötchen mit Aufschnitt bekam. Dazu gab es Äpfel, etwas Süßes und – wie passend für eine Wanderung durch die Wachau – eine Wachauschnitte. 😉

Übrigens war es für mich während der gesamten Reise überhaupt kein Problem, mich vegetarisch zu ernähren. Egal ob beim Frühstück, bei unserer Jause oder später in den Restaurants und Heurigen: Ich hatte immer etwas Auswahl und musste nie lange nach einer passenden Alternative suchen.

Auch für die Getränke waren wir gut vorbereitet. Wir hatten beide unsere Trinkblasen in den Tagesrucksäcken und jeweils bis zu drei Liter Wasser dabei. Gerade bei den warmen Temperaturen war das für uns wichtig, denn wir wussten nie genau, wann sich unterwegs die nächste Möglichkeit zum Auffüllen ergeben würde.

Meistens schafften wir unsere Wasservorräte tatsächlich auch. Und zusätzlich war natürlich noch etwas anderes in unseren Rucksäcken dabei.

Wein. Schließlich waren wir in der Wachau unterwegs. Und nachdem wir bereits am Vortag festgestellt hatten, dass ein guter Wein im Tagesrucksack durchaus Platz findet, wollten wir auch diesmal nicht darauf verzichten.

Doch bevor wir uns auf den Weg weiter auf dem Welterbesteig von Dürnstein nach Weißenkirchen machen konnten, gab es noch eine kleine Unsicherheit.


Würde unser Gepäck wieder am richtigen Ort ankommen?

Unsere Koffer standen nach dem Auschecken bereit und sollten wie schon am Vortag zur nächsten Unterkunft gebracht werden. Eigentlich war das inzwischen schon fast Routine.

Fast.

Denn diesmal wussten wir nicht genau, wie das Ankommen in Weißenkirchen funktionieren würde. Uns war vorher bereits gesagt worden, dass in der nächsten Unterkunft nicht immer jemand vor Ort sein würde und wir uns vorher telefonisch melden sollten.

Also versuchten wir noch einmal anzurufen. Doch am anderen Ende meldete sich nur der Anrufbeantworter.

Wir wussten also nicht, ob später jemand auf uns warten würde, ob unser Zimmer bereits vorbereitet war und ob unser Gepäck problemlos dort ankommen würde. Natürlich gingen wir trotzdem erst einmal davon aus, dass alles klappen würde. Wir wollten es unterwegs noch einmal versuchen, sobald wir wieder Empfang hatten.

Mehr konnten wir in diesem Moment ohnehin nicht tun. Also schulterten wir unsere Tagesrucksäcke, ließen unsere Koffer zurück und machten uns auf den Weg. Vor uns lagen 16,2 Kilometer.

Und der erste Anstieg sollte nicht lange auf sich warten lassen.


Welterbesteig Dürnstein Weißenkirchen – Über den Eselsteig hinauf zur Burgruine

Wir hatten Dürnstein gerade erst hinter uns gelassen, da wurde es auch schon deutlich steiler. Der Einstieg in die zweite Etappe führte uns über den Eselsteig in Richtung Burgruine Dürnstein und machte schnell klar, dass dieser Wandertag etwas ganz anderes werden würde als der vorherige.

Welterbesteig Dürnstein Weißenkirchen

Der Weg ging teilweise ziemlich steil bergauf und fühlte sich an einigen Stellen auch leicht alpin an. Zwischendurch war der Weg etwas ausgesetzt und gerade die alten Treppen sollte man nicht unterschätzen. Einige Stufen lagen nicht mehr richtig an ihrem ursprünglichen Platz oder fehlten inzwischen ganz.

Für uns war der Aufstieg problemlos zu schaffen, trotzdem würden wir hier unbedingt zu festen Wanderschuhen raten. Mit ungeeignetem Schuhwerk kann dieser Abschnitt schnell unangenehm werden. Wer den steilen Eselsteig nicht gehen möchte, findet außerdem auch einen einfacheren Weg hinauf zur Burgruine.

Wir entschieden uns natürlich für den direkten Weg.

Und der hatte einen entscheidenden Vorteil: Je höher wir kamen, desto schöner wurde der Blick zurück auf Dürnstein.


Dürnstein wird unter uns immer kleiner

Schon nach den ersten Höhenmetern konnten wir sehen, wie sich Dürnstein unter uns ausbreitete. Die Dächer wurden kleiner, die Donau lag vor uns und langsam öffnete sich der Blick immer weiter über die Wachau.

