Zugreise von Berlin nach Linz

Unser Zwischenstopp auf dem Weg in die Wachau
Unsere Reise in die Wachau begann mit einer Zugreise von Berlin nach Linz. Am 16. August machten wir uns auf den Weg nach Österreich, allerdings nicht mit dem Auto, sondern ganz entspannt mit der Bahn. Da wir die gesamte Strecke bis Krems nicht an einem einzigen Tag zurücklegen wollten, entschieden wir uns für einen Zwischenstopp in Linz und machten aus der Anreise gleich einen kleinen Teil unseres Urlaubs.
Am 16. August machten wir uns am Morgen auf den Weg nach Österreich. Vor uns lagen mehrere Tage in der Wachau, sechs Wandertage auf dem Welterbesteig, neue Unterkünfte und die Aussicht darauf, die Region Schritt für Schritt zu Fuß zu entdecken. Doch bevor unsere Wanderschuhe zum ersten Mal zum Einsatz kamen, wollten wir erst einmal ganz entspannt in Richtung Österreich reisen.
Die gesamte Strecke von Berlin bis nach Krems an einem einzigen Tag zurückzulegen, war für uns keine besonders verlockende Vorstellung. Statt viele Stunden im Zug zu sitzen und abends möglicherweise nur noch müde im Hotel anzukommen, entschieden wir uns deshalb, unsere Anreise aufzuteilen.
Unser erster Stopp sollte Linz sein.
Ganz bewusst hatten wir uns dafür entschieden, dort eine Nacht zu verbringen und die Stadt nicht einfach nur als Umsteigepunkt zu nutzen. Einen Nachmittag und Abend wollten wir uns Zeit nehmen, um durch die Innenstadt zu laufen, an der Donau entlangzuschlendern und die Reise ganz entspannt beginnen zu lassen.
Und ehrlich gesagt waren unsere Erwartungen an Linz vorher gar nicht besonders hoch. Denn wir hatten im Vorfeld schon öfter gehört, dass die Stadt zwar nett sei, man aber nicht unbedingt zu viel erwarten solle. Linz war für uns deshalb zunächst vor allem eine praktische Lösung auf dem Weg in die Wachau.
Aber manchmal sind genau die Orte am schönsten, von denen man vorher am wenigsten erwartet.
Denn aus unserer geplanten Übernachtung wurde am Ende ein richtig schöner erster Reisetag. Wir liefen ohne festen Plan durch die Stadt, entdeckten eher zufällig einen wunderschönen Gastgarten, verbrachten den Abend an der Donau und beobachteten später den Sonnenuntergang über dem Wasser.
Bevor es für uns weiter nach Krems und anschließend auf den Welterbesteig ging, zeigte uns Linz damit bereits am ersten Tag, dass sich eine Reise manchmal lohnt, noch bevor man überhaupt am eigentlichen Ziel angekommen ist.
Mit dem Zug in die Wachau
Die Entscheidung für unsere Zugreise von Berlin nach Linz stand übrigens nicht von Anfang an fest. Wir hatten durchaus überlegt, mit dem Auto zu fahren, schließlich waren wir damit in der Vergangenheit schon oft unterwegs. Allerdings stellte sich schnell die Frage, was wir mit dem Auto während unserer Weitwanderung machen sollten. Eine Woche lang würden wir von Unterkunft zu Unterkunft unterwegs sein und am Ende nicht wieder am gleichen Ort ankommen. Wo hätten wir das Auto also für diese Zeit stehen lassen sollen?
Damit war der Zug für uns letztendlich die deutlich unkompliziertere Lösung. Wir reisen ohnehin sehr gerne mit der Bahn und gerade bei längeren Strecken empfinden wir es als angenehm, nicht selbst viele Stunden am Steuer sitzen zu müssen. Statt uns auf der Autobahn mit Verkehr und Staus herumzuärgern, können wir unterwegs einfach aus dem Fenster schauen, uns unterhalten, etwas lesen oder die Fahrt genießen. Für uns beginnt der Urlaub dadurch bereits mit dem Einsteigen.
Was ich immer wieder höre
Natürlich hört man immer wieder, dass Zugreisen unzuverlässig seien und man ständig mit Verspätungen rechnen müsse. Aber ehrlich gesagt haben wir auch schon mit dem Auto vor einer Vollsperrung gestanden und konnten dort genauso wenig einfach weiterfahren. Eine Garantie dafür, dass auf einer Reise immer alles nach Plan läuft, gibt es schließlich bei keinem Verkehrsmittel.
Beim Zugfahren beginnt der Urlaub für uns dagegen oft schon mit der Abfahrt. Wir können aus dem Fenster schauen, lesen, etwas essen oder einfach gemeinsam die Fahrt genießen, während die Landschaft an uns vorbeizieht. Gerade wenn das eigentliche Ziel mehrere hundert Kilometer entfernt liegt, ist das für uns eine angenehme Art zu reisen.
Für unsere Reise in die Wachau kam außerdem noch ein weiterer Punkt hinzu: Wir mussten uns unterwegs nicht um die Fahrt mit dem Auto kümmern und konnten unsere Reise in mehrere entspannte Etappen aufteilen. Berlin, Linz, Krems und anschließend sechs Wandertage durch die Wachau – für uns fühlte sich die Reise dadurch nicht wie eine lange Anfahrt an, sondern wie der Beginn eines größeren Abenteuers.
Am Sonntagmorgen ging es für uns also los. Von Berlin führte uns unsere Reise zunächst nach München, von dort weiter nach Linz. Und bevor wir am nächsten Tag mit dem Zug nach Krems fahren sollten, wartete noch eine Stadt auf uns, die uns am Ende deutlich mehr überraschen würde, als wir erwartet hatten.
Unsere Zugreise von Berlin nach Linz
Am Sonntag, den 16. August, ging unsere Reise endlich los. Gegen 8 Uhr stiegen wir in Berlin in den ICE und machten uns auf den Weg in Richtung München. Dort mussten wir umsteigen und fuhren anschließend mit einem Railjet weiter nach Linz. Insgesamt waren wir knapp acht Stunden unterwegs – für uns eine angenehme Reisezeit, zumal wir uns bewusst dagegen entschieden hatten, die gesamte Strecke bis nach Krems an einem einzigen Tag zurückzulegen.

Da wir an einem Sonntag unterwegs waren, waren beide Züge ziemlich voll. Gerade auf beliebten Strecken und am Wochenende merken wir immer wieder, wie wichtig es sein kann, sich rechtzeitig um die Sitzplätze zu kümmern. Wir hatten zum Glück Plätze und konnten die Fahrt deshalb entspannt genießen. Auch mit unserer Verbindung klappte alles problemlos: Der Umstieg in München funktionierte und wir kamen pünktlich in Linz an.
Natürlich wissen wir, dass das nicht bei jeder Zugreise selbstverständlich ist. Sobald man erzählt, dass man eine längere Strecke mit der Bahn fährt, kommt irgendwann fast immer der Satz: „Auf die Bahn kann man sich doch nicht verlassen, da ist doch immer irgendwas.“ Aber ehrlich gesagt sehen wir das etwas anders.
Denn auch wenn man mit dem Auto unterwegs ist, läuft nicht automatisch immer alles nach Plan. Ich habe selbst schon auf der Autobahn vor einer Vollsperrung gestanden und konnte genauso wenig einfach weiterfahren. Staus, Unfälle, Baustellen oder gesperrte Straßen können eine Autofahrt ebenfalls völlig durcheinanderbringen. Eine Garantie dafür, dass auf einer Reise alles problemlos funktioniert, gibt es unserer Meinung nach bei keinem Verkehrsmittel.
Für uns überwiegen beim Zugreisen deshalb die Vorteile. Wir müssen nicht stundenlang selbst konzentriert am Steuer sitzen, können unterwegs gemeinsam aus dem Fenster schauen, etwas essen oder einfach die Fahrt genießen. Gerade wenn eine Reise mehrere Stunden dauert, beginnt für uns der Urlaub dadurch schon mit dem Einsteigen.
Warum wir gerne mit dem Zug durch Europa reisen
Für uns ist der Zug inzwischen viel mehr als nur eine Möglichkeit, von A nach B zu kommen. Gerade bei längeren Reisen gehört die Fahrt für uns oft schon zum Erlebnis dazu. Die Landschaft verändert sich draußen am Fenster, man kommt durch Orte, die man mit dem Auto vielleicht gar nicht bewusst wahrnehmen würde, und zwischendurch kann man einfach einmal nichts tun.
Besonders praktisch finden wir außerdem, dass wir uns die lange Anreise aufteilen können. Genau deshalb hatten wir uns auf dieser Reise für die Übernachtung in Linz entschieden. Statt morgens in Berlin zu starten und erst nach vielen weiteren Stunden völlig müde in Krems anzukommen, machten wir aus der Anreise einfach einen Teil unseres Urlaubs.
Berlin, Linz, Krems und anschließend die Weitwanderung durch die Wachau – so fühlte sich die Strecke für uns nicht wie eine lange Anfahrt an, die man möglichst schnell hinter sich bringen muss. Jeder Abschnitt gehörte bereits zur Reise.
Und genau das ist für uns einer der größten Vorteile beim Zugreisen: Man muss nicht immer versuchen, so schnell wie möglich am Ziel anzukommen. Man kann auch unterwegs anhalten.
Mit dem Zug günstig reisen: Unsere Spartipps
Zugreisen müssen nicht automatisch teuer sein. Wir schauen bei unseren Reisen deshalb möglichst früh nach passenden Verbindungen und vergleichen unterschiedliche Möglichkeiten. Gerade wenn man rechtzeitig bucht, kann man häufig günstigere Preise finden, als wenn man erst kurz vor der Abreise nach einem Ticket sucht.
Außerdem lohnt es sich, bei der Reisezeit flexibel zu sein. Fahrten unter der Woche können preislich manchmal interessanter sein als beliebte Verbindungen am Wochenende. Auch die Uhrzeit kann einen Unterschied machen. Deshalb schauen wir uns nicht nur die Verbindung an, die für uns auf den ersten Blick am bequemsten wirkt, sondern vergleichen auch Fahrten am frühen Morgen oder später am Abend.
Bei internationalen Reisen prüfen wir außerdem gerne, über welche Bahngesellschaft wir buchen. Es kann sich lohnen, nicht ausschließlich bei der Bahngesellschaft des eigenen Landes nach Tickets zu schauen, sondern auch zu prüfen, welche Preise die Bahngesellschaft des Reiselandes anbietet. Gerade bei grenzüberschreitenden Strecken haben wir schon festgestellt, dass sich ein Vergleich lohnen kann.
Wir würden uns deshalb nicht auf eine einzige Buchungsmöglichkeit verlassen. Ein paar Minuten mehr bei der Suche können am Ende durchaus einen Unterschied beim Preis machen.
Unsere Zugreise von Berlin nach Linz – Mit Rucksack oder Koffer im Zug?
Normalerweise reisen wir am liebsten mit unseren Rucksäcken. Gerade wenn man mit dem Zug unterwegs ist, finden wir es unglaublich praktisch, das gesamte Gepäck einfach auf dem Rücken zu tragen. Beim Umsteigen hat man die Hände frei, muss keinen Koffer über Bahnsteige ziehen und kann auch einmal problemlos Treppen nehmen.
Bei dieser Zugreise von Berlin nach Linz war es allerdings etwas anders.
Da wir unsere Weitwanderung auf dem Welterbesteig mit organisiertem Gepäcktransport gebucht hatten, entschieden wir uns diesmal zusätzlich für einen Koffer. Unser Gedanke war, dass es für den Transport von Unterkunft zu Unterkunft einfacher sein würde, das größere Gepäck in einem Koffer mitzunehmen. Während unserer Wanderungen mussten wir diesen später schließlich nicht selbst tragen.

So hatten wir für diese Reise eine Kombination, die für uns gut funktionierte: Im Koffer befand sich alles, was wir während der einzelnen Wandertage nicht brauchten, während wir beim Wandern nur mit unseren Tagesrucksäcken unterwegs waren. Dort hatten wir alles dabei, was wir während der Etappen benötigten. Wasser, etwas zu essen und die Dinge, die wir unterwegs griffbereit haben wollten, blieben bei uns auf dem Rücken. Alles andere wurde später von Unterkunft zu Unterkunft transportiert. Gerade für eine mehrtägige Wanderreise war das für uns eine völlig neue Art zu reisen. Wir konnten tagsüber mehrere Stunden wandern, ohne das komplette Reisegepäck tragen zu müssen, und wussten gleichzeitig, dass unsere Sachen bereits in der nächsten Unterkunft auf uns warteten.
Aber bevor es für uns mit Koffer und Tagesrucksack weiter nach Krems und anschließend auf den Welterbesteig gehen sollte, hatten wir erst einmal einen Nachmittag und Abend in Linz vor uns.
Nach knapp acht Stunden Zugreise von Berlin waren Linz waren wir angekommen – und jetzt wollten wir herausfinden, ob uns diese Stadt, von der wir vorher nicht besonders viel erwartet hatten, vielleicht doch überraschen würde.
Unsere Ankunft in Linz und die erste Nacht im Hotel
Nach knapp acht Stunden Zugreise von Berlin kamen wir in Linz an. Obwohl wir bereits einen langen Reisetag hinter uns hatten, wollten wir jetzt natürlich nicht direkt ins Hotel und dort bleiben. Schließlich hatten wir uns ganz bewusst für eine Übernachtung in Linz entschieden, um die Stadt zumindest ein wenig kennenzulernen.
Unser Hotel lag nicht weit vom Bahnhof entfernt, sodass wir uns nach der Ankunft direkt zu Fuß auf den Weg machen konnten. Statt noch einmal öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, liefen wir zunächst durch den Volksgarten und anschließend weiter in Richtung Schillerpark. Für uns war das der perfekte Start, um nach der langen Fahrt wieder ein wenig in Bewegung zu kommen und gleichzeitig schon die ersten Eindrücke von Linz zu sammeln.
