Marienkirche
| |

München zu Fuß: Meine ungeplante Route auf einen Blick

Marienkirche

München zu Fuß zu entdecken, war an diesem Tag eigentlich gar nicht geplant. Ich war mit dem ICE aus Berlin angereist und konnte noch nicht ins Hotel einchecken. Statt die Zeit in einem Café zu verbringen und auf den Check-in zu warten, schnappte ich mir meinen großen Rucksack und machte mich einfach auf den Weg durch München.

Draußen war wunderschönes Herbstwetter. Die Sonne hatte Ende September noch erstaunlich viel Kraft und es war angenehm warm. Gleichzeitig war München bereits deutlich voller, denn die Wiesn sollte wenige Tage später beginnen und die Stadt war schon spürbar im Vor-Oktoberfest-Modus.

Ich hatte keine ausgearbeitete Route und auch keinen festen Plan, wie viele Kilometer es am Ende werden sollten. Mein erster Gedanke war eigentlich nur: Ich laufe ein bisschen durch München und schaue, worauf ich Lust habe.

Dass daraus am Ende knapp zehn Kilometer werden würden, wusste ich zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht.


Mit dem Rucksack mitten durch München

Vielleicht war mein Outfit an diesem Tag auch ein kleiner Gegensatz zu dem, was man sich bei einem klassischen München-Städtetrip vorstellt. Während viele Besucher mit Koffer, kleiner Tasche oder ohne Gepäck durch die Innenstadt unterwegs waren, lief ich mit meinem großen Rucksack durch München.

Für mich war das allerdings überhaupt kein Problem. Gerade wenn ich eine Stadt erkunde, bin ich viel lieber zu Fuß unterwegs, als ständig mit Bus, Tram oder U-Bahn von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten zu fahren. Mit einem Koffer wäre das wahrscheinlich deutlich unpraktischer gewesen, mit meinem Rucksack konnte ich einfach loslaufen.

Und genau das tat ich.

Gegen halb zwölf verließ ich den Hauptbahnhof und machte mich zunächst in Richtung Stachus auf. Ich wollte erst einmal Richtung Innenstadt und zum Marienplatz laufen. Was danach kommen würde, ließ ich einfach auf mich zukommen.

Rückblickend war das vielleicht sogar die beste Entscheidung.

Denn wenn ich mir vorher eine komplette Route herausgesucht hätte, wäre ich vermutlich ganz anders durch München gelaufen. Dann hätte ich wahrscheinlich versucht, möglichst viele Sehenswürdigkeiten unterzubringen. Stattdessen konnte ich mir Zeit lassen, fotografieren, stehen bleiben und auch einfach mal einen Weg nehmen, der gerade interessant aussah.


München zeigte sich von seiner schönen Herbstseite

Das Wetter machte es an diesem Tag besonders leicht, einfach weiterzulaufen. Die Sonne schien, die Temperaturen waren angenehm und überall in der Stadt gab es bereits erste Hinweise darauf, dass die Wiesn kurz bevorstand.

Gleichzeitig merkte man, dass München immer voller wurde, je weiter ich mich vom Hauptbahnhof in Richtung Innenstadt bewegte. Noch war ich am Anfang meiner kleinen Tour und konnte relativ entspannt laufen, doch schon bald sollte sich das Stadtbild deutlich verändern.

Mein erstes Ziel war der Stachus.

Von dort wollte ich weiter Richtung Marienplatz laufen und dabei einfach ein bisschen München auf mich wirken lassen. Keine Liste, die ich abarbeiten musste, kein Zeitdruck und auch kein Anspruch, an diesem Tag alles gesehen zu haben.

Ich hatte schließlich nur ein paar Stunden Zeit, bis ich ins Hotel konnte. Und aus diesen paar Stunden wollte ich einfach das Beste machen.


Vom Hauptbahnhof zum Marienplatz

Vom Hauptbahnhof aus war mein erster Weg ziemlich klar: Ich wollte Richtung Stachus und anschließend weiter zum Marienplatz. Einen Umweg hatte ich nicht geplant, denn eigentlich wollte ich zunächst einfach schauen, was mir auf dem Weg begegnet.

Die Strecke vom Hauptbahnhof zum Stachus lässt sich gut zu Fuß laufen. Gerade wenn man zum ersten Mal in München ist, bekommt man dabei schon einen ersten Eindruck von der Stadt und muss nicht direkt in die U-Bahn steigen. Auch für mich war es an diesem Tag genau das Richtige, denn ich wollte München nicht nur von einer Station zur nächsten kennenlernen, sondern sehen, wie sich die Stadt dazwischen verändert.

Ich war relativ zügig unterwegs, blieb aber immer wieder für Fotos stehen. Schließlich hatte ich Zeit und wollte nicht einfach nur Kilometer machen.


Der Stachus und das Karlstor

Schon am Stachus, dem Karlsplatz, wurde es interessanter. Besonders der große Brunnen fiel mir ins Auge, dazu die Palmen und die schön bepflanzten Bereiche. Nach der Ankunft am Bahnhof fühlte es sich hier schon deutlich mehr nach Innenstadt und München an.

Vom Stachus aus geht es durch das Karlstor weiter in Richtung historische Innenstadt. Und spätestens hier merkt man, dass man nun mitten im touristischen München angekommen ist.

Hinter dem Tor verändert sich das Bild ziemlich schnell. Die Straßen werden voller, Geschäfte reihen sich aneinander und immer mehr Menschen sind unterwegs. Für mich war das ein schöner Gegensatz zu meinem bisherigen Weg, denn nun wurde aus meinem eher entspannten Spaziergang langsam ein richtiger Stadtbummel.

Ich lief weiter über die Kaufingerstraße in Richtung Marienplatz.


Durch die Kaufingerstraße Richtung Marienplatz

Die Kaufingerstraße gehört sicherlich zu den bekanntesten Einkaufsstraßen Münchens. Wer hier unterwegs ist, bekommt vor allem eines mit: In der Innenstadt ist einiges los.

Ich ließ mich trotzdem nicht hetzen und schaute immer wieder nach links und rechts. Besonders das Hirmer fiel mir an diesem Tag auf. Das große Kaufhaus war wunderschön mit Blumen geschmückt und dadurch für mich ein echter Hingucker. Gerade solche Details gefallen mir auf Reisen oft mehr, als wenn man nur die bekannten Sehenswürdigkeiten fotografiert.

München zu Fuß

Je weiter ich Richtung Marienplatz kam, desto voller wurde es.

Und man konnte schon erahnen, warum: Die Wiesn stand unmittelbar bevor und München war bereits dabei, sich auf die kommenden Tage einzustellen. Dazu kamen natürlich die ganz normalen Besucher, die sich die Innenstadt und die bekannten Sehenswürdigkeiten anschauen wollten.

Ich merkte deshalb ziemlich schnell, dass ich mit meinem großen Rucksack nicht unbedingt in die ruhigste Ecke Münchens geraten war. Aber für diesen kurzen Abschnitt gehörte der Trubel für mich einfach dazu.


Der Marienplatz – und plötzlich mittendrin

Schließlich erreichte ich den Marienplatz.

München zu Fuß

Hier war es noch einmal deutlich voller als auf der Kaufingerstraße. Rund um das Neue Rathaus standen viele Menschen, die das imposante Gebäude fotografierten. Auch ich blieb natürlich stehen und nahm mir Zeit, das Rathaus einmal in Ruhe anzuschauen.

Das Neue Rathaus ist für mich eines dieser Gebäude, bei denen man trotz der vielen Menschen immer wieder automatisch stehen bleibt. Die Fassade mit ihren vielen Türmen, Figuren und Details ist einfach beeindruckend – und entsprechend häufig wurde an diesem Tag die Kamera gezückt.

Gleichzeitig war der Marienplatz für mich genau der Moment, an dem ich den Unterschied zwischen meiner spontanen Idee und einer klassischen München-Sightseeing-Tour bemerkte.

Wenn man hier unterwegs ist, könnte man wahrscheinlich problemlos den halben Tag damit verbringen, Fotos zu machen, Menschen zu beobachten und die umliegenden Gebäude anzuschauen. Ich wollte aber noch weiter. Schließlich hatte ich nicht vor, meinen gesamten Nachmittag in der Innenstadt zu verbringen.

Und genau hier sollte ich noch eine ganz andere Seite von München kennenlernen.

Denn mitten im Trubel wartete eine Begegnung auf mich, mit der ich überhaupt nicht gerechnet hatte.


Eine unerwartete Begegnung am Marienplatz

Eigentlich wollte ich mich am Marienplatz nur kurz umsehen und anschließend weiterlaufen. Doch dann kam es zu einer kleinen Begegnung, mit der ich überhaupt nicht gerechnet hatte.

Ein Rikscha-Fahrer sprach mich wegen meines großen Rucksacks an. Vermutlich sah ich tatsächlich eher danach aus, als wäre ich gerade zu einer längeren Wanderung aufgebrochen und nicht einfach nur für ein paar Tage in München unterwegs. Mit meinem Rucksack mitten zwischen den vielen Besuchern fiel ich wahrscheinlich ein bisschen auf.

Er fragte mich, wo ich denn hinwolle und was ich in München machen würde. Aus einer kurzen Frage entwickelte sich schnell ein richtig netter Plausch.

Ich erzählte ihm, dass ich gerade aus Berlin mit dem ICE angekommen war, noch nicht ins Hotel konnte und deshalb einfach zu Fuß durch München unterwegs war. Für ihn war das offenbar eine interessante Geschichte – und umgekehrt fand ich es spannend, mit jemandem ins Gespräch zu kommen, der München schon sehr lange kennt.


München aus einer ganz anderen Perspektive

Der Rikscha-Fahrer war 77 Jahre alt und erzählte mir einiges über München und seine Geschichte. Dabei ging es nicht nur um die bekannten Sehenswürdigkeiten, sondern vor allem um das München, das sich im Laufe seines Lebens verändert hat.

Er erzählte davon, dass es viele Orte und Gebäude aus früheren Zeiten heute so gar nicht mehr gibt. Manche Dinge, die für uns heute selbstverständlich zum Stadtbild gehören, haben eine ganz andere Geschichte. Besonders interessant fand ich seine Erzählungen darüber, dass bei Bauarbeiten immer wieder Überreste aus der Vergangenheit auftauchen können.

Auch zerstörte Gebäude, die nach dem Krieg zugeschüttet oder überbaut worden waren, würden teilweise erst viele Jahre später wieder zum Vorschein kommen, wenn an entsprechenden Stellen gebaut oder umgebaut wird.

Natürlich kannte ich München bereits und war auch schon vorher hier gewesen. Aber solche Geschichten verändern den Blick auf eine Stadt. Plötzlich sieht man nicht mehr nur das, was heute vor einem steht, sondern denkt darüber nach, was an derselben Stelle früher einmal gewesen sein könnte.


Solche Begegnungen machen einen Spaziergang besonders

Genau deshalb mag ich es, Städte zu Fuß zu entdecken.

Wenn man eine Sehenswürdigkeit nach der nächsten anfährt, ist man oft damit beschäftigt, den nächsten Programmpunkt zu erreichen. Man sieht die bekannten Gebäude, macht seine Fotos und zieht weiter. Für spontane Gespräche oder kleine Begegnungen bleibt dabei meistens wenig Zeit. An diesem Tag hatte ich keinen solchen Plan.

Ich musste nirgendwo pünktlich sein und hatte auch keine lange Liste mit Sehenswürdigkeiten, die ich unbedingt noch sehen wollte. Dadurch konnte


Vom Viktualienmarkt zur Isar

Nach dem netten Gespräch am Marienplatz machte ich mich weiter auf den Weg zum Viktualienmarkt. Eigentlich hatte ich hier bereits einen kleinen Essensstopp eingeplant. Ich hatte mir vorgenommen, bei Caspar Plautz etwas zu essen, denn die Kartoffelgerichte gefallen mir da immer sehr gut und ich esse wenn ich in München bin gerne auf dem Viktualienmarkt.

München zu Fuß

Nur hatte ich bei meiner spontanen München-Tour eine Kleinigkeit übersehen: Es war Montag – und Caspar Plautz hatte Ruhetag.

Also wurde aus meinem geplanten Mittagessen erst einmal nichts.

Im ersten Moment war ich natürlich ein bisschen enttäuscht, aber wirklich schlimm war es nicht. Schließlich war ich nicht mit einem festen Programm unterwegs und hatte noch einige Stunden Zeit. Statt mich lange nach einer Alternative umzusehen, lief ich einfach weiter.


Durch das Isartor Richtung Isar

Vom Viktualienmarkt ging es weiter Richtung Isartor. Auch hier blieb ich natürlich nicht einfach im Vorbeigehen stehen, sondern nahm mir ein paar Minuten Zeit für Fotos.

München zu Fuß

Das Isartor gehört für mich zu den Stellen in München, an denen man ganz gut merkt, wie eng hier Geschichte und heutiges Stadtleben miteinander verbunden sind. Heute fahren und laufen Menschen täglich daran vorbei, während das Tor selbst noch an eine ganz andere Zeit erinnert.

Nachdem ich das Isartor passiert hatte, ging es für mich weiter Richtung Isar.

Ich lief in Richtung Praterinsel und Maximilianeum und merkte dabei langsam, dass sich die Atmosphäre veränderte. Die Innenstadt lag zwar noch nicht weit hinter mir, aber der Trubel wurde weniger. Die Straßen und Wege fühlten sich zunehmend entspannter an und ich konnte wieder mehr auf meine Umgebung achten.


Vom Stadttrubel ins Grüne

Für mich war das genau der Moment, den ich an diesem Tag gebraucht hatte.

Am Marienplatz hatte ich mich noch durch viele Menschen bewegt, überall wurden Fotos gemacht und rundherum reihten sich Geschäfte und Sehenswürdigkeiten aneinander. Jetzt wurde es immer grüner und ruhiger.

Ich ging weiter in Richtung Park und kam schließlich zum Bereich rund um den Auer Mühlbach.

München zu Fuß

Was ich daran besonders schön fand: Ich war eigentlich noch mitten in München. Und trotzdem fühlte es sich plötzlich überhaupt nicht mehr nach Großstadt an.

Wasser, Bäume und viel Grün begleiteten meinen Weg und der Lärm der Innenstadt rückte immer weiter in den Hintergrund. Genau solche Kontraste mag ich an Städten besonders. Man muss nicht erst weit aus der Stadt hinausfahren, um einen ruhigen Ort zu finden.


Der Auer Mühlbach – ein ganz anderer Blick auf München

Der Abschnitt am Auer Mühlbach war für mich deshalb einer der schönsten Teile meiner ungeplanten Route.

Nach dem vollen Marienplatz war es fast schon überraschend, wie schnell sich die Stimmung verändert hatte. Eben noch mitten im touristischen Trubel und kurze Zeit später unterwegs zwischen Grün und Wasser.

München zu Fuß

Ich hatte an diesem Tag bewusst einige Orte ausgelassen, die ich in München bereits kannte. Zum Beispiel die Eisbachwelle oder bestimmte Bereiche des Englischen Gartens. Mit meinem schweren Rucksack wollte ich nicht unnötig viele zusätzliche Kilometer laufen.

Stattdessen ließ ich mich einfach weiter treiben.

Und genau dabei merkte ich wieder, warum ich Städte so gerne zu Fuß erkunde. Man bekommt nicht nur die bekannten Sehenswürdigkeiten zu sehen, sondern auch die Übergänge dazwischen. Man erlebt, wie aus einer vollen Einkaufsstraße langsam ein ruhiger Weg am Wasser wird und wie sich die Stadt innerhalb weniger Minuten komplett verändern kann.

Von hier aus führte mich mein Weg weiter in Richtung Deutsches Museum und schließlich zum Mariannenplatz.

Dort sollte es dann zum ersten Mal an diesem Tag nicht darum gehen, weiterzukommen, sondern einfach kurz stehen zu bleiben.


Auer Mühlbach, Deutsches Museum und eine Pause an der Isar

Je weiter ich am Auer Mühlbach entlanglief, desto mehr hatte ich das Gefühl, dass ich für einen Moment aus dem eigentlichen Stadttrubel heraus war. Dabei war ich noch immer mitten in München. Genau dieser Gegensatz hat mir an diesem Abschnitt so gut gefallen.

Nach den vielen Menschen am Marienplatz, den Geschäften in der Kaufingerstraße und dem Trubel rund um den Viktualienmarkt war es hier plötzlich angenehm ruhig. Statt dicht gedrängter Fußgänger begleiteten mich Wasser, Bäume und viel Grün. Ich musste nicht mehr ständig darauf achten, wem ich ausweichen musste, sondern konnte einfach meinen Weg gehen und die Umgebung genießen.

Für mich sind solche Abschnitte oft das Schönste an einem Städtetrip. Die bekannten Sehenswürdigkeiten gehören natürlich dazu, aber manchmal bleibt gerade ein unscheinbarer Weg am Wasser viel länger im Gedächtnis.


Weiter Richtung Deutsches Museum

Mein Weg führte mich weiter in Richtung Deutsches Museum. Auch hier blieb ich meiner ungeplanten Route treu. Ich hatte nicht vor, an diesem Tag noch möglichst viele Sehenswürdigkeiten von innen zu besichtigen. Dafür war die Zeit gar nicht gedacht.

Ich wollte München erleben und ein bisschen durch die Stadt laufen.

München zu Fuß

Das bedeutete an diesem Tag auch, bewusst Dinge auszulassen. Den Englischen Garten kannte ich bereits und auch die Eisbachwelle stand deshalb nicht auf meinem Programm. Mit meinem schweren Rucksack wollte ich außerdem nicht aus einem entspannten Spaziergang eine kilometerlange Wanderung machen.

Stattdessen ging es weiter Richtung Mariannenplatz.

Und irgendwann merkte ich, dass ich tatsächlich schon ziemlich lange unterwegs war.


Eine kleine Pause an der Isar

Am Mariannenplatz fand ich schließlich genau das, was ich für den Moment brauchte: eine Bank direkt an der Isar.

Dort setzte ich mich erst einmal hin.

Mariannenplatz

Nach dem langen Spaziergang tat es unglaublich gut, nicht sofort weiterlaufen zu müssen. Ich konnte einfach am Wasser sitzen, ein bisschen durchatmen und die Atmosphäre auf mich wirken lassen.

Es war einer dieser Momente, in denen man merkt, dass man gerade eigentlich gar nichts braucht. Kein Café, kein Restaurant und auch keine weitere Sehenswürdigkeit. Einfach eine Bank am Wasser und ein paar Minuten Ruhe.

Wenn ich an meinen Tag in München zurückdenke, ist genau dieser Kontrast für mich besonders hängen geblieben. Am Marienplatz hatte ich mich noch zwischen unzähligen Menschen bewegt, alle wollten das Neue Rathaus fotografieren und überall war Bewegung. Und nur einige Zeit später saß ich relativ ruhig an der Isar und schaute aufs Wasser.

Genau deshalb würde ich München auch nicht nur über die klassischen Sehenswürdigkeiten entdecken.


Warum ich München gerne zu Fuß erkunde

Wenn man mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, sind die Wege zwischen den einzelnen Sehenswürdigkeiten schnell überbrückt. Das ist praktisch und natürlich gerade in einer Großstadt wie München oft die beste Möglichkeit, wenn man wenig Zeit hat.

Aber man verpasst dabei auch einiges.

Zu Fuß bekommt man viel mehr von den kleinen Veränderungen mit. Man sieht plötzlich ein schön bepflanztes Gebäude, bleibt an einem Platz stehen, entdeckt einen ruhigen Weg oder kommt – wie bei mir – mit einem Menschen ins Gespräch, mit dem man sonst wahrscheinlich nie gesprochen hätte. Meine Route war an diesem Tag überhaupt nicht perfekt durchgeplant. Genau deshalb konnte ich mich treiben lassen und auch einmal dort bleiben, wo es mir gerade gefiel.

Am Mariannenplatz war dann allerdings langsam klar: Mit meinem großen Rucksack hatte ich genug Kilometer gesammelt. Ich wollte zwar noch nicht direkt ins Hotel, aber noch viele weitere Kilometer mussten es nun wirklich nicht mehr werden.

Von hier aus ging es deshalb weiter zur Corneliusbrücke, wo ich meine Fußstrecke beendete und auf Tram und U-Bahn umstieg.


Meine Route durch München auf einen Blick

Meine Tour war ursprünglich überhaupt nicht als feste Route geplant. Trotzdem hat sich daraus eine Strecke ergeben, die sich im Nachhinein ziemlich gut nachvollziehen lässt. Wer München ebenfalls gerne zu Fuß erkundet, kann sich daran orientieren und die Route natürlich jederzeit kürzen oder erweitern.

Ich bin gegen 11:30 Uhr am Münchner Hauptbahnhof gestartet und zunächst Richtung Innenstadt gelaufen. Von dort ging es über den Stachus und durch das Karlstor auf die Kaufingerstraße. Weiter führte mich mein Weg zum Marienplatz und anschließend zum Viktualienmarkt.

Nach dem kurzen Abstecher zum Isartor ging es weiter Richtung Praterinsel und Maximilianeum. Von dort lief ich in den grüneren Bereich entlang des Auer Mühlbachs und weiter in Richtung Deutsches Museum und Mariannenplatz.

An der Corneliusbrücke beendete ich meine Fußstrecke und fuhr mit Tram und U-Bahn weiter Richtung Hotel.


Die Strecke in Kurzform

München Hauptbahnhof → Stachus → Karlstor → Kaufingerstraße → Marienplatz → Viktualienmarkt → Isartor → Praterinsel → Maximilianeum → Auer Mühlbach → Deutsches Museum → Mariannenplatz → Corneliusbrücke

Insgesamt waren es für mich knapp 10 Kilometer zu Fuß.

Allerdings sollte man die Entfernung nicht als feste Vorgabe betrachten. Ich habe unterwegs immer wieder angehalten, Fotos gemacht, mich mit dem Rikscha-Fahrer unterhalten und am Ende eine längere Pause an der Isar eingelegt. Je nachdem, welche Wege man nimmt und wie viele Abstecher man einbaut, kann die eigene Strecke deshalb natürlich etwas länger oder kürzer ausfallen.


Wie lange sollte man für die Strecke einplanen?

Wenn man die Strecke wirklich als Spaziergang und nicht als sportliche Runde betrachtet, würde ich dafür mehrere Stunden einplanen.

Ich war insgesamt einen großen Teil des Tages unterwegs, allerdings nicht ununterbrochen auf den Beinen. Gerade bei einer Stadt wie München finde ich es viel angenehmer, nicht ständig auf die Uhr zu schauen.

Wer nur von A nach B möchte, kann die Strecke natürlich deutlich schneller laufen. Dann würde man allerdings genau das verpassen, was für mich den Reiz ausgemacht hat: zwischendurch stehen bleiben, Fotos machen, einen Platz auf sich wirken lassen oder spontan einen anderen Weg einschlagen.


Mit schwerem Gepäck würde ich die Strecke nicht unbedingt nachlaufen

Meine Route eignet sich grundsätzlich gut für einen ausgedehnten Stadtspaziergang. Mit einem großen Rucksack für eine komplette Woche würde ich sie allerdings nicht unbedingt noch einmal laufen.

Am Anfang war das für mich völlig in Ordnung. Nach mehreren Stunden und knapp zehn Kilometern war ich dann aber froh, an der Corneliusbrücke auf die öffentlichen Verkehrsmittel umsteigen zu können.

Mit leichtem Tagesrucksack sieht die Sache natürlich ganz anders aus.

Wer in München wohnt oder sein Gepäck bereits im Hotel abgestellt hat, kann die Strecke viel entspannter laufen und unterwegs auch noch weitere Abstecher einbauen.


Mein Tipp: Nicht alles an einem Tag schaffen wollen

Was ich an meiner ungeplanten Route im Nachhinein besonders schön fand: Ich hatte überhaupt nicht den Anspruch, München an diesem Tag komplett zu entdecken.

Einige bekannte Orte kannte ich bereits und habe sie deshalb bewusst ausgelassen. Andere Ecken habe ich eher zufällig entdeckt. Dadurch fühlte sich der Tag nicht wie klassisches Sightseeing an, sondern viel mehr wie ein Spaziergang durch eine Stadt, in der man einfach schauen darf, was hinter der nächsten Ecke kommt.

Wer München zum ersten Mal besucht, kann natürlich noch weitere Sehenswürdigkeiten in die Strecke einbauen. Ich würde trotzdem empfehlen, nicht zu viel in einen einzigen Tag zu packen.

Denn gerade die Wege zwischen den Sehenswürdigkeiten gehören für mich zu München dazu.

Meine Route war nicht perfekt geplant – und genau das hat sie so schön gemacht.


Mein Fazit: München zu Fuß entdecken

Mein erster Tag in München war eigentlich gar nicht als Sightseeing-Tag geplant. Ich wollte lediglich die Zeit bis zum Check-in überbrücken. Dass daraus am Ende fast zehn Kilometer zu Fuß durch München werden würden, war am Hauptbahnhof definitiv noch nicht abzusehen.

Und genau deshalb hat mir dieser Tag so gut gefallen.

Ich hatte keine Liste mit Sehenswürdigkeiten, die ich unbedingt abhaken musste. Stattdessen bin ich einfach losgelaufen und habe geschaut, wohin mich mein Weg führt. Natürlich waren mit dem Stachus, Marienplatz, Viktualienmarkt und Isartor einige der bekannten Münchner Sehenswürdigkeiten dabei. Gleichzeitig habe ich aber auch die ruhigeren Seiten der Stadt kennengelernt.

Besonders der Weg am Auer Mühlbach und die Pause an der Isar sind mir dabei im Gedächtnis geblieben.


München ist überraschend gut zu Fuß zu entdecken

Was ich an diesem Tag wieder gemerkt habe: München lässt sich wunderbar zu Fuß erkunden.

Natürlich sind die öffentlichen Verkehrsmittel praktisch und gerade bei längeren Strecken eine gute Möglichkeit, Zeit und Kraft zu sparen. Aber wenn man die Möglichkeit hat, würde ich zumindest einige Wege bewusst laufen.

Denn zwischen den bekannten Sehenswürdigkeiten passiert eigentlich ziemlich viel.

Man kommt durch Einkaufsstraßen, über Plätze und durch historische Stadttore, entdeckt schön dekorierte Gebäude und steht plötzlich an einem ruhigen Wasserlauf. Genau diese Übergänge bekommt man kaum mit, wenn man nur von einer U-Bahn-Station zur nächsten fährt.

Und manchmal entstehen unterwegs sogar die schönsten Begegnungen – wie mein Gespräch mit dem 77-jährigen Rikscha-Fahrer am Marienplatz.


Nicht jeder Tag braucht einen perfekten Plan

Ich glaube, das ist auch die wichtigste Erkenntnis, die ich von diesem Tag mitgenommen habe.

Manchmal muss man auf Reisen nicht jeden freien Zeitraum komplett verplanen. Ich hätte genauso gut am Hauptbahnhof in einem Café sitzen und auf den Check-in warten können. Stattdessen habe ich meinen Rucksack genommen und bin einfach losgelaufen.

Natürlich war mein Gepäck irgendwann schwer und nach knapp zehn Kilometern war ich froh, den Rest mit Tram und U-Bahn zurückzulegen. Aber genau dafür gibt es in München schließlich den öffentlichen Nahverkehr.

Ich musste an diesem Tag nicht alles sehen.

Ich wollte einfach ein bisschen Stadt erleben – und genau das habe ich getan.


Würde ich die Route noch einmal laufen?

Ja, aber wahrscheinlich mit einer kleinen Änderung: ohne großen Wochenendrucksack.

Mit leichtem Gepäck würde ich mir für die Strecke noch mehr Zeit lassen und vielleicht an der einen oder anderen Stelle einen zusätzlichen Abstecher machen.

Für meinen ersten Tag in München war die spontane Route aber genau richtig.

Sie hat mir gezeigt, dass man eine Stadt manchmal am besten kennenlernt, wenn man nicht versucht, möglichst viel hineinzupacken. Einfach loslaufen, zwischendurch stehen bleiben und schauen, was einem unterwegs begegnet.

Und vielleicht ist das auch genau das, was ich euch für euren nächsten München-Besuch mitgeben würde:

Steigt nicht immer sofort in die nächste U-Bahn. Lauft einfach mal ein Stück los. München hat zwischen den Sehenswürdigkeiten mindestens genauso viel zu entdecken.

Diese erste Tour war jedenfalls nur der Anfang meiner Tage in München. Denn natürlich habe ich während meines Aufenthalts noch weitere Ecken der Stadt entdeckt – und die kommen in den nächsten Beiträgen noch dazu.


Praktische Tipps für München zu Fuß

Wer München zu Fuß erkunden möchte, braucht eigentlich nicht besonders viel Vorbereitung. Trotzdem gibt es ein paar Dinge, die den Tag deutlich angenehmer machen können – vor allem, wenn man mehrere Stunden unterwegs sein möchte.

Bequeme Schuhe sind wichtiger als schicke Schuhe

Klingt banal, macht aber einen großen Unterschied. Auch wenn die Strecke auf der Karte gar nicht so lang aussieht, kommen beim entspannten Stadtbummel schnell einige Kilometer zusammen.

Ich würde deshalb auf Schuhe setzen, in denen ihr wirklich mehrere Stunden bequem laufen könnt. Gerade wenn ihr zwischendurch immer wieder stehen bleibt oder auch einmal kleinere Wege abseits der Hauptstraßen nehmt, merkt man irgendwann jeden zusätzlichen Kilometer.

Gepäck möglichst im Hotel lassen

Mein großer Rucksack war an diesem Tag natürlich nicht unbedingt die komfortabelste Begleitung.

Wenn ihr eure Unterkunft bereits beziehen könnt, würde ich das Gepäck deshalb unbedingt dort lassen. Ein kleiner Tagesrucksack reicht für eine solche Tour völlig aus.

Falls ihr – wie ich – erst später einchecken könnt, kann sich außerdem die Frage nach einer Gepäckaufbewahrung lohnen. Viele Hotels bieten diese Möglichkeit vor dem Check-in oder nach dem Check-out an. Am besten vorher kurz nachfragen.

Nicht zu viel für einen Tag planen

Eine Route durch München kann man natürlich problemlos mit zahlreichen weiteren Sehenswürdigkeiten erweitern. Genau das würde ich aber nicht unbedingt empfehlen.

Wenn ihr wirklich zu Fuß unterwegs seid, würde ich lieber weniger Punkte auswählen und dafür zwischendurch Zeit zum Schauen und für Pausen einplanen.

Gerade wenn das Wetter schön ist, macht es viel mehr Spaß, nicht ständig auf die Uhr schauen zu müssen.

Öffentliche Verkehrsmittel als Plan B

Auch wenn ihr möglichst viel laufen möchtet, würde ich die öffentlichen Verkehrsmittel nicht komplett aus dem Plan streichen.

Sie sind praktisch, wenn die Füße irgendwann müde werden, das Wetter umschlägt oder eine Strecke doch weiter ist als gedacht. So muss man sich nicht vorher entscheiden, ob man einen kompletten Tag nur zu Fuß oder nur mit Bus und Bahn unterwegs ist.

Für mich war genau diese Kombination ideal: möglichst viel zu Fuß und den Rest dann entspannt mit Tram und U-Bahn.

Wetter im Blick behalten

Gerade bei einer längeren Tour durch München würde ich das Wetter vorher einmal anschauen. Bei Sonne können sich einige Strecken deutlich wärmer anfühlen, während man an schattigen Wegen oder später am Tag schnell eine zusätzliche Schicht gebrauchen kann.

Und natürlich gehört bei einem längeren Spaziergang auch eine Trinkflasche ins Gepäck.

Meine Empfehlung für die Route

Wenn ihr diese Strecke selbst ausprobieren möchtet, würde ich sie nicht als starre Wanderroute betrachten.

Nehmt die genannten Punkte eher als Orientierung und entscheidet unterwegs, worauf ihr gerade Lust habt. Ihr könnt die Strecke jederzeit verkürzen, einen zusätzlichen Abstecher einbauen oder einen Teil mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren.

Genau das macht für mich den Reiz von München zu Fuß aus: Ihr müsst nicht versuchen, möglichst viele Sehenswürdigkeiten an einem Tag abzuhaken.

Lasst ein bisschen Platz für das, was unterwegs passiert.


FAQ: München zu Fuß

Kann man München gut zu Fuß erkunden?

Ja. Viele zentrale Sehenswürdigkeiten liegen relativ nah beieinander und lassen sich gut miteinander verbinden. Wer gerne läuft, kann dadurch nicht nur die bekannten Plätze besuchen, sondern auch die Wege dazwischen entdecken.

Wie viele Kilometer sollte man für München zu Fuß einplanen?

Das hängt stark davon ab, wie viele Sehenswürdigkeiten und Abstecher ihr einbauen möchtet. Für einen ausgedehnten Tag in der Innenstadt können schnell mehrere Kilometer zusammenkommen. Meine spontane Route war knapp 10 Kilometer lang.

Wie lange braucht man für München zu Fuß?

Für eine reine Strecke lässt sich das natürlich schneller bewältigen. Wenn ihr unterwegs fotografiert, Sehenswürdigkeiten anschaut und Pausen macht, solltet ihr deutlich mehr Zeit einplanen. Für meine Route war ich mehrere Stunden unterwegs.

Was sollte man für einen Spaziergang durch München mitnehmen?

Bequeme Schuhe, eine Trinkflasche und je nach Wetter eine zusätzliche Kleidungsschicht gehören für mich zur Grundausstattung. Bei längeren Touren ist außerdem ein kleiner Rucksack angenehmer als schweres Gepäck.

Kann man München auch ohne Auto erkunden?

Ja. Gerade für einen Aufenthalt in der Innenstadt ist ein Auto nicht notwendig. Viele Ziele lassen sich zu Fuß verbinden und für längere Strecken stehen Tram, U-Bahn und weitere öffentliche Verkehrsmittel zur Verfügung.

Welche Sehenswürdigkeiten kann man in München zu Fuß verbinden?

Je nach Startpunkt lassen sich beispielsweise Hauptbahnhof, Stachus, Karlstor, Marienplatz, Viktualienmarkt und Isartor miteinander verbinden. Wer noch weiterlaufen möchte, kann anschließend Richtung Isar und Deutsches Museum weitergehen.

Ist die Route auch mit Gepäck geeignet?

Grundsätzlich ja, angenehm ist es aber nicht unbedingt. Ich selbst war mit meinem großen Rucksack unterwegs und habe deshalb meine Laufstrecke irgendwann bewusst beendet. Mit leichtem Tagesrucksack lässt sich die Tour deutlich entspannter genießen.

Lohnt es sich, München zu Fuß zu erkunden?

Wenn ihr gerne zu Fuß unterwegs seid, auf jeden Fall. Gerade die Übergänge zwischen den bekannten Sehenswürdigkeiten machen den Spaziergang interessant. Außerdem könnt ihr eure Route jederzeit spontan verändern und müsst euch nicht an einen festen Sightseeing-Plan halten.

Und wenn du jetzt noch nicht genug von München zu Fuß hast: Ich habe noch einige weitere Ecken der Stadt für dich entdeckt. Von schönen Spaziergängen und besonderen Orten bis zu Ausflügen, die sich wunderbar mit dem Deutschlandticket verbinden lassen.

Vielleicht ist ja genau das nächste Ziel dabei, das du bisher noch nicht auf dem Schirm hattest. Dann schau gerne hier einmal rein.

Folge mir gerne auch auf

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert