Urlaub auf dem Bauernhof in Graubünden

Unsere besondere Unterkunft auf einer Hochebene
Nach mehreren Tagen voller Schluchten, Wasserfälle, Pässe und beeindruckender Landschaften sehnten wir uns nach etwas Ruhe. Deshalb entschieden wir uns auf unserer Schweiz-Rundreise bewusst für einen Urlaub auf dem Bauernhof in Graubünden. Nach unserer mediterranen Unterkunft im Tessin ging es für uns nun weiter in eine ganz andere Welt: zu einem kleinen Bauernhof auf einer Hochebene in den Bergen.
Für uns war dieser Urlaub auf dem Bauernhof in Graubünden genau die Abwechslung, die wir nach den vielen Erlebnissen der vergangenen Tage gesucht hatten. Statt Trubel, Restaurants und Stadtgeräuschen erwarteten uns hier Ruhe, Natur und ein ganz anderer Alltag. Ein Bauernhofurlaub in Graubünden ist für uns eine besondere Möglichkeit, eine Region nicht nur zu besuchen, sondern auch ihren Alltag und ihre Ruhe kennenzulernen. Genau diese Mischung aus Natur, Einfachheit und Nähe zu den Bergen hat uns an dieser Unterkunft besonders gefallen.
Die Anfahrt zu unserem Bauernhof in Graubünden – schon der Weg war ein kleines Abenteuer
Von unserer Unterkunft im Tessin ging es für uns weiter Richtung Landquart und später in Richtung Davos. Nach unserer Fahrt über den San Bernardino Pass, dem Besuch der Viamala-Schlucht, der spontanen Fahrt durch die Rheinschlucht und dem Halt am Soliser Viadukt machten wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Zuhause für die kommenden Tage.
Die Unterkunft lag auf einer Hochebene oberhalb eines kleinen Ortes. Schon die Anfahrt zeigte uns, dass wir an einem besonderen Ort angekommen waren. Von unten führte nur eine einzige Straße nach oben. Es gab keine weitere Möglichkeit hinauf oder wieder hinunter. Schon dieser Gedanke machte deutlich, wie abgeschieden und ruhig dieser Ort liegt.
Die Bergstraße zur Hochebene – schmal, steil und voller Überraschungen
Anfangs war die Straße noch relativ breit, auch wenn sie natürlich deutlich schmaler war, als man es von vielen Straßen bei uns kennt. Es war eine typische Dorfstraße, bei der man sehen konnte, dass sie erst vor kurzem erneuert worden war. Es gab noch ausreichend Ausweichmöglichkeiten und die Fahrt nach oben war zunächst ganz entspannt.
Doch nach einer Kurve änderte sich die Situation plötzlich. Wir fuhren mitten durch eine Baustelle. Die Straße wurde gerade weiter ausgebaut und verbreitert. Besonders interessant fanden wir, dass die Straße trotzdem weiterhin genutzt wurde. Denn auch hier fährt der Postbus, unter anderem um die Kinder morgens zur Schule zu bringen und nachmittags wieder zurück.
Während wir langsam durch die Baustelle fuhren, mussten wir nicht nur auf entgegenkommende Fahrzeuge achten, sondern auch auf die Baustellenfahrzeuge. Das ein oder andere Mal mussten wir nicht nur einem Postbus ausweichen, sondern auch einem Bagger. Es war schon ein besonderes Gefühl, mitten im laufenden Betrieb durch diese enge Baustelle zu fahren.
Nach der Baustelle wurde die Straße dann deutlich schmaler. Ab diesem Punkt passte tatsächlich nur noch ein Fahrzeug hindurch. Es ging über viele Serpentinen weiter bergauf, die Straße war teilweise sehr steil und es gab nur wenige Möglichkeiten zum Ausweichen. Wenn sich hier zwei Fahrzeuge begegnen, muss eben einer ein Stück zurückfahren.
Gerade die erste Fahrt nach oben war für uns durchaus mit Respekt verbunden. Man musste konzentriert fahren und sich erst einmal an diese schmale Bergstraße gewöhnen. Gleichzeitig war es aber auch genau das, was wir an der Schweiz so lieben: Man fährt wenige Minuten und befindet sich plötzlich in einer völlig anderen Landschaft.
Vorbei an Schafweiden und kleinen Bauernhöfen ging es immer weiter nach oben. Und irgendwann wurde die Straße wieder etwas flacher. Wir hatten die Hochebene erreicht.
Angekommen auf der Hochebene – eine ganz andere Welt
Oben angekommen änderte sich die Stimmung sofort. Überall waren kleine Bauernhöfe verteilt und einige Menschen waren gerade dabei, Heu zu machen. Die Landschaft wirkte unglaublich ruhig und entschleunigt.
Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch gar nicht, dass wir gerade an unseren Vermietern vorbeigefahren waren.

Nach einem kurzen Stück über die Hochebene erreichten wir schließlich unsere Unterkunft: einen kleinen alten Bauernhof mit einem neueren Anbau. Und schon bei der Ankunft wurden wir direkt von den tierischen Bewohnern begrüßt.
Im offenen Stall stand eine Kuh und schaute neugierig zu uns nach draußen. Dieser Moment war für uns etwas ganz Besonderes. Einfach anzukommen und direkt mitten in dieser Natur zu stehen, war genau das Erlebnis, das wir uns von dieser Unterkunft erhofft hatten.
Auch eine Hirschkuh ließ sich kurz blicken und schaute vorbei. Solche Begegnungen kann man natürlich nicht planen und genau deshalb bleiben sie besonders in Erinnerung.
Nach einiger Zeit kam unsere Gastgeberin Sabine zu uns und begrüßte uns herzlich. Sie erzählte uns, dass sie uns bereits gesehen hatte, da sie gerade mit der Heuernte beschäftigt waren. Sie zeigte uns alles und erklärte uns, wie der Hof funktioniert.

Unsere Ferienwohnung auf dem Bauernhof in Graubünden
Wir hatten die komplette untere Etage für uns. Die Wohnung bestand aus zwei Schlafzimmern, einer Küche, einem Wohnzimmer, einer separaten Toilette und einem eigenen Bad.
Die Einrichtung war einfach und sehr passend zum Bauernhof. Es war kein modernes Luxusapartment, sondern eine gemütliche Unterkunft mit viel Holz und dem Charme eines alten Bauernhauses.
Genau das hat uns aber gefallen.
Überall war Holz verbaut und man hatte das Gefühl, wirklich in einem alten Bauernhaus zu wohnen. Die Küche war eher einfach ausgestattet. Es gab einen Herd und sogar noch einen alten Backofen, der allerdings erst hätte befeuert werden müssen.
Aber eigentlich braucht man im Urlaub gar nicht viel. Alles, was wir benötigt haben, war vorhanden und wir haben uns dort sehr wohlgefühlt.
Einen Fernseher gab es ebenfalls nicht – was uns aber überhaupt nicht gestört hat. Gerade im Urlaub nutzen wir diesen sowieso kaum, weil wir lieber unterwegs sind oder die Zeit bewusst genießen.
Das Schönste war aber definitiv der Blick aus den Fenstern. Von der Unterkunft aus hatte man eine tolle Sicht auf die umliegenden Berge.
Ruhe, Kuhglocken und der Duft von Heu
Was uns von diesem Aufenthalt wahrscheinlich am meisten in Erinnerung bleiben wird, ist diese besondere Ruhe.
Natürlich war es nicht komplett still. Aber es war eine andere Art von Geräuschen. Keine Autos, kein Stadtlärm und keine Hektik. Stattdessen hörten wir die Kuhglocke der einen Kuh, die Hühner auf dem Hof und die normalen Geräusche einer Alp.
Alles wirkte etwas gedämpfter.

Gerade nach den vielen Eindrücken unserer Rundreise war diese Ruhe unglaublich schön. Wir haben dort sehr gut geschlafen, waren aber trotzdem wieder früh wach. Das lag auch daran, dass wir das gute Wetter nutzen wollten und unsere Wanderungen lieber starteten, bevor es richtig heiß wurde.
So waren wir bereits gegen sieben Uhr morgens unterwegs zu unserer Wanderung in die Wasserfallregion.
Der erste Blick aus dem Fenster am Morgen war einfach wunderschön. Die Berge lagen vor uns, die Kuhglocke war zu hören und die Hühner liefen über den Hof.
Durch die aktuelle Heuernte lag außerdem ein wunderbarer Duft nach frisch gemähtem Heu in der Luft. Im Haus selbst roch es angenehm nach Holz.
Da die Kühe im Sommer normalerweise alle oben auf der Alp sind, roch es übrigens nicht besonders stark nach Kuh. Die eine Kuh, die wir gesehen haben, war nur vorübergehend unten, da sie etwas erkrankt war und sich erholen sollte.
Das Leben mit Kühen und Ziegen auf der Alp
Besonders interessant fanden wir, wie das Leben der Bauern auf dieser Hochebene organisiert ist.
Neben den Kühen gehören auch Ziegen zum Hof. Die Tiere verbringen den Sommer oben auf der Alp. Damit es ihnen dort gut geht, wechseln sich die Bauern der Hochebene untereinander ab.
Jeden Tag geht einer aus der Gemeinschaft hinauf zu den Kühen und Ziegen und schaut nach dem Rechten. Sie kontrollieren, ob es den Tieren gut geht und ob noch ausreichend Wasser vorhanden ist.
