Vaduz Liechtenstein – Lohnt sich ein spontaner Besuch?

Unser spontaner Ausflug nach Vaduz Liechtenstein entstand eigentlich eher zufällig. Nach unserem Besuch der Taminaschlucht Bad Ragaz hatten wir gar keinen festen Plan mehr für den restlichen Tag. Wir gönnten uns zunächst auf einem Apfelbauernhof ganz in Ruhe Kaffee und Kuchen und überlegten, was wir mit der verbleibenden Zeit noch anfangen könnten. Eigentlich war es viel zu heiß für einen weiteren Stadtrundgang. Das Thermometer zeigte gefühlt fast 40 Grad und wir hätten genauso gut zurück zu unserem Bauernhof fahren können.
Doch plötzlich kam uns eine Idee. Bis nach Vaduz Liechtenstein waren es gerade einmal rund zwanzig Minuten mit dem Auto. Weder mein Mann noch ich waren bisher jemals in Liechtenstein gewesen. Also entschieden wir spontan, noch ein weiteres Land auf unserer Schweiz-Rundreise kennenzulernen.
Genau diese spontanen Entscheidungen sind oft die schönsten. Man hat keine großen Erwartungen, keinen festen Plan und lässt sich einfach überraschen. Genau so war es auch bei unserem Besuch in Vaduz Liechtenstein.
Wissenswertes über Vaduz und Liechtenstein
Liechtenstein gehört zu den kleinsten Staaten Europas und liegt eingebettet zwischen der Schweiz und Österreich. Das Fürstentum ist nur rund 160 Quadratkilometer groß und hat etwa 40.000 Einwohner. Trotz seiner geringen Größe besitzt Liechtenstein eine lange Geschichte, eine eigene Regierung und natürlich auch ein eigenes Fürstenhaus.
Die Hauptstadt ist Vaduz, in der sich neben der Regierung und dem Landtag auch der Wohnsitz der Fürstenfamilie befindet. Hoch über der Stadt thront das bekannte Schloss Vaduz, das bis heute privat genutzt wird und deshalb leider nicht besichtigt werden kann.
Bekannt ist Liechtenstein außerdem für seine Briefmarken, seine Weine und seine Lage mitten in den Alpen. Viele Besucher verbinden einen Aufenthalt in der Schweiz oder in Österreich mit einem kleinen Abstecher nach Vaduz – so wie wir an diesem Tag.
Parken in Vaduz Liechtenstein
Da es mittlerweile richtig heiß geworden war, wollten wir unser Auto möglichst nicht in der prallen Sonne stehen lassen. Deshalb entschieden wir uns für eines der Parkhäuser in der Nähe der Fußgängerzone. Das war für uns die beste Lösung, denn so blieb das Auto angenehm kühl und wir konnten unseren Rundgang direkt zu Fuß beginnen.
Schon nach den ersten Metern fiel uns etwas auf.

Vaduz wirkt überhaupt nicht wie eine Hauptstadt, zumindest nicht so, wie wir uns eine Hauptstadt vorgestellt hätten.
Wir hatten eher mit einer größeren Stadt gerechnet, mit viel Verkehr und vielen Menschen. Stattdessen wirkte alles erstaunlich ruhig. Die Straßen waren sauber, gepflegt und fast menschenleer. Vermutlich lag das auch an der großen Hitze, denn viele Menschen hielten sich lieber im Schatten oder in den Cafés auf.
Unser erster Gedanke war deshalb tatsächlich:
„Wow, wie modern hier alles aussieht.“
Viele Gebäude wirkten neu oder hervorragend gepflegt. Gleichzeitig hatte man das Gefühl, dass hier vieles etwas exklusiver und hochwertiger ist. Große Villen, repräsentative Gebäude und gepflegte Grünanlagen prägten das Stadtbild. Alles machte einen sehr ordentlichen Eindruck.
Unser erster Stopp in Vaduz Liechtenstein: die Kathedrale St. Florin
Unser erster Weg führte uns direkt zur Kathedrale St. Florin, die schon von außen mit ihrem hohen Turm ins Auge fällt.