Gerade deshalb lohnte sich für uns der anstrengende Einstieg. Natürlich kamen wir dabei schnell ins Schwitzen, aber die Aussicht entschädigte uns immer wieder dafür.

Es ist schon ein besonderes Gefühl, morgens durch einen Ort zu laufen und kurze Zeit später von weit oben auf genau diesen Ort hinunterzuschauen.

Wir hatten Dürnstein am Abend zuvor noch ruhig erlebt, waren durch die Gassen gelaufen und hatten dort gegessen und Wein getrunken. Jetzt standen wir hoch über dem Ort und hatten plötzlich eine völlig andere Perspektive.

Als wir schließlich die Burgruine erreichten, machten wir allerdings keinen längeren Stopp. Die Ruine kannten wir bereits von einem früheren Besuch und wussten außerdem, dass noch ein langer Wandertag vor uns lag.

Für uns ging es deshalb direkt weiter.

Denn die Burgruine war zwar erreicht, der eigentliche Anstieg war damit aber noch längst nicht vorbei.


Weiter bergauf zur Fesselhütte

Hinter der Burgruine führte uns der Weg weiter in Richtung Fesselhütte. Wer jetzt dachte, dass es nach dem anstrengenden Aufstieg endlich gemütlicher werden würde, lag zumindest an diesem Tag falsch.

Der Weg ging weiter bergauf.

Immer wieder führte uns die Strecke höher und wir merkten schnell, dass die 480 Höhenmeter dieser Etappe des Welterbesteig von Dürnstein nach Weißenkirchen nicht nur irgendwo auf dem Papier standen. Trotzdem war der Weg gut ausgeschildert und wir mussten uns zunächst überhaupt keine Gedanken darüber machen, ob wir richtig unterwegs waren.

Nach etwa eineinhalb Stunden erreichten wir schließlich die Fesselhütte. Es war ungefähr 10 Uhr und wir kamen gerade rechtzeitig zur Öffnung an. Einkehren wollten wir allerdings noch nicht. Wir hatten schließlich erst vor kurzer Zeit gefrühstückt, unsere Jause lag noch fast unangetastet in den Rucksäcken und der größte Teil der Etappe lag noch vor uns.

Also machten wir nur einen kurzen Halt, holten unseren Stempel und zogen weiter. Unser Ziel für diesen Tag war schließlich Weißenkirchen. Und bis dorthin lag noch einiges vor uns.


Plötzlich war der Weg verschwunden

Nach der Fesselhütte führte uns der Weg zunächst relativ entspannt durch den Wald. Nach dem steilen Start der Etappe konnten wir wieder etwas gleichmäßiger laufen und genossen die Ruhe um uns herum.

Dann standen wir plötzlich vor einem Problem. Wir wussten eigentlich, dass der Weg hier weiterführen musste. Aber vor uns sah es nicht wirklich danach aus.

Die Strecke war an dieser Stelle so stark zugewachsen, dass wir zunächst nicht erkennen konnten, wo der Welterbesteig von Dürnstein nach Weißenkirchen weitergeht. Wir schauten nach links, nach rechts und noch einmal genauer auf den Weg vor uns. Doch je länger wir suchten, desto mehr fragten wir uns, ob wir vielleicht doch irgendwo falsch abgebogen waren.

Und natürlich hatten wir ausgerechnet hier keinen Handyempfang.

Genau für solche Momente hatten wir die Route aber vorher offline auf unseren Handys gespeichert. Wir öffneten die Karte und konnten uns trotz fehlendem Netz orten. So sahen wir schnell, dass wir tatsächlich noch auf der richtigen Strecke waren. Wir mussten nur noch herausfinden, wo sich der Weg zwischen all dem Grün versteckte.

Als wir schließlich die Richtung wiedererkannt hatten und weitergingen, wurde der Weg zunächst noch etwas unwegsamer und zugewachsener. Aber zumindest wussten wir jetzt wieder: Wir waren richtig. Und irgendwann führte uns der schmale Weg schließlich auf einen breiteren Forstweg.

Wir hatten den Welterbesteig wiedergefunden – und konnten weiter in Richtung Weißenkirchen laufen.


Welterbesteig Dürnstein Weißenkirchen – Kilometer für Kilometer auf dem Forstweg

Der Weg war nun zwar deutlich einfacher zu laufen, zog sich aber auch ziemlich.