Diese Gemeinschaft fanden wir sehr spannend. Jeder hilft mit und gemeinsam kümmern sie sich darum, dass die Tiere gut versorgt sind.
Es zeigt auch, wie viel Arbeit hinter einem Leben auf einer Alp steckt. Von außen sieht es unglaublich idyllisch aus, aber dahinter stehen viel Verantwortung und tägliche Aufgaben.
Begegnung mit einer freilebenden Hirschkuh
Eine besonders schöne Begegnung hatten wir direkt bei unserer Ankunft.
Die Hirschkuh, die wir gesehen haben, war tatsächlich freilebend. Sabine und Peter erzählten uns später, dass die Tiere normalerweise eher abends herauskommen. Aktuell war jedoch ein Wolf in der Gegend unterwegs, wodurch die Tiere häufiger aufgeschreckt wurden und sich deshalb auch tagsüber zeigten.
Die Hirschkuh blieb kurz stehen, schaute zu uns und verschwand dann wieder.
Es war nur ein kurzer Moment, aber genau solche Begegnungen sind es, die man nicht planen kann.
Unsere Gastgeber und das Leben auf dem Bauernhof
Sabine und Peter haben uns sehr herzlich empfangen und wir hatten während unseres Aufenthalts immer wieder Kontakt mit ihnen. Sie erzählten uns viel über die Region und ihren Hof.
Besonders interessant fanden wir die Geschichte hinter ihrer Landwirtschaft.
Bereits Peters Vater hatte den Hof von Milchkühen umgestellt. Heute züchten sie Kühe, die den Sommer über alleine oben auf der Alp verbringen. Dadurch haben sie mehr Zeit für andere Arbeiten, die auf dem Hof anfallen.
Wir konnten auch sehen, wie viel Arbeit hinter so einem Hof steckt. Die beiden waren morgens oft schon unterwegs, bevor wir überhaupt aufgestanden waren, und arbeiteten teilweise bis spät abends weiter.
Neben den Tieren gehörten auch Hühner, zwei Hauskatzen und ein Hund zum Hof.
Man merkte einfach, dass hier nicht nur eine Unterkunft betrieben wird, sondern dass dies ein Zuhause und ein Lebensort ist.
Unsere Ausflüge von der Hochebene
Obwohl wir die Ruhe auf dem Bauernhof sehr genossen haben, waren wir natürlich auch viel unterwegs.
Von dort aus haben wir unter anderem Bad Ragaz, das Heidiland, die Wasserfallregion und Vaduz besucht. Die Lage war für unsere geplanten Ausflüge sehr praktisch.
Allerdings sollte man wissen: Einkaufen kann man nicht einfach schnell nebenan. Wenn man etwas vergessen hat, bedeutet das wieder die Fahrt den Berg hinunter und später natürlich auch wieder hinauf.
Wir haben deshalb immer gut überlegt, ob wir wirklich alles eingepackt hatten, bevor wir losgefahren sind.
Für uns war genau das aber auch ein Teil des Erlebnisses. Man lebt dort oben einfach etwas bewusster und plant seine Wege besser.
Was sollte man bei einem Bauernhof auf einer Hochebene beachten?
Eine Unterkunft auf einer Hochebene ist natürlich etwas anderes als ein Hotel mitten im Ort. Genau das macht für uns aber auch den besonderen Reiz aus.
Man sollte sich bewusst sein, dass man dort oben etwas anders planen muss. Es gab nur diese eine Straße hinauf und wieder hinunter. Einkaufsmöglichkeiten befanden sich nicht direkt vor der Tür und wenn man etwas vergessen hatte, bedeutete das eben eine zusätzliche Fahrt den Berg hinunter und später wieder hinauf.
Wir haben deshalb immer gut überlegt, was wir für den Tag benötigen und unsere Einkäufe entsprechend geplant. Spontan noch einmal schnell zum Supermarkt fahren war hier nicht möglich.
Auch der eingeschränkte Handyempfang und das teilweise langsamere Internet sollte man bedenken. Für manche mag das vielleicht ungewohnt sein, für uns war es aber genau das, was wir an diesem Ort so genossen haben.
Man kommt automatisch mehr zur Ruhe, schaut öfter aus dem Fenster, genießt die Aussicht und konzentriert sich wieder mehr auf die Umgebung. Genau diese Entschleunigung war für uns ein wichtiger Teil dieser besonderen Erfahrung.
Wer eine naturnahe Unterkunft in Graubünden sucht und nicht mitten im Trubel wohnen möchte, findet mit einem Bauernhof in den Schweizer Bergen eine ganz besondere Alternative zu klassischen Hotels.
Für wen eignet sich ein Urlaub auf dem Bauernhof in Graubünden?
Wir würden diese Art der Unterkunft besonders Menschen empfehlen, die Ruhe suchen und Natur erleben möchten.
Die Wohnung ist durch die zwei Schlafzimmer sowohl für Familien als auch für mehrere Erwachsene geeignet. Ein Zimmer verfügt über ein Doppelbett, das andere über zwei einzelne Betten.
Wer eine naturnahe Unterkunft in Graubünden sucht und nicht mitten im Trubel wohnen möchte, findet mit einem Bauernhof in den Schweizer Bergen eine ganz besondere Alternative zu klassischen Hotels.
Besonders schön fanden wir, dass man dort oben wirklich abschalten kann. Das Internet funktioniert teilweise nur eingeschränkt und auch der Handyempfang ist nicht überall perfekt.
Für uns war das kein Nachteil, sondern genau das Gegenteil.
Wir fanden es schön, einmal weniger erreichbar zu sein und die Umgebung bewusst zu genießen.
Warum wir einen Urlaub auf dem Bauernhof in Graubünden wieder wählen würden
Ganz klar: Ja.
Wir fanden es unglaublich spannend, einmal eine ganz andere Art der Unterkunft zu erleben. Für uns gehören die Unterkünfte genauso zu einer Reise wie die Sehenswürdigkeiten selbst.
Wir möchten nicht immer nur in Hotels schlafen, sondern auch die verschiedenen Regionen auf unterschiedliche Weise kennenlernen.
Der Bauernhof in Graubünden war deshalb eine perfekte Ergänzung zu unserer Reise. Nach den vielen Erlebnissen im Tessin und den Tagen voller Schluchten und Pässe konnten wir hier einmal durchatmen.
Natürlich hätten wir auch eine Unterkunft unten im Ort wählen können. Der Bauernhof war aber deutlich günstiger und passte perfekt zu unserem Wunsch nach Abwechslung.
Nach dieser Erfahrung würden wir jederzeit wieder einen Urlaub auf dem Bauernhof in Graubünden oder einer anderen Region einplanen.
Was kostet ein Urlaub auf dem Bauernhof in Graubünden?
Die Preise für einen Urlaub auf dem Bauernhof in Graubünden können natürlich sehr unterschiedlich sein und hängen von der Lage, Ausstattung und Reisezeit ab.
Für uns war diese Unterkunft eine deutlich günstigere Alternative zu vielen Hotels in den Tälern und gleichzeitig eine Möglichkeit, eine ganz besondere Erfahrung zu machen.
Gerade wenn man länger in der Schweiz unterwegs ist, lohnt es sich, verschiedene Unterkunftsarten miteinander zu vergleichen. Eine Ferienwohnung oder ein Bauernhof kann nicht nur beim Budget helfen, sondern bietet oft auch mehr Platz, eine Küche zur Selbstversorgung und vor allem ein ganz anderes Reisegefühl.
Für uns war genau diese Mischung entscheidend: Wir konnten Kosten sparen, hatten viel Platz und durften gleichzeitig einen Einblick in das Leben auf einem Schweizer Bauernhof bekommen.
Denn ein Urlaub auf dem Bauernhof in Graubünden bedeutet für uns nicht nur eine günstige Übernachtungsmöglichkeit, sondern vor allem ein besonderes Erlebnis, das man nicht in jedem Hotel bekommt.
Unser Fazit zum Urlaub auf dem Bauernhof in Graubünden
Für uns war diese Unterkunft eine der besonderen Stationen unserer Schweiz-Rundreise.
Nicht wegen Luxus oder besonderer Ausstattung, sondern wegen dem Gefühl, das dieser Ort vermittelt hat.
Die Fahrt nach oben, die Ruhe auf der Hochebene, die Kuhglocken am Morgen, der Duft von Heu, der Blick auf die Berge und die herzlichen Gastgeber haben diesen Aufenthalt für uns besonders gemacht.
Es sind oft nicht die großen Sehenswürdigkeiten, an die man sich zuerst erinnert. Manchmal sind es die kleinen Momente: eine Hirschkuh, die plötzlich vor einem steht, eine Kuhglocke am frühen Morgen oder der Blick aus dem Fenster auf die Berge.
Genau diese Momente machen für uns das Reisen aus.
Und so war dieser Bauernhof nicht einfach nur eine Unterkunft, sondern ein Teil unserer Reisegeschichte.
Am nächsten Morgen ging es für uns bereits früh weiter. Wir wollten die angenehmen Temperaturen nutzen und machten uns gegen sieben Uhr auf den Weg zu unserer nächsten Wanderung. Unser Ziel war die Wasserfallregion, die uns mit mehreren beeindruckenden Wasserfällen erwartete.
Davon erzähle ich euch im nächsten Beitrag.
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