Hohenkasten Saxer Lücke Bollenwees

Unsere zweitägige Wanderung im Alpstein
Die Hohenkasten Saxer Lücke Bollenwees Wanderung gehört für uns zu den schönsten Erlebnissen unserer Schweiz-Reise. Es gibt Orte, die vergisst man einfach nicht. Manche beeindrucken einen für einen kurzen Moment und geraten irgendwann wieder in Vergessenheit. Andere bleiben im Kopf und genau so ging es uns mit der Bollenwees.
Als wir vor knapp fünf Jahren zum ersten Mal durch den Alpstein gewandert sind, führte unsere Tour ebenfalls über den Hohen Kasten und die Saxer Lücke bis zur Bollenwees. Damals legten wir auf der Terrasse der Bollenwees eine längere Pause ein und genossen den Blick auf den Fählensee. Schon auf dem Rückweg stand für uns fest: Eines Tages möchten wir genau hier oben einmal übernachten. Nicht nur für ein paar Stunden, sondern den Abend und den Sonnenaufgang mitten in dieser beeindruckenden Bergwelt erleben.
Dieser Gedanke ließ uns nie wieder los. Deshalb buchten wir bereits rund acht Monate vor unserer Reise unser Zimmer auf der Bollenwees. Die wenigen Doppelzimmer mit eigenem Bad und Seeblick sind oft lange im Voraus ausgebucht und da für mich ein Matratzenlager eher nicht infrage kommt, wollten wir auf Nummer sicher gehen. Rückblickend können wir sagen: Die frühe Buchung hat sich mehr als gelohnt.
Unsere Tour auf einen Blick
🥾 Route: Hoher Kasten – Staubern – Saxer Lücke – Bollenwees
📏 Länge: 9,12 km
⛰️ Höhenmeter: 330 m bergauf | 620 m bergab
⏱️ Gehzeit: ca. 5 Stunden bis zur Saxer Lücke, etwa 5¾ Stunden bis zur Bollenwees (inklusive Pausen)
🥾 Schwierigkeit: Anspruchsvolle Bergwanderung (T2–T3)
🚠 Bergbahn: Hoher Kasten ab Brülisau
🛏️ Übernachtung: Berggasthaus Bollenwees
🎫 Spartipp: Mit der Appenzeller Ferienkarte ist die Bergfahrt auf den Hohen Kasten kostenlos.
Hohenkasten Saxer Lücke Bollenwees: Start der Wanderung mit Zug und Seilbahn
Da unsere Wanderung nicht wieder am Ausgangspunkt enden sollte, ließen wir das Auto bewusst an unserer Unterkunft stehen. Stattdessen starteten wir früh am Morgen am Bahnhof in Appenzell. Von dort ging es zunächst mit dem Zug nach Weissbad und anschließend ohne lange Wartezeit mit dem Bus weiter nach Brülisau. Der Umstieg funktionierte vollkommen unkompliziert und der Bus hält direkt an der Talstation der Hohen-Kasten-Bahn – bequemer könnte die Anreise kaum sein.
Auch hier zeigte sich wieder, warum wir die Appenzeller Ferienkarte so schätzen. Statt Tickets kaufen zu müssen, konnten wir einfach unsere Karte am Eingang scannen und direkt in die Seilbahn einsteigen. Es war die erste Gondel des Tages und dementsprechend angenehm ruhig. Neben den ersten Wanderern wurden auch Getränkekisten und weitere Vorräte für das Berggasthaus mit nach oben transportiert. Solche kleinen Szenen gehören für mich irgendwie zu den Bergen dazu. Während viele Gäste die Aussicht genießen, beginnt für die Menschen dort oben längst der Arbeitsalltag.

Die Fahrt dauert nur wenige Minuten, doch mit jedem Höhenmeter verändert sich die Landschaft. Unter uns werden die grünen Wiesen immer kleiner und nach und nach eröffnet sich der Blick über das Appenzeller Land. In der Ferne glitzert der Bodensee und je höher die Gondel steigt, desto weiter reicht die Aussicht bis ins Rheintal sowie nach Österreich und Deutschland.
Hohenkasten Saxer Lücke Bollenwees: Die Aussicht vom Hohen Kasten
Oben angekommen gingen wir nicht sofort los. Viel zu schön war die Aussicht, um einfach daran vorbeizulaufen. Gerade am frühen Morgen lag noch eine angenehme Ruhe über den Bergen und das Licht ließ die Gipfel besonders eindrucksvoll wirken.

Der Hohe Kasten gehört für uns zu den schönsten Aussichtspunkten im Alpstein. Während auf der einen Seite die schroffen Felsen des Gebirges dominieren, öffnet sich auf der anderen Seite der Blick weit über das Rheintal. An klaren Tagen kann man bis zum Bodensee, nach Österreich und sogar bis nach Deutschland sehen. Genau diese Mischung macht den Reiz dieses Ortes aus. Innerhalb weniger Minuten wechselt man von sanften Hügeln zu einer beeindruckenden Hochgebirgslandschaft.

Erst nachdem wir die Aussicht ausgiebig genossen und natürlich auch die ersten Fotos gemacht hatten, begann endlich die Hohenkasten Saxer Lücke Bollenwees Wanderung.
Hohenkasten Saxer Lücke Bollenwees: Unterwegs Richtung Staubern
Zunächst führte der Weg vom Plateau des Hohen Kastens bergab. Schon nach kurzer Zeit hatten wir den Trubel an der Bergstation hinter uns gelassen und liefen auf der Appenzeller Seite des Berges weiter. Besonders angenehm war, dass die Sonne zu dieser frühen Stunde noch hinter den Bergen stand. So konnten wir die ersten Kilometer größtenteils im Schatten zurücklegen – ein Vorteil, den wir später am Tag noch sehr zu schätzen wussten.

Der Weg wechselte immer wieder zwischen schmalen Bergpfaden, kurzen Waldstücken und offenen Passagen entlang der Felsen. Mal ging es leicht bergauf, dann wieder bergab, ohne dass es jemals langweilig wurde. Genau diese abwechslungsreiche Landschaft macht den Alpstein für uns so besonders. Hinter jeder Kurve eröffnet sich eine neue Perspektive und man entdeckt ständig neue Ausblicke auf die umliegenden Gipfel und Täler.
Nach einiger Zeit fanden wir einen kleinen Aussichtspunkt direkt oberhalb des Tales. Einen besseren Platz für unser Frühstück hätten wir uns kaum wünschen können. Während wir gemütlich frühstückten, hörten wir nichts außer den Kuhglocken in der Ferne und dem leichten Wind. Solche Momente sind oft die, die einem noch lange nach der Reise in Erinnerung bleiben.


Rast am Berggasthaus Staubern
Frisch gestärkt setzten wir unsere Hohenkasten Saxer Lücke Bollenwees Wanderung fort und folgten dem Weg weiter Richtung Staubern. Der Abschnitt verläuft meist oberhalb des Tales und bietet immer wieder fantastische Ausblicke auf die umliegende Bergwelt. Nach und nach kamen uns die ersten Wanderer entgegen, doch insgesamt war es noch angenehm ruhig.
Am Berggasthaus Staubern angekommen, legten wir eine längere Pause ein. Nach den ersten Kilometern tat eine kleine Erfrischung richtig gut und ich gönnte mir einen alkoholfreien Most, der an diesem warmen Tag einfach perfekt passte.

Das Berggasthaus wird derzeit erweitert, was unseren Aufenthalt allerdings überhaupt nicht beeinträchtigte. Im Gegenteil – von der Terrasse aus genießt man eine wunderschöne Aussicht und kann noch einmal Kraft sammeln, bevor einer der bekanntesten Abschnitte der Wanderung beginnt.
Saxer Lücke Wanderung: Ein Highlight auf der Route zur Bollenwees
Hinter dem Staubern verändert sich der Charakter der Wanderung noch einmal deutlich. Der Weg wird schmaler, alpiner und führt teilweise direkt am Hang entlang. Gleichzeitig öffnen sich immer wieder spektakuläre Ausblicke auf das Rheintal. Gerade bei gutem Wetter ist dieser Abschnitt ein echtes Highlight.
Man sollte allerdings nicht vergessen, dass man den Wetterbedingungen hier nahezu schutzlos ausgesetzt ist. Schatten gibt es kaum und bei Regen oder Gewitter kann der Weg schnell anspruchsvoll werden. Deshalb würden wir diese Tour nur bei stabiler Wetterlage empfehlen.


Während wir am Morgen noch fast allein unterwegs gewesen waren, wurde es nun deutlich voller. Viele Wanderer fahren von der Rheintaler Seite mit der Staubernbahn hinauf und laufen von dort zur Saxer Lücke. Trotzdem verteilt sich der Weg recht gut und man findet immer wieder ruhige Momente.
Besonders beeindruckend fanden wir den Abschnitt, auf dem der Weg direkt über den Bergrücken verläuft. Links blickt man tief ins Rheintal, rechts öffnet sich der Alpstein mit seinen schroffen Gipfeln. Es fühlt sich fast so an, als würde man zwischen zwei Welten wandern – und genau das macht diesen Teil der Tour für uns zu einem der schönsten im gesamten Alpstein.
Saxer Lücke bei der Hohenkasten Saxer Lücke Bollenwees Wanderung
Nach einer weiteren Weile auf unserer Hohenkasten Saxer Lücke Bollenwees Wanderung erreichten wir schließlich die Saxer Lücke. Obwohl wir diesen Ort bereits von unserer ersten Wanderung kannten, blieb uns auch dieses Mal für einen Moment die Sprache weg. Die markanten Felszacken ragen hier fast senkrecht in den Himmel und bilden eine Landschaft, die man so schnell nicht vergisst. Genau deshalb gehört die Saxer Lücke für viele zu den schönsten Aussichtspunkten der gesamten Schweiz.

Wir setzten uns erst einmal auf einen Felsen, tranken etwas und ließen den Blick schweifen. Hinter uns lag bereits ein großer Teil der Wanderung, vor uns wartete nun der letzte Abschnitt bis zur Bollenwees. Während wir unsere Pause genossen, beobachteten wir die vielen Wanderer, die nach und nach an der Saxer Lücke ankamen. Verständlich, denn wer einmal hier gestanden hat, weiß, warum dieser Ort auf so vielen Wunschlisten steht.

Nach unserer Pause begann der Abstieg. Über zahlreiche Serpentinen und einige Treppen führte der Weg stetig bergab. Technisch war dieser Abschnitt gut zu gehen, dennoch sollte man die vielen Höhenmeter nicht unterschätzen. Insgesamt waren wir bis zur Saxer Lücke rund fünf Stunden gemütlich unterwegs gewesen – inklusive Frühstück, Fotostopps und mehreren kleinen Pausen. Bis zur Bollenwees warteten nun noch etwa 30 bis 45 Minuten auf uns.
Endlich angekommen auf der Bollenwees
Als wir das Berggasthaus Bollenwees endlich erreichten, fiel die Anspannung der letzten Stunden sofort von uns ab. Nach der Wanderung freuten wir uns vor allem darauf, endlich die Rucksäcke abzusetzen und den Nachmittag in aller Ruhe zu genießen.


Bevor wir überhaupt an unser Zimmer dachten, zog es uns zunächst auf die Terrasse. Schon bei unserem ersten Besuch vor fünf Jahren hatten wir hier eine Rösti gegessen und seitdem war für uns klar gewesen: Wenn wir irgendwann zurückkommen, dann bestellen wir genau dieses Gericht noch einmal. Dazu gab es einen hausgemachten Eistee einfach lecker und erfirschend.
Und was soll ich sagen? Sie schmeckte noch genauso gut wie damals.
Während wir auf der Terrasse saßen und den Blick über den Fählensee schweifen ließen, wurde uns wieder bewusst, warum wir unbedingt hier übernachten wollten. Sobald die meisten Tageswanderer ihren Rückweg antreten, kehrt eine besondere Ruhe ein. Genau diese Atmosphäre hatten wir uns erhofft.
Unser Zimmer mit Blick auf den Fählensee
Nach unserer längeren Mittagspause konnten wir schließlich unser Zimmer beziehen. Da ich persönlich kein Fan von Matratzenlagern bin, hatten wir uns bereits viele Monate vorher für eines der wenigen Doppelzimmer mit eigenem Bad entschieden. Die Buchung hatten wir rund acht Monate im Voraus vorgenommen – und rückblickend würden wir es jederzeit wieder genauso machen.
Als wir die Tür öffneten, wussten wir sofort, dass sich die frühe Reservierung gelohnt hatte. Das Zimmer war gemütlich eingerichtet, hatte eine eigene Dusche und ein kleines Bad. Das eigentliche Highlight war aber der Blick aus dem Fenster. Direkt vor uns lag der Fählensee, eingerahmt von den steilen Bergen des Alpsteins.


Natürlich kostet ein solches Zimmer mehr als ein Platz im Matratzenlager. Für uns war es diese eine Nacht aber absolut wert. Manchmal darf man sich einfach etwas Besonderes gönnen – vor allem, wenn man einen Traum erfüllt, den man schon seit Jahren mit sich trägt.
💡 Unser Tipp: Wenn ihr ebenfalls in einem Doppelzimmer auf der Bollenwees übernachten möchtet, bucht möglichst früh. Gerade in der Wandersaison sind die Zimmer oft viele Monate im Voraus ausgebucht.
Ein spontaner Abendspaziergang zur Fählenalp
Eigentlich hatten wir geplant, direkt nach unserer Ankunft noch bis zur Fählenalp zu laufen. Doch am Nachmittag brannte die Sonne erbarmungslos vom Himmel und wir entschieden uns bewusst dagegen. Stattdessen gönnten wir uns eine längere Pause auf der Terrasse. Im Nachhinein war das genau die richtige Entscheidung.
Erst als die Sonne langsam tiefer stand und die Temperaturen angenehmer wurden, machten wir uns am Abend auf den Weg. Schon dieser kurze Spaziergang entwickelte sich zu einem der schönsten Erlebnisse der gesamten Reise.
Der schmale Wanderweg verläuft direkt oberhalb des Fählensees und folgt dem Hang. Immer wieder blieb unser Blick am türkisgrünen Wasser hängen, während die umliegenden Berge langsam in das warme Licht des Abends getaucht wurden.
Kühe, Geduld und ein herzliches Willkommen
Kurz bevor wir die Fählenalp erreichten, wartete allerdings noch eine kleine Herausforderung auf uns.
Mitten auf dem schmalen Wanderweg stand eine Gruppe Kühe – und sie hatten offensichtlich überhaupt keine Eile, Platz zu machen. Links fiel der Hang Richtung See ab, rechts stieg der Berg steil an. Ausweichen war also keine Option.


Also taten wir das Einzige, was möglich war: Wir warteten.
Ganz entspannt schauten uns die Kühe an, als wollten sie sagen: „Ihr könnt ruhig noch einen Moment warten.“ Irgendwann entschieden sie sich dann doch, langsam weiterzulaufen und gaben den Weg frei. Im Nachhinein mussten wir beide darüber lachen. Solche kleinen Situationen gehören für uns einfach zu einer Wanderung in den Bergen dazu.
Frische Ziegenmilch direkt von der Alp
Als wir die Fählenalp erreichten, war es angenehm ruhig. Die Hirtin war gerade beim Melken, trotzdem wurden wir freundlich begrüßt und konnten uns an einen Tisch setzen. Wir bestellten einen frischen Joghurtdrink und fragten eher aus Neugier, ob wir auch einmal die frisch gemolkene Ziegenmilch probieren dürften.
Ihre Antwort war herrlich unkompliziert.
„Wie groß soll die Tasse sein?“
Wenig später hielt ich eine noch warme Tasse Ziegenmilch in den Händen. Oben hatte sich bereits ein feiner Milchschaum gebildet. So frische Milch hatten wir beide noch nie getrunken und sie schmeckte völlig anders, als wir sie von Zuhause kannten – angenehm mild, cremig und unglaublich frisch.


Wir blieben lange sitzen, unterhielten uns mit der Hirtin und genossen die besondere Atmosphäre. Dabei erfuhren wir auch, dass die Fählenalp über keine Straße erreichbar ist. Alles, was hier oben benötigt wird, muss über den schmalen Wanderweg transportiert werden. Häufig übernimmt das ein Pferd, das Material und Lebensmittel zur Alp bringt.
Wenn man das weiß, bekommt man noch einmal einen ganz anderen Blick auf das Leben in den Bergen. Vieles, was für uns selbstverständlich ist, bedeutet hier oben deutlich mehr Arbeit.
Natürlich durfte auch ein Stück Käse mit nach Hause kommen. Regionaler geht es schließlich kaum.
Ein Abend voller besonderer Momente
Auf dem Rückweg begegneten wir den Kühen noch einmal. Dieses Mal hatten sie deutlich bessere Laune und ließen uns ohne Diskussion passieren.
Zurück auf der Bollenwees setzten wir uns mit einem alkoholfreien Wein an den See und kamen mit anderen Übernachtungsgästen ins Gespräch. Während die Sonne langsam hinter den Bergen verschwand, wurde es immer ruhiger.


Später gingen wir noch ein Stück oberhalb der Bollenwees zu einer kleinen Bank. Von dort beobachteten wir den Sonnenuntergang und dachten, schöner könne dieser Tag eigentlich kaum noch werden.
Doch dann passierte etwas, womit wir überhaupt nicht gerechnet hatten.
Etwas oberhalb von uns blieb ein Paar stehen. Sie trugen einen großen Rucksack, öffneten ihn und begannen, ein Alphorn zusammenzusetzen. Neugierig beobachteten wir sie aus der Ferne.
Wenige Minuten später erklangen die ersten Töne.
Der Klang des Alphorns breitete sich langsam über den Fählensee aus, hallte an den steilen Felswänden wider und erfüllte das ganze Tal. Es war einer dieser Momente, die man nicht planen kann und die einen einfach sprachlos machen.

Nach kurzer Zeit hörten wir plötzlich aus der Ferne weitere Alphörner. Von einer anderen Alp kam eine Antwort. Wenig später erklang noch eines. Für uns fühlte es sich fast so an, als würden sich die Alpen gegenseitig einen guten Abend wünschen. Ob das tatsächlich so war, wissen wir natürlich nicht. Aber genau in diesem Moment hatte es diesen Zauber.
Da es hier oben weder richtiges Internet noch zuverlässigen Handyempfang gibt, wirkte diese stille Verständigung über die Berge fast wie aus einer anderen Zeit.
Mit diesem besonderen Klang im Ohr gingen wir schließlich schlafen.
Ein Sonnenaufgang, den wir nie vergessen werden
Ganz bewusst ließen wir an diesem Abend die Vorhänge geöffnet. Wir wollten uns vom ersten Sonnenlicht wecken lassen und keinen Moment verpassen.
Als wir am nächsten Morgen langsam die Augen öffneten, lag der Fählensee ruhig vor unserem Fenster. Nebelschwaden zogen über das Wasser, die ersten Sonnenstrahlen tauchten die Gipfel in warmes Licht und außer einigen Kuhglocken war nichts zu hören.
Es gibt Sonnenaufgänge, die schön sind.
Und es gibt Sonnenaufgänge, die man nie wieder vergisst.

Dieser gehörte definitiv zur zweiten Kategorie.
Nach einem gemütlichen Frühstück packten wir schließlich unsere Rucksäcke. Vor uns lag der zweite Teil unserer Wanderung – über die Widderalp und die Meglisalp zurück nach Wasserauen.
Doch davon erzählen wir euch im nächsten Beitrag.
Häufige Fragen zur Wanderung Hohenkasten – Saxer Lücke – Bollenwees
Wie schwer ist die Wanderung vom Hohen Kasten zur Bollenwees?
Die Wanderung ist eine anspruchsvolle Bergtour und setzt Trittsicherheit, Schwindelfreiheit sowie eine gute Grundkondition voraus. Besonders der Abschnitt zwischen dem Staubern und der Saxer Lücke verläuft teilweise schmal und ausgesetzt. Die Tour sollte nur bei gutem Wetter unternommen werden.
Wie lange dauert die Wanderung vom Hohen Kasten zur Bollenwees?
Wir waren inklusive Frühstück, Fotostopps und mehreren Pausen rund 5¾ Stunden unterwegs. Reine Gehzeit ist entsprechend kürzer, aber für diese traumhafte Landschaft solltet ihr euch genügend Zeit nehmen.
Kann man auf der Bollenwees übernachten?
Ja. Das Berggasthaus Bollenwees bietet sowohl Matratzenlager als auch Doppelzimmer an. Wir haben uns bewusst für ein Doppelzimmer mit eigenem Bad und Blick auf den Fählensee entschieden und würden es jederzeit wieder buchen.
Wann sollte man die Bollenwees buchen?
Gerade die Doppelzimmer sind sehr beliebt und oft viele Monate im Voraus ausgebucht. Wir haben unsere Übernachtung bereits rund acht Monate vor Reisebeginn reserviert. Wer in der Hauptsaison reisen möchte, sollte möglichst früh buchen.
Ist die Bergbahn auf den Hohen Kasten in der Appenzeller Ferienkarte enthalten?
Ja. Mit der Appenzeller Ferienkarte ist die Bergfahrt auf den Hohen Kasten kostenlos. Ihr scannt die Karte einfach am Eingang der Seilbahn und könnt direkt zur Gondel gehen.
Kann man die Wanderung auch ohne Übernachtung machen?
Ja. Genau das haben wir bei unserem ersten Besuch vor knapp fünf Jahren gemacht. Allerdings würden wir heute jederzeit wieder eine Übernachtung auf der Bollenwees empfehlen. Sobald die Tagesgäste weg sind, kehrt eine unglaubliche Ruhe ein und der Sonnenuntergang sowie der Sonnenaufgang am Fählensee waren für uns echte Highlights der Reise.
Gibt es auf der Strecke Einkehrmöglichkeiten?
Ja. Entlang der Wanderung könnt ihr unter anderem im Berggasthaus Staubern einkehren. Auf der Bollenwees gibt es ebenfalls ein Berggasthaus mit Restaurant. Außerdem lohnt sich ein kleiner Abstecher zur Fählenalp, wo wir frischen Joghurtdrink, Käse und sogar frisch gemolkene Ziegenmilch probieren durften.
Ist die Wanderung für Kinder geeignet?
Je nach Bergerfahrung kann die Tour auch mit älteren, trittsicheren Kindern möglich sein. Aufgrund der schmalen und teilweise ausgesetzten Wege würden wir sie jedoch nicht für kleine Kinder oder Kinderwagen empfehlen.
Unser Fazit
Die Wanderung vom Hohen Kasten über die Saxer Lücke zur Bollenwees gehört für uns zu den schönsten Touren, die wir bisher in der Schweiz unternommen haben. Natürlich sind die spektakulären Ausblicke auf den Alpstein und das Rheintal beeindruckend. Noch stärker in Erinnerung geblieben sind uns aber die vielen kleinen Momente: unser Frühstück mit Aussicht, die Rösti auf der Bollenwees, die neugierigen Kühe auf dem Weg zur Fählenalp, die frisch gemolkene Ziegenmilch und schließlich die Alphörner, die am Abend durch das Tal klangen.
Gerade die Übernachtung macht diese Tour zu etwas ganz Besonderem. Erst wenn die Tagesgäste verschwunden sind, zeigt die Bollenwees ihren ganz eigenen Zauber. Die Ruhe am Fählensee, die Gespräche mit anderen Wanderern und der Sonnenaufgang am nächsten Morgen waren für uns Momente, die wir so schnell nicht vergessen werden.
Wenn ihr genügend Bergerfahrung mitbringt und eine außergewöhnliche Mehrtagestour im Alpstein sucht, können wir euch diese Wanderung von Herzen empfehlen.
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