Längere Zeit ging es über den Forstweg durch den Wald und gerade weil sich die Landschaft kaum veränderte, hatten wir irgendwann das Gefühl, dass die Kilometer langsamer vergingen als am Vormittag. Dazu begann es zwischendurch sogar kurz zu regnen.

Bis wir allerdings unsere Regenjacken aus den Rucksäcken geholt hatten, war der Regen auch schon fast wieder vorbei. Also wurden die Jacken gar nicht erst gebraucht und wir konnten direkt weiterlaufen.

Wir waren weiterhin fast allein unterwegs. Genau solche Abschnitte mögen wir beim Wandern aber auch sehr gerne. Manchmal entstehen unterwegs die besten Gespräche, wenn man stundenlang nebeneinander herläuft und einfach Zeit hat. Und manchmal sagt man eine ganze Weile gar nichts.

Dann läuft einfach jeder für sich, aber trotzdem gemeinsam. Gerade auf einer mehrtägigen Wanderung gefällt uns dieses Gefühl besonders gut. Es gibt keinen Zeitdruck und außer dem nächsten Wegweiser eigentlich nichts, woran man gerade denken muss.

Welterbesteig Dürnstein Weißenkirchen

Trotzdem waren wir irgendwann froh, als sich der Wald langsam wieder lichtete. Denn vor uns wartete endlich wieder etwas Neues.


Endlich wieder etwas anderes als Wald

Irgendwann lichtete sich der Wald tatsächlich und vor uns zeigte sich endlich wieder eine andere Landschaft. Nach der langen Zeit auf dem Forstweg war das eine willkommene Abwechslung.

Plötzlich konnten wir wieder weiter sehen. Zwischen den Bäumen tauchten Felsen auf und wir entdeckten die beeindruckenden Falkenwände. Nach den vielen Kilometern durch den Wald fühlte es sich fast so an, als würde die Etappe jetzt wieder ein neues Kapitel beginnen.

Wir blieben immer wieder stehen und schauten uns die Felsformationen an. Genau solche Momente mögen wir beim Weitwandern besonders. Man weiß morgens nie genau, was man im Laufe eines Tages alles entdecken wird. Manchmal läuft man stundenlang durch eine Landschaft und plötzlich verändert sich alles wieder.


Kurz die Etappe des Welterbesteig Dürnstein Weißenkirchen gestempelt und direkt weiter

Etwas später erreichten wir die Schildhütten und das Weingut Pomaßl. Nach der langen Zeit, in der wir fast niemandem begegnet waren, war hier plötzlich deutlich mehr los.

Schildhütten

Für uns blieb es allerdings nur bei einem kurzen Halt.

Wir holten unseren Stempel und machten uns anschließend direkt wieder auf den Weg. Für eine längere Pause war es uns noch zu früh. Außerdem wussten wir inzwischen, dass noch einige Kilometer vor uns lagen und wir unsere Jause lieber später an einem schönen Platz genießen wollten.

Also ging es wieder weiter.

Weg erneut durch den Wald. Doch diesmal wurde die Strecke nach und nach etwas abwechslungsreicher. Der Untergrund wurde felsiger und zum ersten Mal begegneten uns auch Seilpassagen.

Für uns waren diese Abschnitte problemlos zu bewältigen, trotzdem machte es die Wanderung noch einmal spannender. Der lange Forstweg lag inzwischen hinter uns und wir hatten wieder das Gefühl, wirklich auf einem abwechslungsreichen Wanderweg unterwegs zu sein.

Und dann kam endlich der Moment, auf den wir nach den vielen Kilometern im Wald gewartet hatten.

Vor uns öffnete sich die Landschaft wieder.

Seilpasage

Und diesmal sahen wir endlich wieder die Weinberge der Wachau.


Die Weinberge waren zurück – und endlich eine Bank

Nach den langen Waldpassagen war es fast eine Erleichterung, als wir endlich wieder die Weinberge vor uns sahen. Gleichzeitig entdeckten wir etwas, das uns nach den vielen Kilometern mindestens genauso gefreut hat:

Eine Bank.

Jause

Das klingt vielleicht erst einmal nicht besonders spektakulär, aber auf dieser Etappe hatten wir unterwegs erstaunlich wenige Möglichkeiten gefunden, uns einfach einmal hinzusetzen und eine richtige Pause zu machen. Wir waren inzwischen schon viele Kilometer gelaufen und unsere Jause wartete immer noch in unseren Rucksäcken.

Diese Bank kam also genau zum richtigen Zeitpunkt.

Wir packten unsere Brötchen aus, machten es uns bequem und genossen endlich eine längere Pause. Natürlich durfte dabei auch der Wein nicht fehlen, den wir am Morgen noch eingepackt hatten. Nach einer Weile im Wald fühlte es sich besonders schön an, wieder in die offene Landschaft der Wachau zu schauen.

Wir blieben ungefähr eine halbe Stunde.

Es war keine spektakuläre Pause an einem großen Aussichtspunkt und trotzdem blieb sie uns in Erinnerung. Manchmal braucht es nach vielen Kilometern eben nicht mehr als einen Sitzplatz, etwas zu essen und ein Glas Wein. 😉


Der Weg nach Weißenkirchen war noch nicht geschafft

Die Pause hatte gutgetan, aber sie bedeutete natürlich noch nicht, dass unser Wandertag schon vorbei war. Wir packten unsere Sachen wieder zusammen und machten uns erneut auf den Weg.

Zunächst ging es noch einmal durch den Wald. Diesmal wurde die Strecke wieder etwas abwechslungsreicher und felsiger. Die Weinberge waren zwar wieder in Sicht gewesen, doch der Welterbesteig führte uns noch einmal hinein in eine ganz andere Landschaft.

Auch jetzt begegneten uns wieder einige felsigere Passagen und der Weg verlangte noch einmal etwas mehr Aufmerksamkeit.

Doch langsam veränderte sich die Stimmung. Wir wussten, dass Weißenkirchen nicht mehr allzu weit entfernt war. Und als wir schließlich wieder oberhalb der Weinberge unterwegs waren, wurden wir für die vielen Kilometer dieses Tages noch einmal belohnt.


Mit Blick auf die Donau nach Weißenkirchen

Jetzt führte der Weg oberhalb der Weinberge weiter in Richtung Weißenkirchen. Vor uns lag die Donau und hinter uns konnten wir immer wieder zurück nach Dürnstein schauen.

Es war ein besonderer Moment. Am Morgen hatten wir dort unten gestartet. Damals hatte Weißenkirchen aus der Ferne gar nicht so weit entfernt ausgesehen. Jetzt, nach 16 Kilometern, wussten wir allerdings ziemlich genau, was zwischen diesen beiden Orten lag.

Steile Anstiege, lange Waldwege, felsige Abschnitte und jede Menge Kilometer. Gerade deshalb genossen wir die letzten Ausblicke umso mehr. Und obwohl unser Ziel inzwischen deutlich näher gerückt war, wollten wir uns nicht hetzen. Wir hatten für diesen Tag keinen Grund mehr, möglichst schnell irgendwo anzukommen.

Als wir oberhalb von Weißenkirchen noch einmal schöne Sitzgelegenheiten entdeckten, beschlossen wir deshalb, eine weitere Pause einzulegen.

Weißenkirschen

Der Wein war schließlich noch nicht alle. Und während wir dort saßen und auf die Donau schauten, versuchten wir noch einmal, unsere nächste Unterkunft zu erreichen. Denn eine Frage war nach wie vor offen:

Was würde uns eigentlich erwarten, wenn wir später in Weißenkirchen ankommen?


Würde unser Gepäck wirklich auf uns warten?

Je näher wir Weißenkirchen kamen, desto öfter mussten wir an unsere Unterkunft denken.

Eigentlich sollte alles organisiert sein. Unser Gepäck war am Morgen in Dürnstein zurückgeblieben und sollte während unserer Wanderung in die nächste Unterkunft gebracht werden. Genau so war es geplant. Aber nachdem wir niemanden telefonisch erreichen konnten, blieb trotzdem diese kleine Unsicherheit.

  • Was, wenn dort später niemand ist?
  • Was, wenn unser Gepäck noch nicht angekommen ist?
  • Und wie würde das überhaupt funktionieren, wenn die Unterkunft geschlossen ist?
  • Als wir unterwegs wieder einmal Handyempfang hatten, versuchten wir deshalb noch einmal anzurufen. Vielleicht würden wir diesmal jemanden erreichen und endlich wissen, was uns am Ende der Etappe erwartet.
  • Doch wieder nur der Anrufbeantworter.
  • Wir konnten also nichts weiter tun, als weiterzulaufen und darauf zu vertrauen, dass alles klappen würde.

Mit jedem Kilometer wurde diese Frage ein kleines bisschen präsenter. Nicht, weil wir wirklich davon ausgingen, dass etwas schiefgegangen war. Aber nach 16 Kilometern, vielen Höhenmetern und mehreren Stunden auf den Beinen ist der Gedanke an eine Dusche, frische Kleidung und einen entspannten Abend plötzlich ziemlich verlockend. 😉


Endlich in Weißenkirchen angekommen

Als wir schließlich Weißenkirchen erreichten, waren wir deshalb nicht nur gespannt darauf, die Etappe geschafft zu haben. Wir wollten jetzt auch endlich wissen, ob unser kleiner Gepäck-Plan tatsächlich wieder funktioniert hatte.

Nach 16,2 Kilometern und knapp sechseinhalb Stunden waren wir jedenfalls froh, angekommen zu sein.

Wir kannten Weißenkirchen bereits von einem früheren Besuch und hatten uns deshalb für diesen Nachmittag bewusst nicht mehr viel vorgenommen. Bevor wir zu unserer Unterkunft gingen, machten wir allerdings noch einen kurzen Halt beim Weingut Zottl und reservierten uns einen Tisch für den Abend.

Danach ging es weiter zur Unterkunft. Und jetzt wurde es spannend.


Die Tür stand offen

Als wir beim Turm Wachau ankamen, stand die Tür offen.

Wir schauten uns kurz an. Kein Mensch war zu sehen. Also gingen wir hinein. Und dann entdeckten wir etwas, das uns sofort die ganze Anspannung der letzten Stunden nahm.

Da standen unsere Koffer.

Daneben lag ein persönlicher Zettel für uns und auch unser Zimmerschlüssel wartete bereits auf uns. In diesem Moment mussten wir beide lachen. Den ganzen Tag über hatten wir uns immer wieder gefragt, ob wohl alles klappen würde. Wir hatten versucht anzurufen, niemanden erreicht und schließlich einfach darauf vertraut, dass unser Gepäck seinen Weg finden würde.

Und jetzt stand alles längst vor uns. Wieder hatte die Organisation funktioniert. Nach dieser langen Etappe war das für uns tatsächlich ein richtig gutes Gefühl. Kein Warten, keine Suche nach jemandem und kein Koffer, der irgendwo verschwunden war. Wir konnten einfach unsere Sachen nehmen, auf unser Zimmer gehen und endlich ankommen. Für uns war das nach diesem Tag auch der Moment, in dem wir merkten, wie angenehm diese Art des Weitwanderns sein kann.

Wir mussten uns unterwegs nur um uns selbst und unsere Tagesrucksäcke kümmern. Alles andere war bereits da. Die längste Etappe, des Welterbesteig Dürnstein Weißenkirchen von unserer Reise lag hinter uns. Jetzt konnten wir uns frisch machen, die Beine ausruhen und uns auf den Abend freuen. Und der sollte natürlich ganz typisch für die Wachau werden:

mit gutem Essen und einem Glas Wein.


Endlich sitzen, essen und einfach den Tag genießen

Nachdem wir unser Gepäck entdeckt hatten, ging es erst einmal nach oben. Duschen, frische Kleidung anziehen und die Beine hochlegen – nach 16,2 Kilometern und 480 Höhenmetern fühlte sich das einfach herrlich an.

Wir waren zwar müde, aber noch lange nicht bereit, direkt ins Bett zu gehen. Dafür war der Abend viel zu schön.

Also machten wir uns später wieder auf den Weg zum Heurigen im Weingut Zottl. Den Tisch hatten wir uns ja bereits bei unserer Ankunft reserviert. Jetzt konnten wir uns endlich hinsetzen und mussten uns um nichts mehr kümmern.


Heurigenbuffet, Wein und nette Gespräche

Beim Heurigen wartete ein Buffet auf uns. Genau das, was wir nach so einem Wandertag brauchten. Wir konnten uns in Ruhe etwas aussuchen, dazu gab es natürlich wieder ein Glas Wein.

Und dann passierte das, was wir an solchen Abenden besonders mögen. Wir kamen mit anderen Wanderern ins Gespräch. Irgendwie hat man bei einer mehrtägigen Wanderung sofort ein gemeinsames Thema. Jeder hat seine eigene Geschichte, erzählt, wo er gestartet ist, welche Strecke er gelaufen ist und was unterwegs passiert ist. Man vergleicht die Etappen und stellt fest, dass man teilweise genau die gleichen Wege gegangen ist.

So wurde aus „Wir essen noch schnell etwas und gehen dann ins Bett“ plötzlich ein richtig langer Abend. Wir saßen zusammen, erzählten, lachten und tauschten unsere Erlebnisse aus. Und obwohl wir an diesem Tag eigentlich schon ziemlich müde waren, wollten wir irgendwann gar nicht mehr aufstehen. Genau solche Abende gehören für uns zu einer Weitwanderung dazu.

Nicht nur die Strecke selbst bleibt in Erinnerung. Es sind auch die Menschen, denen man unterwegs begegnet, die Gespräche am Abend und dieses Gefühl, einen langen Tag gemeinsam geschafft zu haben.


Und auch unsere Unterkunft gefiel uns

Irgendwann ging es dann doch zurück zum Turm Wachau.

Die Unterkunft selbst fanden wir ebenfalls richtig schön. Das Haus gehört zu den ältesten Häusern von Weißenkirchen und hatte dadurch eine ganz besondere Atmosphäre. Gleichzeitig war es angenehm unkompliziert.

Es gab einen kleinen Kühlschrank mit Getränken und einen Kaffeeautomaten, den wir natürlich praktisch fanden. Und von der Terrasse aus konnten wir noch einmal auf die Donau schauen.

Wir waren inzwischen allerdings an einem Punkt angekommen, an dem unser Bett eindeutig attraktiver war als jede weitere Aussicht.

Also ging es für uns schließlich ins Bett. Die zweite Etappe war geschafft. 16,2 Kilometer, 480 Höhenmeter und knapp 6,5 Stunden später wussten wir: Diese Etappe hatte es wirklich in sich.


FAQ zur Etappe Dürnstein nach Weißenkirchen

Wie lang ist die Welterbesteig Etappe von Dürnstein nach Weißenkirchen?

Unsere Etappe von Dürnstein nach Weißenkirchen war 16,2 Kilometer lang. Dafür haben wir knapp 6,5 Stunden gebraucht. Insgesamt kamen bei uns rund 480 Höhenmeter zusammen.

Wie anspruchsvoll ist der Welterbesteig von Dürnstein nach Weißenkirchen?

Wir würden die Etappe als mittelschwer bis anspruchsvoll einschätzen. Vor allem der Einstieg über den Eselsteig ist teilweise steil und führt über felsige und stellenweise ausgesetzte Abschnitte. Später folgen längere, deutlich einfachere Wald- und Forstwegpassagen.

Eine gewisse Grundkondition und festes Schuhwerk sind unserer Meinung nach sinnvoll.

Ist der Eselsteig zur Burgruine Dürnstein schwierig?

Der Eselsteig ist deutlich steiler als die Wege, die wir am Vortag gewandert sind. Teilweise geht es über ältere Treppen und felsige Abschnitte bergauf. Für uns war der Weg gut machbar, mit festen Wanderschuhen haben wir uns dort sicher gefühlt.

Wer den steilen Abschnitt nicht gehen möchte, kann auch eine einfachere Variante zur Burgruine nehmen.

Braucht man für diese Etappe Wanderschuhe?

Wir würden auf jeden Fall zu festen Wanderschuhen mit gutem Profil raten. Besonders der Eselsteig und die späteren felsigeren Abschnitte sind mit geeignetem Schuhwerk deutlich angenehmer zu gehen.

Gibt es unterwegs Einkehrmöglichkeiten?

Ja, unterwegs gibt es Möglichkeiten zur Einkehr. Wir kamen unter anderem an der Fesselhütte sowie später an den Schildhütten und dem Weingut Pomaßl vorbei.

Wir selbst haben unsere Jause allerdings unterwegs gegessen und unseren Wein aus dem Rucksack genossen. 🍷

Gibt es auf der Strecke Sitzmöglichkeiten für eine Pause?

Wir haben unterwegs überraschend wenige Möglichkeiten gefunden, uns einfach für eine längere Pause hinzusetzen. Umso mehr haben wir uns gefreut, als wir später in den Weinbergen eine Bank gefunden haben.

Für uns war das der perfekte Platz für unsere Jause.

Kann man die Strecke auch ohne Handyempfang wandern?