Direkt vor der Kirche steht eine Statue von Fürst Franz Josef II. und Fürstin Gina, die einen wichtigen Platz in der Geschichte Liechtensteins einnehmen. Schon dort wurde deutlich, welchen Stellenwert das Fürstenhaus im Land bis heute besitzt.
Natürlich wollten wir auch einen Blick in die Kathedrale werfen. Als wir eintraten, waren wir ganz allein, keine Besucher, keine Reisegruppen, nur absolute Ruhe.
Die Kathedrale überraschte uns mit ihrem hellen Innenraum. Die helle Decke harmonierte wunderbar mit den dunkleren Verzierungen und verlieh der Kirche eine freundliche Atmosphäre. Sie wirkte weder überladen noch prunkvoll, sondern angenehm schlicht und gleichzeitig sehr elegant.
Wir blieben einen Moment stehen, genossen die Ruhe und setzten anschließend unseren Spaziergang fort.
Durch das Regierungsviertel von Vaduz
Von der Kathedrale aus liefen wir weiter durch das Zentrum von Vaduz. Schon nach wenigen Minuten kamen wir am Regierungsgebäude des Fürstentums vorbei. Direkt daneben befindet sich der Landtag von Liechtenstein.
Auch hier fiel uns wieder auf, wie modern viele Gebäude wirken. Gleichzeitig fügt sich alles harmonisch in die umliegende Berglandschaft ein. Hinter nahezu jeder Straße ragen die Berge empor und erinnern daran, dass man sich mitten in den Alpen befindet.
Obwohl Vaduz die Hauptstadt des Landes ist, herrscht hier eine angenehme Ruhe. Es gibt keinen hektischen Großstadtverkehr und keine überfüllten Plätze. Gerade das machte den Spaziergang für uns so angenehm.
Zwischendurch begegneten wir immer wieder modernen Kunstwerken und Skulpturen, die überall im Stadtgebiet verteilt sind. Sie verleihen Vaduz einen ganz eigenen Charakter und sorgen dafür, dass es an vielen Ecken etwas Neues zu entdecken gibt.
Das Schloss Vaduz – Wahrzeichen des Fürstentums Liechtenstein
Natürlich wollten wir auch einen Blick auf das berühmte Schloss Vaduz werfen.
Bevor wir uns auf den Weg machten, kamen wir zunächst an einem detailreichen Modell des Schlosses vorbei. Dort bekommt man einen guten Eindruck davon, wie die gesamte Anlage aufgebaut ist.
Das eigentliche Schloss liegt hoch über der Stadt und dient bis heute als Wohnsitz der Fürstenfamilie. Deshalb kann es leider nicht besichtigt werden.
Wir versuchten dennoch, einen Blick hinaufzuwerfen.


Gar nicht so einfach.
Das Schloss liegt auf einem Felsen oberhalb der Stadt und wird von zahlreichen hohen Bäumen umgeben und ist deshalb von vielen Stellen der Stadt nur teilweise zu erkennen. Gerade dadurch wirkt es fast ein wenig geheimnisvoll.
Natürlich hätten wir es gerne einmal aus der Nähe gesehen, gleichzeitig fanden wir es aber auch schön, dass das Schloss bis heute privat genutzt wird und nicht ausschließlich eine Touristenattraktion ist.
Allein die Lage hoch über Vaduz macht deutlich, warum das Schloss als Wahrzeichen des Landes gilt.
Das Rote Haus – ein kleiner Abstecher, der sich gelohnt hat
Nach unserem Spaziergang durch das Zentrum von Vaduz zog es uns noch etwas aus der Innenstadt hinaus. Unser Ziel war das Rote Haus, eines der bekanntesten historischen Gebäude der Stadt.
Ehrlich gesagt hatten wir das Rote Haus zunächst gar nicht richtig auf dem Schirm. Erst als wir uns etwas genauer mit der Karte beschäftigten, entschieden wir uns spontan, den kleinen Umweg noch zu machen. Im Nachhinein war das eine gute Entscheidung.

Schon auf dem Weg dorthin überraschte uns etwas völlig anderes.
Mitten in der Hauptstadt von Liechtenstein erstreckten sich auf einmal Weinberge.
Damit hätten wir überhaupt nicht gerechnet.
Natürlich wussten wir, dass es
in Liechtenstein Weinbau gibt. Aber dass sich die Reben direkt oberhalb der Stadt befinden und das Stadtbild so stark prägen, war für uns wirklich überraschend. Gerade in Verbindung mit den Bergen im Hintergrund entstand eine wunderschöne Kulisse.
Das Rote Haus selbst liegt leicht erhöht am Hang und wirkt mit seiner markanten roten Fassade und dem kleinen Turm fast wie aus einem Bilderbuch. Vor dem Gebäude ziehen sich die Weinreben den Hang hinauf und verleihen dem gesamten Ort eine ganz besondere Atmosphäre.
Leider hatten die Weingüter an diesem Nachmittag noch geschlossen. Schade eigentlich, denn gerade eine kleine Weinprobe oder ein kurzer Blick in eines der Weingüter hätte uns sehr interessiert. Trotzdem hat sich der kleine Spaziergang für uns gelohnt. Ohne ihn hätten wir die Weinberge vermutlich gar nicht entdeckt.
Weinbau mitten in Vaduz Liechtenstein
Je länger wir durch die Gegend liefen, desto mehr fiel uns auf, wie wichtig der Weinbau offenbar für Vaduz ist. Zwischen modernen Gebäuden, gepflegten Straßen und historischen Häusern tauchten immer wieder Rebstöcke auf.
Gerade dieser Kontrast gefiel uns besonders gut.
Auf der einen Seite die moderne Hauptstadt eines kleinen Fürstentums, auf der anderen Seite jahrhundertealte Traditionen wie der Weinbau. Beides scheint hier ganz selbstverständlich zusammenzugehören.

Wir hätten gerne noch eines der Weingüter besucht. Doch durch unseren frühen Besuch blieb uns zumindest die herrliche Ruhe. Außer einigen wenigen Spaziergängern war kaum jemand unterwegs und wir konnten die Aussicht auf die Weinberge und die umliegenden Berge ganz in Ruhe genießen.
Briefmarken, Kunst und moderne Architektur
Zurück in der Innenstadt entdeckten wir immer wieder kleine Details, die uns ohne Zeitdruck wahrscheinlich gar nicht aufgefallen wären.

Besonders interessant fanden wir die zahlreichen Briefmarkenmotive, die in den Boden der Fußgängerzone eingelassen sind.
Erst dadurch wurde uns bewusst, welche Bedeutung Briefmarken für Liechtenstein haben. Das kleine Fürstentum ist weltweit für seine aufwendig gestalteten Briefmarken bekannt und viele Sammler verbinden Liechtenstein genau damit.
Auch moderne Kunst begegnete uns immer wieder.
Besonders in Erinnerung geblieben ist uns die Skulptur „Figure in a Shelter“ des bekannten Künstlers Fernando Botero. Seine Figuren erkennt man sofort an ihren runden, voluminösen Formen. Zwischen den modernen Gebäuden wirkte die Skulptur fast ein wenig verspielt und lockerte das Stadtbild zusätzlich auf.
Überhaupt begegnet man in Vaduz an vielen Stellen Kunstwerken, Skulpturen und modernen Installationen. Das macht den Spaziergang abwechslungsreich und sorgt dafür, dass man immer wieder stehen bleibt und etwas Neues entdeckt.
Ein Eis durfte natürlich nicht fehlen
Mittlerweile war es wirklich unglaublich heiß geworden.
Gefühlt bewegten wir uns inzwischen bei fast 40 Grad und selbst die kurzen Wege durch die Stadt wurden langsam anstrengend. Deshalb gönnten wir uns zunächst ein leckeres Pistazieneis aus einem kleinen Eiscafé und suchten anschließend noch einen Supermarkt auf.
Eigentlich hofften wir dort, ein paar typische Produkte aus Liechtenstein zu entdecken, die wir vielleicht als kleines Mitbringsel hätten kaufen können. Leider wurden wir nicht fündig. Auch keinen der vielen Lichtensteiner Weine hatten wir noch gefunden.
Natürlich gab es viele bekannte Produkte aus der Schweiz oder den Nachbarländern, etwas wirklich Typisches aus Liechtenstein konnten wir jedoch nicht entdecken. Das fanden wir ein wenig schade.
Unser Fazit zu Vaduz Liechtenstein
Hat sich unser spontaner Ausflug nach Vaduz Liechtenstein gelohnt?
Ganz klar: Ja.
Auch wenn wir nur etwa eine Stunde durch die Stadt gelaufen sind, haben wir einen sehr schönen ersten Eindruck vom kleinen Fürstentum bekommen.
Uns haben vor allem die Sauberkeit, die moderne Architektur, die vielen Kunstwerke und die überraschenden Weinberge mitten in der Stadt gefallen. Gleichzeitig wirkte Vaduz unglaublich ruhig und entspannt. Natürlich lag das auch an der großen Hitze, denn an diesem Tag waren nur wenige Menschen unterwegs.
Trotzdem hatten wir nie das Gefühl, dass uns etwas fehlte.
Im Gegenteil.
Gerade weil wir spontan hierhergefahren sind und keine großen Erwartungen hatten, konnten wir die Stadt einfach auf uns wirken lassen.
Wenn ihr ohnehin in der Ostschweiz oder im Raum Bad Ragaz unterwegs seid, würden wir euch einen Abstecher nach Vaduz auf jeden Fall empfehlen. Die Hauptstadt lässt sich wunderbar an einem halben Tag erkunden und bietet einen guten ersten Einblick in Liechtenstein.
Wenn wir noch einmal nach Liechtenstein reisen würden, würden wir allerdings vermutlich weniger Zeit in Vaduz verbringen und stattdessen die Umgebung erkunden. Die Berge, Wanderwege und kleinen Orte außerhalb der Hauptstadt wirken auf uns mindestens genauso spannend und bieten wahrscheinlich noch einmal eine ganz andere Seite des Fürstentums.
Für uns war dieser spontane Ausflug jedenfalls ein schöner Abschluss eines abwechslungsreichen Tages zwischen Thermalquelle, Alpenlandschaft und einem weiteren Land mitten in Europa.
FAQ – Vaduz Liechtenstein
Lohnt sich ein Besuch in Vaduz?
Ja. Besonders wenn ihr ohnehin in der Ostschweiz unterwegs seid, lässt sich Vaduz hervorragend mit einem Tagesausflug verbinden.
Wie viel Zeit sollte man für Vaduz einplanen?
Für einen gemütlichen Spaziergang durch die Altstadt reichen etwa ein bis zwei Stunden. Wer zusätzlich Museen besuchen oder einkehren möchte, sollte entsprechend mehr Zeit einplanen.
Kann man das Schloss Vaduz besichtigen?
Nein. Das Schloss ist bis heute Wohnsitz der Fürstenfamilie und deshalb nicht öffentlich zugänglich. Von verschiedenen Punkten der Stadt kann man es jedoch gut sehen.
Gibt es Parkhäuser in Vaduz?
Ja. Wir haben unser Auto in einem Parkhaus in der Nähe der Fußgängerzone geparkt und konnten die Stadt anschließend bequem zu Fuß erkunden.
Ist Vaduz für Familien geeignet?
Ja. Die Wege sind kurz und gut ausgebaut. Außerdem gibt es viele Plätze, Kunstwerke und Grünflächen, die den Spaziergang abwechslungsreich machen.
Wann sollte man Vaduz besuchen?
Gerade im Hochsommer würden wir einen Besuch am frühen Morgen oder am späten Nachmittag empfehlen. Bei fast 40 Grad wurde unser Spaziergang doch recht anstrengend.
Unser nächster Stopp: Appenzell
Nach unserem Spaziergang durch Vaduz machten wir uns wieder auf den Rückweg zu unserem Bauernhof auf der Hochebene. Dort ließen wir den Abend ganz entspannt ausklingen und genossen noch einmal die besondere Ruhe mit Blick auf die Berge, das Läuten der Kuhglocken und den Duft des frisch gemähten Heus.
Denn am nächsten Morgen klingelte der Wecker erneut sehr früh. Unser Ziel war Appenzell, wo wir zunächst in unsere neue Unterkunft einchecken wollten. Der eigentliche Grund für den frühen Start war jedoch die Appenzeller Ferienkarte, die wir direkt am Morgen abholen wollten. Mit ihr planten wir einen der schönsten Wandertage unserer gesamten Schweiz-Rundreise – hinauf auf die Ebenalp, zum berühmten Berggasthaus Äscher und weiter zum traumhaften Seealpsee. Schon zu diesem Zeitpunkt wussten wir, dass uns dort eines der schönsten Naturerlebnisse der ganzen Reise erwarten würde.
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