Übernachtet haben wir im Hotel Schillerpark Linz, a member of Radisson Individuals. Das Hotel liegt zentral und ist vom Bahnhof aus auch zu Fuß gut erreichbar, was für uns bei einer Reise mit Gepäck besonders praktisch war.
Für unsere eine Nacht hatten wir knapp 70 Euro für zwei Personen bezahlt. Gerade weil wir Linz nur als Zwischenstopp eingeplant hatten, wollten wir keine große oder teure Unterkunft für mehrere Nächte suchen. Uns war vor allem wichtig, dass wir zentral übernachten konnten und nach unserer Ankunft alles gut zu Fuß erreichen würden.
Und genau das passte für uns hier.
Unser Zimmer im fünften Stock
Nachdem wir im Hotel eingecheckt hatten, ging es für uns in den fünften Stock. Unser Zimmer war angenehm groß und hat uns für die eine Nacht wirklich gut gefallen. Nach der langen Zugfahrt war es schön, erst einmal anzukommen, den Koffer abzustellen und nicht sofort wieder weiterzumüssen.


Gerade bei einer Reise mit mehreren Stationen merken wir immer wieder, wie angenehm es ist, wenn die Unterkunft selbst unkompliziert liegt. Man kommt an, stellt sein Gepäck ab und kann anschließend direkt losziehen, ohne sich erst lange mit der nächsten Fahrt beschäftigen zu müssen.
Da wir am nächsten Morgen ohnehin wieder mit dem Zug weiterfahren würden, war die Lage für uns ideal. Wir konnten am Nachmittag und Abend zu Fuß durch Linz laufen und mussten uns gleichzeitig keine Gedanken darüber machen, wie wir am nächsten Morgen wieder zum Bahnhof kommen.
Nur eine Nacht in Linz – aber trotzdem Zeit zum Ankommen
Wir waren nur für eine einzige Nacht in Linz. Trotzdem wollte ich nicht das Gefühl haben, dass wir einfach nur zum Schlafen in die Stadt kommen und am nächsten Morgen direkt wieder verschwinden.
Genau deshalb hatten wir uns bewusst dafür entschieden, unsere Reise von Berlin nach Krems aufzuteilen.

Linz war für uns nicht einfach nur ein praktischer Zwischenstopp, sondern der Beginn unserer Zugreise von Berlin nach Österreich. Wir wollten ankommen, die Stadt ein wenig auf uns wirken lassen und einfach einen entspannten Nachmittag und Abend verbringen, bevor es am nächsten Morgen weiter nach Krems gehen würde.
Also stellten wir unser Gepäck im Zimmer ab, zogen noch einmal los und machten uns auf den Weg in Richtung Altstadt.
Zu diesem Zeitpunkt hatten wir allerdings noch keine Ahnung, dass wir kurze Zeit später eher zufällig an einem Ort landen würden, der unseren ersten Abend in Linz besonders schön machen sollte.
Unser spontanes Abendessen im Stiegl-Klosterhof
Nachdem wir im Hotel eingecheckt und unser Gepäck auf dem Zimmer abgestellt hatten, machten wir uns wieder auf den Weg. Wir wollten unseren einzigen Nachmittag in Linz schließlich nicht im Hotel verbringen und hatten auch keinen festen Plan, was wir uns zuerst anschauen wollten. Stattdessen liefen wir einfach in Richtung Altstadt und schauten, was wir unterwegs entdecken würden.
Zu diesem Zeitpunkt waren wir allerdings auch ziemlich hungrig. Seit unserer Abfahrt in Berlin am Morgen hatten wir noch nichts richtig gegessen und nach knapp acht Stunden Zugfahrt war die Vorfreude auf ein gutes Abendessen entsprechend groß.
So kamen wir eher zufällig am Stiegl-Klosterhof vorbei.
Eigentlich hatten wir vorher gar nicht geplant, hier einzukehren. Aber als wir den großen Gastgarten sahen, wurden wir neugierig und beschlossen spontan, hineinzuschauen. Heute wissen wir, dass der Gastgarten zu den größten in Linz gehört und im Herzen der Stadt eine überraschend grüne und ruhige Atmosphäre bietet. Genau das war auch unser erster Eindruck.
Ein großer Gastgarten mitten in Linz
Wir entschieden uns, draußen zu sitzen, und fanden es dort sofort unglaublich angenehm. Der Gastgarten liegt geschützt und man sitzt unter vielen großen Kastanienbäumen. Nach der langen Zugfahrt fühlte es sich fast ein bisschen so an, als hätten wir die Stadt für einen Moment hinter uns gelassen.
Dabei waren wir eigentlich mitten in Linz.


Gerade das hat uns an diesem Ort so gut gefallen. Um uns herum war es gemütlich, über uns spendeten die Kastanienbäume Schatten und wir konnten erst einmal ganz in Ruhe ankommen. Für uns war es der perfekte Start in unseren ersten Abend in Österreich.
Wir mögen es auf Reisen ohnehin sehr, wenn wir Orte nicht lange planen, sondern eher zufällig entdecken. Natürlich recherchieren wir vor einer Reise auch einiges, aber manchmal entstehen die schönsten Momente eben genau dann, wenn man einfach durch eine Stadt läuft und spontan entscheidet: Hier gefällt es uns, hier bleiben wir.
Und genau so war es an diesem Abend.
Was wir im Stiegl-Klosterhof gegessen haben
Auch bei der Speisekarte wurden wir schnell fündig. Für mich als Vegetarierin ist es auf Reisen natürlich immer schön, wenn es nicht nur eine einzige fleischlose Alternative gibt. Im Stiegl-Klosterhof gibt es neben den klassischen österreichischen Wirtshausgerichten auch vegetarische Speisen, sodass ich bei der Auswahl nicht lange suchen musste.
Mein Mann entschied sich für den Krustenbraten vom Schweinebauch mit Stiegl-Biersaftl, Semmelknödeln und warmem Krautsalat.
Ich bestellte das Erdäpfel-Cordon bleu mit Blattspinat, Bergkäse, Sauerrahmdip und Salat.


Und da wir schon einmal so schön saßen und unser erster Urlaubstag gerade erst begonnen hatte, durfte natürlich auch ein Dessert nicht fehlen. 😄
Wir entschieden uns für zwei Süßspeisen und teilten sie uns: die legendären Klosterhof-Somlauer Nockerl mit Schlagobers und das Klosterhof-Kaiserschmarrn-Tiramisu in der „Summer Edition“.


Beides war wirklich lecker – und vermutlich hätten wir auch noch länger dort sitzen können. Nach der langen Anreise war es einfach schön, nicht direkt wieder weiterzumüssen. Wir konnten uns Zeit lassen, in Ruhe essen und unseren ersten Abend in Linz ganz entspannt beginnen.
Ein schöner Zufallsfund auf unserer Zugreise von Berlin nach Linz
Wenn wir heute an unseren Zwischenstopp in Linz zurückdenken, gehört dieser Abend im Stiegl-Klosterhof auf jeden Fall zu den ersten Momenten, an die wir uns erinnern.
Eigentlich war Linz für uns nur als Übernachtungsstopp auf dem Weg in die Wachau geplant. Wir wollten am nächsten Morgen schließlich schon weiter nach Krems fahren. Aber genau deshalb wollten wir den Nachmittag und Abend auch nutzen und wenigstens ein wenig von der Stadt sehen.
Dass wir dabei eher zufällig in diesem großen Gastgarten landen würden, hatten wir nicht geplant.
Vielleicht war es aber genau das, was diesen Abend so schön gemacht hat. Wir hatten keinen Tisch ausgesucht, kein Restaurant wochenlang vorher recherchiert und auch keinen festen Zeitplan. Wir kamen vorbei, wurden neugierig und gingen einfach hinein.
Nach unserem Essen machten wir uns schließlich wieder auf den Weg.
Jetzt wollten wir Linz weiter erkunden – vorbei an den ersten Sehenswürdigkeiten der Altstadt und anschließend immer weiter in Richtung Donau. Und dort sollte unser erster Abend in Linz noch einmal eine ganz andere Seite der Stadt zeigen.
Durch die Linzer Altstadt in Richtung Donau
Nach unserem Essen im Stiegl-Klosterhof wollten wir noch ein bisschen weiter durch Linz laufen. Wir hatten für diesen Nachmittag keinen festen Sightseeing-Plan und wollten auch gar nicht versuchen, möglichst viele Sehenswürdigkeiten in möglichst kurzer Zeit abzuhaken. Da wir nur eine Nacht in der Stadt waren, wollten wir einfach ein Gefühl für Linz bekommen und schauen, was uns unterwegs begegnet.
Von unserem Restaurant aus ging es deshalb weiter durch die Altstadt. Dabei kamen wir zunächst an der Karmelitenkirche vorbei, die direkt an der Landstraße liegt und zu den bedeutenden Barockkirchen Österreichs zählt. Die Kirche wurde Anfang des 18. Jahrhunderts errichtet und 1726 eingeweiht.
Wir schauten uns die Kirche von außen an und liefen anschließend weiter durch die Innenstadt. Wenig später kamen wir am Alten Dom, der Ignatiuskirche, vorbei. Gerade solche Gebäude gefallen uns auf Reisen immer besonders, weil man beim einfachen Spaziergang durch eine Stadt plötzlich vor jahrhundertealten Bauwerken steht, ohne dass man dafür unbedingt einen kompletten Besichtigungsplan aufstellen muss.
Weiter durch die Altstadt


Weiter ging es in Richtung Hauptplatz. Hier steht mitten auf dem großen Platz die Dreifaltigkeitssäule, die mit ihren rund 20 Metern Höhe schon aus einiger Entfernung auffällt. Sie wurde 1723 vollendet und erinnert an die überstandenen Katastrophen der Stadt; gleichzeitig sollte sie Linz vor weiteren Katastrophen wie Krieg, Feuer und Pest schützen. Der Hauptplatz selbst gehört mit seinen rund 13.200 Quadratmetern zu den größten umbauten Plätzen Europas.
Wir blieben eine Weile stehen und schauten uns den Platz und die historischen Gebäude rundherum an. Für uns war es aber gar nicht so sehr eine einzelne Sehenswürdigkeit, die den Eindruck ausmachte, sondern vielmehr das Zusammenspiel aus den alten Häuserfassaden, den kleinen Straßen und dem offenen Platz mitten in der Stadt.
Von dort führte unser Weg immer weiter in Richtung Donau. Wir liefen am Neuen Rathaus vorbei und näherten uns damit langsam dem Fluss. Je näher wir der Donau kamen, desto mehr veränderte sich die Atmosphäre. Die dicht bebaute Innenstadt blieb langsam hinter uns und vor uns öffnete sich der Blick auf das Wasser.
Endlich an der Donau
An der Donau angekommen, führte uns unser Spaziergang weiter zum AEC Maindeck und zur Stromstiege. Hier konnten wir einen ersten Blick auf den Fluss werfen, der uns während dieser Reise noch sehr häufig begegnen sollte.

Gerade weil wir vorher schon einiges über das Niedrigwasser der Donau gehört hatten, schauten wir natürlich etwas genauer hin. In den Tagen und Wochen vor unserer Reise war immer wieder darüber berichtet worden, wie niedrig der Wasserstand war und welche Auswirkungen das auf die Schifffahrt hatte. Als wir Mitte August in Linz ankamen, hatte sich die Situation allerdings schon etwas verändert. Die Donau führte wieder mehr Wasser und auch einige Kreuzfahrtschiffe waren unterwegs.
Damals wussten wir noch nicht, dass uns das Thema Niedrigwasser während unserer Reise noch viel stärker beschäftigen würde. Später in Wien konnten wir sehen, welche Auswirkungen der niedrige Wasserstand auf die Schifffahrt hatte, während einzelne Schiffe in der Wachau trotzdem noch unterwegs waren. So wurde aus einer Nachricht, die wir vor unserer Reise gelesen hatten, plötzlich etwas, das wir während unserer eigenen Reise immer wieder beobachten konnten.
An diesem Abend in Linz wollten wir davon allerdings noch gar nicht so viel wissen. Wir waren einfach froh, endlich an der Donau angekommen zu sein und noch ein bisschen Zeit zu haben, bevor es dunkel wurde.
Und dann entdeckten wir das Salonschiff Fräulein Florentine. Was eigentlich nur ein Spaziergang durch Linz werden sollte, entwickelte sich damit langsam zu einem richtig schönen Abend an der Donau.
Ein Abend auf dem Salonschiff Fräulein Florentine
Als wir schließlich an der Donau ankamen, entdeckten wir das Salonschiff Fräulein Florentine. Das Schiff liegt an der Donau beim Urfahrmarktgelände und ist heute Café, Bar, Veranstaltungsort und Kulturtreffpunkt zugleich. Auf dem Oberdeck kann man direkt am Wasser sitzen und den Blick über die Donau und hinüber auf die Linzer Uferseite genießen.
Für uns war sofort klar: Hier bleiben wir noch ein bisschen.

Nach unserem Spaziergang durch die Altstadt, dem Essen im Klosterhof und der langen Zugfahrt vom Vormittag wollten wir den Abend gar nicht mehr mit einem weiteren festen Programmpunkt vollpacken. Wir bestellten uns etwas zu trinken und suchten uns einen Platz, von dem aus wir die Donau gut beobachten konnten.
Die Fräulein Florentine hat dabei eine ganz besondere Atmosphäre. Das Schiff ist kein klassisches Ausflugsschiff, mit dem man eine Rundfahrt macht. Es liegt fest an der Donau und wird als Café und Bar genutzt. Die Einrichtung ist bewusst etwas ungewöhnlich und wirkt eher gemütlich und kreativ als schick oder durchgestylt. Gerade diese Mischung macht den Charme des Ortes aus. Auch der Linz Tourismus beschreibt die Florentine als Café, Bar und Kulturschiff direkt am Fluss.
Wir saßen draußen und beobachteten, wie sich die Stimmung mit der zunehmenden Dämmerung veränderte. Tagsüber muss hier sicherlich einiges los sein, aber an diesem Abend fühlte es sich für uns angenehm entspannt an. Vor uns lag die Donau, gegenüber leuchteten nach und nach die ersten Lichter und auf dem Wasser bewegten sich die Spiegelungen der Boote.
Die Donau wurde langsam zur Spiegelung der Stadt
Je dunkler es wurde, desto faszinierender fanden wir den Blick auf das Wasser. Die Häuser auf der gegenüberliegenden Seite, die Lichter der Boote und auch die größeren Kreuzfahrtschiffe spiegelten sich in der Donau. Immer wieder veränderte sich das Bild, wenn sich ein Boot bewegte oder sich irgendwo ein neues Licht einschaltete.

Gerade solche Momente sind für uns ein schöner Teil des Reisens. Man muss nicht immer etwas unternehmen. Manchmal reicht es, irgendwo zu sitzen, etwas zu trinken und einfach die Umgebung auf sich wirken zu lassen.
Und wir hatten an diesem Abend genau das richtige Tempo dafür.
Interessant war für uns auch, wie sehr die Donau unsere Reise bereits zu begleiten begann. Schon vor unserer Abfahrt hatten wir viel über den niedrigen Wasserstand gelesen. In Linz hatte sich die Situation Mitte August allerdings bereits etwas entspannt und wir konnten wieder einige Kreuzfahrtschiffe auf dem Fluss beobachten. Damals ahnten wir noch nicht, dass uns das Thema Niedrigwasser auf unserer weiteren Reise noch deutlich stärker begegnen würde.
Später in Wien sahen wir, wie problematisch die Situation für die Schifffahrt teilweise geworden war. Fast 20 Schiffe saßen dort wegen des niedrigen Wasserstands fest, während in der Wachau einzelne Schiffe weiterhin unterwegs waren. So wurde aus einem Thema, das wir vor der Reise nur aus den Nachrichten kannten, plötzlich etwas, das wir auf unserer eigenen Reise immer wieder beobachten konnten.
An diesem Abend in Linz genossen wir allerdings einfach den Blick auf die Donau.
Warum wir die Fräulein Florentine gerne weiterempfehlen
Für uns war die Fräulein Florentine kein Ort, den wir vorher auf unserer Liste hatten. Wir sind einfach beim Spaziergang an der Donau darauf gestoßen und fanden die Idee schön, den Abend direkt am Wasser ausklingen zu lassen.
Genau deshalb würden wir diesen Ort auch nicht unbedingt als klassisches „Must-see“ bezeichnen. Vielmehr ist er für uns ein schöner Tipp, wenn man in Linz unterwegs ist und einen etwas anderen Platz für einen Drink sucht. Wer Lust auf eine entspannte Atmosphäre direkt auf der Donau hat, kann hier einen schönen Abend verbringen. Neben Getränken gibt es auch kleine Speisen, und regelmäßig finden Veranstaltungen statt.
Wir hatten an diesem Abend allerdings gar nicht vor, noch groß etwas zu essen. Unser Abendessen im Klosterhof lag noch nicht lange zurück und so ging es uns hauptsächlich darum, gemütlich etwas zu trinken und den Blick auf die Donau zu genießen.
Für uns war das genau richtig.
Irgendwann lösten wir uns dann doch von unserem Platz und machten uns wieder auf den Weg. Wir wollten noch den Sonnenuntergang sehen und anschließend langsam zurück zum Hotel laufen.
Und genau dabei bekamen wir noch einmal einen ganz anderen Blick auf Linz.
Sonnenuntergang an der Donau und Linz bei Nacht
Nachdem wir unseren Abend auf der Fräulein Florentine langsam ausklingen ließen, machten wir uns wieder auf den Weg. Ganz zurück ins Hotel wollten wir aber noch nicht, denn inzwischen war es später geworden und wir wollten unbedingt noch den Sonnenuntergang über der Donau sehen.
Wir liefen in Richtung Donaubrücke und hatten dabei immer wieder schöne Blicke auf den Fluss. Das Licht wurde zunehmend wärmer und gleichzeitig gingen auf der anderen Seite der Donau immer mehr Lichter an. Nach dem langen Tag war das für uns ein richtig schöner Moment, einfach stehenzubleiben und zuzuschauen, wie sich die Stimmung innerhalb weniger Minuten verändert.
Linz bei Dunkelheit hat noch einmal einen ganz anderen Charme
Von der Donaubrücke aus konnten wir die Stadt noch einmal aus einer anderen Perspektive sehen. Besonders das Ars Electronica Center fiel uns jetzt natürlich sofort auf. Die markante Fassade, die tagsüber schon auffällt, wirkte bei Dunkelheit noch einmal ganz anders.

Wir liefen wieder in Richtung Ars Electronica Center und entdeckten dabei etwas, womit wir überhaupt nicht gerechnet hatten: Man kann die beleuchtete Fassade tatsächlich selbst mit dem Smartphone steuern.
Das sogenannte Fassadenspiel des Ars Electronica Futurelab macht die LED-Fassade des Ars Electronica Center zu einer interaktiven Fläche. Über das Smartphone kann man sich vor Ort mit dem Gebäude verbinden und verschiedene Animationen auf der Fassade steuern. Die heutige Version funktioniert über das WLAN vor Ort; das Angebot ist allerdings an bestimmte Öffnungszeiten gebunden.
Natürlich mussten wir das ausprobieren. 😄
Wir standen also am Donauufer und konnten tatsächlich selbst bestimmen, wie die Fassade des Ars Electronica Center leuchtet. Für uns war das ein ziemlich überraschender Abschluss unseres ersten Abends in Linz, denn eigentlich waren wir nur auf einem Spaziergang zurück zum Hotel.
Gerade solche Dinge mögen wir auf Reisen: Man muss nicht immer vorher alles recherchieren und jeden Programmpunkt festlegen. Manchmal entdeckt man etwas ganz zufällig und hat gerade deshalb besonders viel Freude daran.
Unsere Zugfahrt von Berlin nach Linz – Ein letzter Spaziergang durch die Altstadt
Nachdem wir noch eine Weile mit der Lichtinstallation gespielt hatten, machten wir uns endgültig auf den Rückweg. Wir liefen wieder am Ars Electronica Center vorbei und anschließend durch die Altstadt in Richtung Hotel.
Mittlerweile war es dunkel geworden und Linz fühlte sich noch einmal ganz anders an als einige Stunden zuvor. Die Straßen waren ruhiger, die historischen Gebäude wurden angestrahlt und nach unserem langen Tag waren wir inzwischen auch ziemlich müde.
Wir hatten am Morgen in Berlin im Zug gesessen, waren über München nach Linz gefahren, hatten unser Gepäck ins Hotel gebracht, waren durch die Altstadt gelaufen, hatten spontan im Klosterhof gegessen, die Donau entdeckt, den Abend auf der Fräulein Florentine verbracht und anschließend noch den Sonnenuntergang und das beleuchtete Ars Electronica Center erlebt.
Für einen einzigen Nachmittag und Abend war das eigentlich ziemlich viel.
Und trotzdem hatten wir nie das Gefühl, von einem Programmpunkt zum nächsten hetzen zu müssen.
Genau deshalb war Linz für uns im Nachhinein auch so ein schöner Einstieg in unsere Reise. Wir hatten die Stadt nicht minutiös geplant, sondern einfach geschaut, worauf wir Lust hatten. Und dabei haben wir viel mehr entdeckt, als wir ursprünglich erwartet hatten.
Am nächsten Morgen: Weiter nach Krems
Zurück im Hotel hieß es dann nur noch: Schuhe aus, duschen und schlafen. Am nächsten Morgen sollte es schließlich weitergehen.
Unser eigentliches Ziel dieser Reise wartete noch auf uns: Krems.

Dort würden wir unser erstes Hotel beziehen und damit endgültig in unsere Weitwanderung auf dem Welterbesteig Wachau starten.
Aber bevor es so weit war, mussten wir erst einmal frühstücken und wieder zum Bahnhof.
Und genau damit geht es im nächsten Teil weiter: unser Morgen in Linz und die Zugfahrt von Linz über St. Pölten nach Krems. Mehr zu meinen Touren durch Europa findest du hier.
Hier gibt’s unsere Eindrücke zu den weiteren Etappen:
- Krems Welterbesteig Wachau
- Welterbesteig Krems Dürnstein: Unsere 1. Etappe
- Welterbesteig Dürnstein Weißenkirchen: Unsere 2. Etappe
- Welterbesteig Weißenkirchen Spitz: Unsere 3. Etappe
- Welterbesteig Spitz Mühldorf: Unsere 4. Etappe
- Welterbesteig Mühldorf Spitz: Unsere 5. Etappe
- Schifffahrt Spitz Krems: Mit dem Schiff durch die Wachau
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Wenn ihr nichts verpassen möchtet, folgt mir dort gerne und begleitet mich auf meinen nächsten Abenteuern.