Ja. Wir hatten die Route vorher als Offlinekarte auf unseren Handys gespeichert. Das war für uns besonders hilfreich, als der Weg im Wald teilweise ziemlich zugewachsen war und wir kurz nicht sicher waren, wo es weiterging.

Wir würden deshalb empfehlen, die Route vor dem Start offline herunterzuladen.

Wie funktioniert der Gepäcktransport beim Welterbesteig?

Bei unserer gebuchten Wanderreise wurde unser großes Gepäck von Unterkunft zu Unterkunft transportiert. Wir waren zunächst etwas unsicher, ob das tatsächlich so zuverlässig funktionieren würde.

Auch auf dieser Etappe stand unser Koffer bei unserer Ankunft bereits in der Unterkunft. Für uns war es dadurch sehr angenehm, nur mit einem kleinen Tagesrucksack wandern zu können.

Lohnt sich die Etappe auf dem Welterbesteig von Dürnstein nach Weißenkirchen?

Für uns eindeutig ja. Die Strecke ist zwar anstrengender als die erste Etappe, bietet dafür aber viele unterschiedliche Landschaften und schöne Ausblicke.

Besonders der Blick zurück auf Dürnstein vom Eselsteig und die späteren Weinberge oberhalb von Weißenkirchen sind uns in Erinnerung geblieben.

Wer gerne abwechslungsreich wandert und keine Probleme mit längeren Anstiegen hat, sollte diese Etappe unserer Meinung nach nicht auslassen.


Unser Fazit zur Etappe des Welterbesteig von Dürnstein nach Weißenkirchen

Die zweite Etappe des Welterbesteigs Wachau war für uns definitiv die anspruchsvollere Strecke. Mit 16,2 Kilometern und 480 Höhenmetern hatten wir deutlich mehr vor uns als am Vortag – und vor allem der Start über den Eselsteig hatte es in sich.

Trotzdem würden wir die Etappe jederzeit wieder wandern. Gerade der Wechsel der Landschaft hat uns gefallen: vom Blick auf Dürnstein über die langen Waldpassagen und die Falkenwände bis zu den Weinbergen und der Donau oberhalb von Weißenkirchen.

Etwas weniger begeistert waren wir von den langen Forstwegabschnitten. Nach mehreren Kilometern kann sich so ein Weg schon ziemlich ziehen. Dafür waren die ruhigeren Passagen angenehm und wir waren teilweise fast komplett allein unterwegs.

Besonders schön fanden wir, dass sich die Anstrengung immer wieder mit tollen Ausblicken abgewechselt hat. Und spätestens bei unserer Pause mit Jause und einem Glas Wachauer Wein war klar: Genau für solche Momente machen wir diese Wanderungen. 😉

Auch unser Gepäcktransport hat wieder problemlos funktioniert. Unser Koffer wartete bereits in Weißenkirchen auf uns und wir konnten nach der langen Etappe einfach ankommen.

Unser persönliches Fazit: Die Etappe ist durchaus fordernd, aber landschaftlich abwechslungsreich und für uns eine der Strecken, die gerade durch ihre unterschiedlichen Abschnitte in Erinnerung bleibt.

Aber genau deshalb waren wir auch ein bisschen stolz auf uns. Am nächsten Morgen würde der Wecker wieder klingeln. Dann hieß es Frühstück, Jause packen und weiter.

Unser nächstes Ziel: Spitz.

Hier gibt’s unsere Eindrücke zu den weiteren Etappen:

Fragen zu meinen Wanderungen?

Habt ihr Fragen zu diesem Beitrag oder zu meinen Wanderungen?

Dann schreibt mir gerne eine E-Mail an Nadine@nadinswelt.de, nutzt das Kontaktformular auf Nadinswelt.de oder schreibt mir einfach direkt über Instagram oder TikTok. Ich freue mich immer über eure Nachrichten und helfe euch gerne mit meinen persönlichen Erfahrungen weiter.

Mehr Eindrücke auf Instagram & TikTok

Auf Instagram und TikTok unter @Na.dins_welt nehme ich euch mit auf unsere Reisen und zeige euch viele weitere Eindrücke, Reels, Tipps und Behind-the-Scenes.

Dort erwarten euch nicht nur beeindruckende Landschaften, sondern auch Wanderungen, besondere Unterkünfte, Ausflugstipps und viele Momente, die es nicht in den Blog geschafft haben.

Wenn ihr nichts verpassen möchtet, folgt mir dort gerne und begleitet mich auf meinen nächsten Abenteuern.

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert